Rezension: Die Stille Seite der Musik – Svea Lundberg

musik_800x1200_72dpiInhalt:

Ein einziger Moment kann dein ganzes Leben zerstören. Wenn du es zulässt.
Valentin hat eine prächtige Karriere als Pianist vor sich, doch dann kommt alles anders. Auf dem Rückweg von einem Club wird er in einen Autounfall verwickelt und kommt erst wieder im Krankenhaus zu sich. Dort muss er sich mit der Tatsache auseinandersetzen, dass seinem Traum ein Ende gesetzt wurde. Seine Hand ist zertrümmert, das Klavier spielen in weite Ferne gerückt. Nach endlosen Reha-Maßnahmen und Diskussionen mit seiner Mutter, die sich als größtes Opfer seines Unfalls sieht, macht er Urlaub an der Ostsee bei seiner Tante, die einen Reiterhof betreibt. Bereits am ersten Tag macht er Bekanntschaft mit dem gehörlosen Flo, der auf dem Hof eine Ausbildung macht und sein Schicksal umfänglich zu akzeptieren scheint. Aus der anfänglichen Zuneigung wird schnell mehr, aber Valentin muss ja bald wieder zurück …

Meinung:

„Die stille Seite der Musik“ ist nicht mein erstes Buch der Autorin, aber keines hat mich bisher so berührt. Wenn ich die Geschichte mit einem Wort beschreiben müsste, dann wäre es Ruhepol.

Bücher mit sehr jungen Protagonisten – in diesem Fall 17 und 19 – zählen nicht unbedingt zu meinem bevorzugten Beuteschema, allerdings wirken Flo und Valentin aufgrund ihrer Schicksalsschläge deutlich reifer. Und wer könnte auch schon so einem Sonnenschein wie Flo widerstehen? So ein sympathischer Junge, der seine Beeinträchtigung einfach weglächelt. Er hat sich bewusst gegen das Hören entschieden und gleicht es einfach aus, indem er mit seinen restlichen Sinnen und seinem Körper hört. Die Ruhe, die Ausgeglichenheit und die positive Art, die Flo ausstrahlt, sind während dem Lesen auf mich übergegangen und Seite um Seite weiter in mich hineingeflossen. Am Schluss war ich tiefenentspannt. Das hört sich jetzt natürlich an, als würde in der Geschichte rein gar nichts passieren. Falsch gedacht.

Im Mittelpunkt stehen drei Aspekte, die sich durch die ganze Geschichte ziehen. Neben der Freundschaft zwischen Flo und Valentin, die sich um Laufe des Urlaubs wandelt und einer prickelnden Verliebtheit weicht, erfährt man auch sehr viel über Pferde und Pferdesport. Man merkt deutlich, wie verbunden sich die Autorin den Tieren fühlt. Der Umgang mit Schicksalsschlägen und Beeinträchtigungen – die man wirklich nicht als solche sehen muss – nehmen viel Raum ein. Jeder Mensch geht anders damit um, wenn ihm etwas genommen wird, das er als selbstverständlich angesehen hat. Aber es muss ja nicht das Ende sein. Manchmal muss man dann halt andere Wege suchen, seine Träume zu leben.
Umrandet wird das Ganze von der ruhigen Idylle und den familiären Streitigkeiten. Und dann gibt es da noch einen kleinen Krimianteil, der im Gegensatz zum Rest der Geschichte recht blaß wirkt und zum Schluss sehr schnell abgehandelt wird. Das hat mich aber nicht weiter gestört. Ich war so gefangen in dieser zauberhaften Atmosphäre des Buches. Ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll. Es ist, als wäre man während dem Lesen in eine Seifenblase gerutscht. Die Geräusche verstummen, der Herzschlag wird langsamer. Mir kam es so vor, als würde man sich automatisch an Flos Wahrnehmung anpassen, und das, obwohl das Buch aus Valentins Sicht erzählt wird.

Fazit:

Eine Geschichte, die durch ihre ruhigen Töne bezaubert.

5 Stars

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 567 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 210 Seiten
  • Verlag: Traumtänzer-Verlag Lysander Schretzlmeier (29. Januar 2017)
  • Preis: 4,99€
  • Hier kann man es kaufen: Die Stille der Musik 
  • Hier geht es zum Verlag: Traumtänzer – Verlag

Lieblingsstelle

Wieder schließe ich die Augen und … hebe nur einen Moment später die Hände, um mir die Finger fest in die Ohren zu stecken. Denn plötzlich ist da der Drang, den Moment genauso zu erleben, wie Flo es tut. Tatsächlich gelingt es mir, Möwenschreie und Wellenrauschen aus meiner Wahrnehmung auszuschließen. Ich sehe und höre nichts mehr. Hole tief Luft und atme ganz langsam aus. Konzentriere mich auf die Empfindungen, die mir geblieben sind. Und vielleicht ist es nur Einbildung, reines Wunschdenken, doch mit einem Mal kann ich das Meer riechen. Konnte ich zuvor schon. Doch nun ist alles viel intensiver. Es ist eine Mischung aus Salz, Seetang und … Ich kann’s nicht so genau einordnen und öffne die Lippen leicht, um den Geruch auch in meinen Mund zu lassen. Ihn auf meiner Zunge in Geschmack umzuwandeln. Und es scheint sogar zu gelingen.“ (Seite 108)

Top Ten Tuesday #2 – All About Romance

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Am Tag der Liebenden geht es natürlich auch beim „Top Ten Tuesday“ um die schönste Sache der Welt: die Liebe. Deswegen hab ich mich auf die Suche nach 10 zuckersüßen Gaystories und dem ein oder anderen rosaroten Cover gemacht. Was gar nicht so leicht war *puh*. Aber Vorsicht! Das Lesen dieses Artikels könnte zu Herzchenaugen, sehnsüchtigen Seufzern und einem süchtig machenden Zuckerschock führen 😍

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Mein Herz schlägt in deinem Takt ist eine wundervolle Liebesgeschichte, von der ich zunächst dachte, dass sie in eine Richtung tendiert, die kaum bis gar nicht bedient wird. Tobias hat zu Beginn so locker auf die Tatsache reagiert, in einem Mann verliebt zu sein, da hatte ich die Hoffnung, dass die beiden problemlos in diese Liebesbeziehung rutschen. Das wären sie auch, gäbe es Tobias‘ Umfeld nicht, das ihm ganz schön zu schaffen macht und Zweifel aufkommen lässt.
In Liebe fängt man mit Geduld geht es um zwei Männer, die auf unterschiedlichste Weise alle Hände voll zu tun haben. Sportstudent Jannis hält sich mit drei Jobs über Wasser und achtet penibel auf seine Ernährung, während Doktorand Tobias, der gerade an seiner Promotion schreibt, oft als Babysitter für die Kinder seiner Schwester einspringt und ein paar Kilo zu viel auf den Rippen hat. Kann das gutgehen?

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Die Protagonisten aus Pink kennen die meisten. Tom und Ricky aus Bodycaught. Ich mochte die beiden schon als Nebenfiguren und war sehr erfreut, als die beiden eine eigene, kleine Geschichte bekommen haben. Das Glück und die Liebe aufrecht zu erhalten, ist nicht immer einfach und manchmal liegen einem auch Steine im Weg, die auf den ersten Blick wie riesige Felsbrocken wirken, obwohl es lediglich ein kleiner Kieselstein ist, den man ohne weiteres wegräumen kann – z. Bsp. eine rosafarbene Jacke.
Rosa ist meine absolute Lieblingsfarbe. In jeder Schattierung, mit oder ohne Glitzer. In Pink Snowkisses wird die Leidenschaft für diese Farbe auf die Schippe genommen und sehr überspitzt dargestellt. Herrlich! Daneben gibt es natürlich auch eine Liebesgeschichte, die in gewohnter Kay Monroe – Manier jedes Romantikerherz höher schlagen lässt. Zuckerschock inklusive.

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Kitten Claws and Puppy Breath –  allein dieses Cover ist zum Niederknien. Hunde – und Katzenbabys. Hach ❤️ Allerdings ist das Cover, der einzige Aspekt des Buches, der locker – fluffig und zuckersüß ist. Die Geschichte zwischen den Buchdeckeln ist dramatisch und beschäftigt sich mit sehr ernsten Themen. Eine Liebesgeschichte gibt es aber dennoch, auch wenn die Jungs dafür wirklich arbeiten müssen, es lauern eine Menge Geheimnisse und Monster der Vergangenheit in den Schatten.
Greek Love war mein erster Gay – Comic. Rosa spielt nicht nur auf dem Cover eine tragende Rolle, es zieht sich durch das ganze Buch. Allerdings ist die Handlung nicht so verspielt, wie das Cover vielleicht vermuten lässt. Es geht ziemlich zur Sache. Ein detaillierter, niveauvoller Porno in Buchform, der wirklich einen Blick wert ist.

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Susann Julievas Böse Jungs ist eine wundervolle Geschichte über Liebe und Träume. In Berlin Blues geht die Reise mit James und Danny in Berlin weiter. Dort warten jedoch einige Probleme. Ein fremder, gutaussehender Mann und James Vergangenheit, die ihn einfach nicht loslässt. Die Novelle spiegelt perfekt James Charakter wieder, mit dem ich mich immer am meisten identifizieren konnte. Eine Hommage an Berlin, die Liebe und kleine Wunder.
Jede Menge Dreier findet man in Cat T. Mads Aller guten Dinge… Drei Geschichten, neun Männer und die Liebe. Am besten gefallen hat mir die zweite Geschichte, da ich Benedikt, der gerne man etwas dominanter auftritt, verfallen bin. So sexy.

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Bianca Nias hat ihrem Protagonisten Joss aus dem Date-Manager den wohl romantischsten Job der Welt in die Wiege gelegt. Er organisiert Dates für Menschen, die auf der Suche nach ihrer anderen Hälfte sind. Er spielt also den Amor. Dabei wird er aber selbst das Opfer des berühmt-berüchtigten Pfeil der Liebe. Das Ziel seiner Begierde ist sein neuster Kunde, der Wirtschaftsprüfer Dion, der unnahbar wirkt und vermutlich schwer zufrieden zu stellen ist.
Wachgeküsst: Einmal Märchenreich und zurück. Märchen sind wohl die süßeste Versuchung überhaupt. Ich werde da immer schwach. Der Protagonist Jan landet nach einem Unfall in der Märchenwelt und sieht sich mit etlichen Abenteuern, märchenhaften Wesen und zwei attraktiven Männern konfrontiert, die ihn gehörig ins Schwitzen bringen. Witzig und sexy.

Quelle: http://www.brokeandbookish.com/

Rezension: Fünf Wochen: Der Kampfschwimmer (Band 1) – Sydney Stafford

kampfschwimmerStärke wächst nicht aus körperlicher Kraft – vielmehr aus unbeugsamen Willen.“ Mahatma Gandhi

Sönke Liebig steht an einem Scheideweg. Nach seinem Vater und seinem Bruder Malte wird auch er die Kampfschwimmerlaufbahn einschlagen. Kurz vor Beginn des Auswahlverfahrens, das sich über 5 Wochen erstrecken wird, natürlich nur nachdem er den Eingangscheck bestanden hat, trennt sich seine langjährige Freundin von ihm. Plötzlich sieht es sich seinen inneren Dämonen ausgeliefert. Seine Homosexualität hat er jahrelang unterdrückt – aus Angst vor der Reaktion seiner Familie und seiner Kollegen. Am ersten Tag des Auswahlverfahrens gesteht er sich im psychologischen Gespräch zum ersten Mal ein, dass er schwul ist. Und das setzt eine ganze Reihe an Kettenreaktionen frei. Während Höchstleistungen von ihm verlangt werden, entdeckt sein Körper endlich, was ihm lange Jahre vorenthalten wurde: Herzklopfen und prickelnde Leidenschaft. Zwei Männer bringen ihn schier um den Verstand. In Rekordzeit verliert er sein Herz. Doch für wen wird er sich entscheiden? Bleibt zwischen den Schikanen seines Ausbilders und den körperlichen und geistigen Anstrengungen überhaupt noch Zeit für die Liebe?

Meinung:

Nach der GSG9 und dem LKA sowie der KSK hat nun ein weiterer Zweig des Militärs das Licht der Buchwelt erblickt: die Kampfschwimmer – das deutsche Pendant zu den amerikanischen Navy Seals. Sie sind für den triphibischen Einsatz ausgebildet, also an Land, im Wasser und in der Luft einsetzbar.

Sydney Staffords Geschichten begleiten mich nun fast schon zwei Jahre. In dieser Zeit hat sie sich permanent gesteigert und gehört für mich zu meinen absoluten Lieblingsautoren. Es ist völlig egal, welches ihrer Bücher man aufschlägt, es heißen mich jedes Mal zwei Komponenten willkommen, die ich zu schätzen gelernt habe und auf die ich mich immer wieder freue: Zusammengehörigkeit und harte Fakten.
Die Autorin hat einen Kontrast, einen Bruch geschaffen, der mir bei vielen Military Romance – Geschichten fehlt. Sie vereint detailliert recherchierte Hintergrundinformationen zur Ausrüstung, den Waffen und Fahrzeugen, zu Übungen und Einsatzorten mit toughen Protagonisten, die jeder Situation gewachsen sind, gleichzeitig aber über einen empfindsamen, weichen Kern verfügen, der sie so menschlich und sympathisch macht und Platz für die zarten Bande der Liebe schafft. Unheimlich schön finde ich auch die Tatsache, dass alle Geschichten in irgendeiner Weise miteinander verbunden sind. Es taucht immer ein vertrauter Name auf. Es ist eine einzige große Familie, die mich als Leser immer wieder in ihrem Schoss aufnimmt, die dieses wohlig warme Gefühl in meinem Inneren hinterlässt. Im „Kampfschwimmer“ hat zum Beispiel Brigadegeneral Arne Seeliger einen namentlichen Auftritt. Hallo, Kopfkino! Der Kerl ist so verdammt heiß. Der personifizierte feuchte Traum. Seid froh, dass ich keine Videorezensionen mache, sonst dürftet ihr mir jetzt dabei zusehen, wie ich dümmlich grinsend mit Herzchenaugen in die Luft starre. Und das alles, weil sein Name gefallen ist. Kaum zu glauben. Aber Arne ist einfach so sexy … Sorry, ich schweife ab.

Das Element Wasser, das eine große Rolle in dieser Geschichte spielt, hat mich vor eine Herausforderung gestellt. Ich mag nämlich keine tiefen Gewässer. Ich krieg Gänsehaut, wenn ich nur daran denke, was in der Tiefe lauert. Dunkelheit, Kälte, Stille, der Tod. Ich hab Hochachtung vor allen, die sich diesen Gewalten aussetzen und ihnen trotzen. Das Auswahlverfahren stellt den härtesten Teil auf dem Weg zum Kampfschwimmer dar. Wer das übersteht, schafft alles. Ich hab mit den Jungs mitgelitten, die ihre Grenzen um Kilometer überschritten haben. Ich konnte ihren Schmerz, ihren Hunger, ihre Erschöpfung spüren und die Zweifel hören, die immer präsent waren, sich letztendlich aber dem eisernen Willen, dem Überlebensinstinkt beugen mussten.

Ich muss gestehen, Sydney Stafford hat mich dieses Mal ziemlich lange an der Nase herumgeführt. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis mir ein Licht aufgegangen ist und klar wurde, an wen Sönke sein Herz verschenkt. Mit viel Humor, aber auch dem nötigen Ernst führt sie durch die 5 harten Wochen des Auswahlverfahrens und schneidet auch unschöne Themen an – Intoleranz und PTBS. Sönkes Vater hat sich einen großen Platz in meinem Herzen erkämpft. Was für ein lieber, fürsorglicher Mensch. Aber Sönkes Mutter … Für die fehlen mir leider die Worte.

Eine rundum gelungene Geschichte über den Mut, zu sich selbst zu stehen, Grenzen zu überwinden, über die Liebe, das Leben, Enttäuschungen und Intrigen.

Fazit:

Eine schöne Liebesgeschichte, die vielen Widrigkeiten trotzen muss und schon zu Ende scheint, bevor sie überhaupt begonnen hat. Volle Punktzahl und eine klare Leseempfehlung.

5 Stars

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 1355 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 221 Seiten
  • Preis: 5,99€
  • KindleUnlimited: ja
  • Hier kann man es kaufen/leihen: Der Kampfschwimmer

 

Kurz & Knapp: Zerschlagene Träume, Tablettensucht, feuriger Nebel und heiße Dreier

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„Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.“
Astrid Lindgren

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Ein einziger Moment kann dein ganzes Leben verändern. Nach dem ersten Schock ist es vielleicht aber genau das, was du schon immer haben wolltest. Ashley lebt den Traum. Er ist eines der heiß begehrtesten Männermodels, die es aktuell gibt, hat eine schöne Wohnung und eine Affäre mit dem attraktiven Will, der noch auf den großen Sprung ins Modelbusiness wartet. Sein Leben besteht aus Perfektion und die zerschellt in einem einzigen Augenblick. Ein Autounfall kostet ihn nicht nur fast das Leben, sondern auch sein makelloses Aussehen. Eine große Narbe ziert von nun an sein Gesicht und stürzt ihn in tiefe Verzweiflung und Isolation. Er stößt Will von sich, der sich jetzt bestimmt vor ihm ekelt und es gar nicht erwarten kann, endlich von ihm loszukommen. Oder doch nicht? Manchmal ist die Liebe eben stärker als jeder Makel.

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mitseinerhilfeIch hab vor ein paar Monaten Liebe fängt man mit Geduld gelesen und fand es so schön, dass auch die anderen Bücher der Autorin unbedingt auf den Reader wollten. Unter seinem Schutz war ganz gut, hat mich jetzt aber nicht vom Hocker gehauen. Mit seiner Hilfe hat mich jedoch gefesselt. Lügen sind nie gut, auch wenn sie gut gemeint sind. Das Buch ist sehr umfangreich, trotzdem musste ich es in einem Rutsch lesen. Über Monate hat sich ein sehr wackeliges Gebilde aus Lügen und Schuldgefühlen aufgehäuft, das jeden Moment einstürzen kann. Dazu kommt noch die Tablettensucht. All das schaukelt sich sukzessive hoch und als Leser sitzt man vor diesem Buch und wartet auf den Knall, der sich nicht verhindern lässt und hofft, dass trotzdem alles gut wird. Ich freu mich schon auf das nächste Buch von Jessica Martin.

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nebelfeuerIch liebe Geschichten, in denen die Protagonisten bereits seit langem ein Paar sind und sich Herausforderungen stellen müssen. In Nebelfeuer geht es um Simon, seinen Mann Vince und einen verrückten Brandstifter, der ihr Leben bedroht. Simon betreibt einen kleinen Reitstall und ist glücklich, allerdings bemerkt er seit Wochen kleine Veränderungen an seinem Mann Vince. Er schläft mehr als sonst außerhalb – was bei seinem Job als Versicherungsdetektiv durchaus vorkommen kann – und findet nachts kaum Ruhe. Als Simon endlich herausfindet, was hinter Vinces merkwürdigem Verhalten steckt, ist es beinahe zu spät. Obwohl die Geschichte recht kurz ist und es zu keinen emotionalen Explosionen kommt, hat sie mich doch sehr gut unterhalten.

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gefaehrlich-passendEs gibt eine Sache, die ich bei Protagonisten extrem heiß finde: Dominanz. Ich mag es, wenn sie ihre dominante Seite zeigen, ohne in den Tiefen von BDSM zu tauchen, das ist nämlich nicht so ganz das meine. Barkeeper Mason trifft auf die beiden Polizisten Jack und Gray, die nicht nur im Team arbeiten, sondern auch ein Paar sind. Mason verliebt sich in die Jack und Gray und kann es kaum fassen, dass sie ihn auch wollen. Zumindest für Sex. Dass da mehr Gefühl im Spiel ist, wird ihm erst später klar. Fast zu spät.
Die Geschichte lebt von Sex, Anziehung und Verlangen. Es geht häufig zur Sache, aber es passt einfach zu den drei Männern. Gefährlich passend lässt feuchte Träume von muskelbepackten, dominanten Männern in Uniform wahr werden. Der zweite Teil liegt schon lesebereit auf meinem Reader.

 

Top Ten Tuesday #1 – Wir brauchen mehr … Unvollkommenheit

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Ich wollte schon lange mal bei einem dieser „Top Ten“ – Tage mitmachen und heute bietet es sich förmlich an. Ich hab nämlich vorhin den Artikel „Brauchen wir mehr quere, behinderte oder farbige Charaktere in Romanen?“ von Frau Schreibseele gelesen, der wirklich sehr lesenswert ist.
In Millionen Büchern (hetero + gay) sind die Protagonisten perfekt. Attraktiv, erfolgreich und unwiderstehlich. Ich gebs zu! Ich schau mir die ganzen tollen Cover mit dem obligatorischen Sixpack auch gerne an. Wer kann da schon wegschauen? Oder die heißen Bilder, die auf Instagram und Facebook kursieren – mit den wohldefinierten Muskeln und dem perfekt inszenierten Schweißfilm, der die makellose Haut ins richtige Licht rückt.
Was ich aber noch interessanter finde, sind Menschen, die eben nicht der Norm entsprechen. Denn das ist die Realität. Es gibt sie in allen Größen, Formen und Variationen. Dick, dünn, groß, klein, hell – und dunkelhäutig, mit und ohne Haare, schwul, lesbisch, heterosexuell, bisexuell, gesund, krank, mit und ohne Behinderung. Menschen, die durch Erkrankungen, Unfälle und Schicksalsschläge Träume begraben und neue erschaffen, die sich zurück ins Leben kämpfen mussten.
Deshalb habe ich 10 Gaybooks herausgesucht, in denen die Protas mit ihrer perfekten Unvollkommenheit glänzen.

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Die Stille der Musik ist gerade erst im neugegründeten Traumtänzer Verlag erschienen und meine derzeitige Lektüre. Der junge Valentin, der durch einen Unfall seine Karriere als Pianist an den Nagel hängen muss, trifft auf den gehörlosen Flo, der sein Schicksal angenommen hat und glücklich ist. Ein Buch der ruhigen Töne.
In Scars Narben auf meiner Seele geht es um den Autor Kaelan, der sich nach der Attacke eines verschmähten Verehrers nicht mehr in die Öffentlichkeit traut und seine Narben versteckt, bis Scott in sein Leben tritt.

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Tierisch verliebt ist natürlich in erster Linie eine Wandlergeschichte, aber eben ohne gestählten Protagonisten, denn Nathan hat ein kleines Wohlstandsbäuchlein. Seine liebste Beschäftigung ist es nämlich, jeden Morgen seiner privaten Peepshow vom Futterhäuschen aus zu frönen und genüsslich eine Nuss nach der anderen zu verdrücken.
Zuviel – Dick, sensibel, ungeliebt ist eines der ersten Bücher, das ich von Kooky Rooster gelesen habe und mir sehr gut in Erinnerung geblieben ist. Wolfgang ist nicht nur groß und übergewichtig, er ist auch sehr sensibel und so nagen die bösartigen Kommentare und die gemeinen Streiche seiner Mitmenschen extrem an seiner Seele.

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Safe Haven beschäftigt sich mit einer selten in Büchern behandelten Erkrankung: Sozialphobie. Blake wurde als Kind zusammen mit seinen Eltern entführt. Im Gegensatz zu ihnen hat er jedoch überlebt und kann seitdem keinen Menschen mehr um sich herum ertragen. Will nicht angeschaut oder berührt werden. Und urplötzlich treten drei Menschen in sein Leben, die alles für ihn tun würden.
At home beinhaltet insgesamt 3 Geschichten, bei zwei davon spielt Unvollkommenheit eine große Rolle. In Not – At home verliebt sich Helge in den schüchternen Jannik, der sich sicher ist, durch eine kleine Besonderheit entstellt zu sein. In At home – with you trifft der nach außen hin knallharte Leon, der nach einem Überfall mit seinem Bein zu kämpfen hat, auf den blinden Kay.

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Mr. Ironheart beschäftigt sich mit einem sehr traumatischen Erlebnis, das schon Jahre zurückliegt, aber lediglich verdrängt wurde und sich schließlich an die Oberfläche kämpft. Chris trägt nicht nur äußerliche Narben, seine Seele ist mit unzähligen Wunden übersät, die nie verheilt sind und nun seine ganz frische Beziehung mit Roman bedrohen.
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schneidet eine Tabuthema an: Depressionen. Es geht um Selbsthass, Selbstverletzung, Selbstmord, die Liebe und den Mut zu kämpfen. Die Geschichte basiert auf wahren Erlebnissen.

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In Du aber liebe mich … unerreichbar geht es vorrangig um Gehbehinderungen. Tino wurde als Baby von seinem Vater vom Balkon geworfen und hat dadurch schwere Verletzungen erlitten, die ihn sein Leben lang begleiten werden. Für ihn ist es unvorstellbar, dass sich ein Mann wie Billy für ihn interessieren soll. Heiko hat Tino wegen seiner Behinderung verspottet und dadurch auch seinen Job verloren. Und nun verliebt er sich in einen Mann, der ebenfalls vom Schicksal gebeutelt wurde.
Bitte, lüg mich an! ist ein unheimlich ehrliches Buch. Marius wurde durch einen Unfall schwer entstellt. Er sehnt sich jedoch nach Zuneigung und menschlicher Wärme, deshalb engagiert er den attraktiven Nick, der seine Gefühlswelt ordentlich durcheinander wirbelt. Doch ist Liebe wirklich stärker als jeder Makel?

Weitere Bücher (für zusätzliche Informationen auf das entsprechende Bild klicken):

liebekommtsexdrugsausderstilleliebesblind51tcxhm2ytl-_sx331_bo1204203200_

Habt ihr weitere Empfehlungen?

Quelle: http://www.brokeandbookish.com/

Kurz und Knapp: Von Meermännern, Pornostars, Dreiecksbeziehungen und Igeln

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Obwohl ich die letzten Monate nicht so oft zum Bloggen kam, hab ich natürlich trotzdem gelesen. Die nächsten Tage werde ich einige „Kurz & Knapp“ – Beiträge hochladen. Vielleicht ist ja was für euch dabei 🙂

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Ich liebe ja Gestaltenwandlergeschichten und habe bereits Unmengen davon gelesen, aber ein IGEL ist mir noch nicht untergekommen. Deshalb musste Ein stachliger Gefährte unbedingt gelesen werden.  Auf den ersten Blick ist der Igelwandler Avery wirklich goldig. Ein kleiner stacheliger Ball mit einem winzigen Näschen und kleinen Pfötchen. Allerdings ist er meistens alles andere als süß und kostet seinen Gefährten – Wolfswandler Dylan – eine Menge Nerven. Die zwei müssen etliche Stolpersteine aus dem Weg räumen, um endlich glücklich sein zu können. Zu dem ganzen emotionalen Chaos kommt auch noch ein Kriminalfall, der gelöst werden möchte – die Tochter eines Rudelmitglieds ist verschwunden und möglicherweise in den Händen von Menschenhändlern. Witzig, actionreich und spannend.
In Ein treuer Gefährte geht die Suche nach dem vermissten Mädchen weiter. Dabei beweist Dylan eine fast schon beneidenswerte Geduld, während Avery über die Stränge schlägt. Der zweite Teil hat mir nicht ganz so gut gefallen. Ich fand ihn stellenweise etwas langatmig. Dafür bietet er aber viel Potential für Fortsetzungen. Wie geht es mit Heath, Jayden und Lucas weiter?

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more-than-everything-200x300_cMore than Everything“ gehört definitiv zu meinen Top 2 Lieblingsbüchern von Cardeno C.
Es geht um die Liebe, das Erwachsenwerden und zweite Chancen.
Erzählt wird die Geschichte von Charlie. Er ist Ende dreißig, sitzt am Esstisch und klebt Fotos in ein Erinnerungsalbum. Jedes Kapitel beginnt mit einer Momentaufnahme. Diese wurden vor, während oder nach einschneidenden Entscheidungen und Ereignissen aufgenommen. Knapp zwanzig Jahre begleitet man Charlie auf seiner Reise, die sich in 3 Abschnitte aufteilen lässt: Charlie und Scott, Charlie und Adan und Charlie, Adan und Scott.
In Charlies Leben gab es immer nur zwei Männer, die sein Herz berührt und schlussendlich gebrochen haben. Erst ist die Beziehung zu seiner Jugendliebe Scott in die Brüche gegangen und später dann die Beziehung zu dem Jurastudenten Adan. Als die drei nach vielen Jahren plötzlich aufeinandertreffen, ist Charlie entsetzt. Seine beiden Ex-Freunde lieben sich, haben ein gemeinsames Haus und führen eine erfolgreiche Kanzlei. Was er nicht ahnt, die beiden haben nie aufgehört, ihn zu lieben. Aber wie gewinnt man den Menschen zurück, den man so schwer verletzt hat?

I didn’t recognize this vicious, rabid version of the happy, loving boy I’d known. Had I done that? Had I hurt him so badly that this was what he’d become? I wanted to cry, wanted to beg for forgiveness, wanted to punch myself in the face.“ (Scott)

Man kann sich der Geschichte nicht entziehen. Ich war gefesselt von dieser Achterbahnfahrt: Hoffnung, Liebe, Drama, Herzschmerz, Verrat, Vergebung und Glück.

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gross818499783739695709Die Bewertung von Dark Side of Glamor fällt mir wirklich schwer, da ich Jamie und Mike liebe … Puh! Ich finde es toll, dass Jamies Trauma noch mal hervorgeholt und eben auch diese negative Seite gezeigt wird. Unverarbeitet bricht solch ein einschneidendes Erlebnis immer wieder auf.
Leider hab ich nicht mitbekommen, dass es einen zweiten Teil geben wird und war überrascht, als das Buch plötzlich zu Ende war. Es ist eine Momentaufnahme, die an sich auch abgeschlossen ist. Für jetzt … Ich bin gespannt, wie es mit Jamie weitergeht.
Was mich eher irritiert hat, ist die Tatsache, dass sich die Geschichte für mich in zwei Teile spaltet. In der ersten Hälfte waren mir Jamie und Mike irgendwie fremd, es kam kaum eine emotionale Interaktion zwischen den beiden und mir zustande, die eigentlich immer da ist – egal, ob sie sich lieben, streiten, wütend, eifersüchtig oder traurig sind. Erst in der zweiten Hälfte trat das vertraute Gefühl wieder in Erscheinung – zum Glück, denn da wurde es richtig emotional.

Ich freu mich auf Teil 2.

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bucht-der-schwaeneMeermänner *yeah*
Die Geschichte hat alles, was man sich nur wünschen kann. Eine unverbrauchte Grundidee, die herrlich erfrischend ist, und zwei Liebende, die der Kraft des Meeres und sogar dem Tod trotzen sowie jede Menge Gefühl.
Wenn ich an Meerjungfrauen/männer denke, dann kommt mir immer „Arielle, die Meerjungfrau“ in den Sinn. Mit ihr bin ich groß geworden, das hat natürlich geprägt. In „Bucht der Schwäne“ gibt es allerdings nicht diese zarten, wunderschönen und lieblichen Geschöpfe, sondern faszinierende, raubtierhafte Wesen, die die Untiefen des Meeres unsicher machen. Ein spannender Kontrast. Dazu kommt natürlich auch eine bittersüße Liebesgeschichte, die tragische Züge annimmt und mich etliche Tränen gekostet hat. Wundervoll ❤ 

Rezension: Malte & Fynn: Dich nicht zu lieben 3 – Inka Loreen Minden

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Ein Abend in einem Stripclub kann dein ganzes Leben verändern …

Student Malte begleitet seine Freundinnen in den Stripclub „Hot Gods“ und verguckt sich dabei in einen der Stripper. Aber natürlich würde sich niemals so ein heißer Typ wie Fynn für jemanden wie ihn interessieren. Tja, bis der ihn nach dem Auftritt anspricht. Allerdings geht es dabei nicht um  die „Liebe auf den ersten Blick“, Fynn sucht einen Tanzpartner und hat dafür Malte auserkoren. Es folgen heiße Tanzstunden und heftige Zweifel.

Meinung:

„Malte & Fynn“ ist der dritte Teil der „Dich nicht zu lieben“ – Reihe, kann jedoch problemlos ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Inka Loreen Mindens Gay – Stories sind immer einen Blick wert. Und auch bei dieser Geschichte kann man nichts falsch machen.

„Mein Körper bebt und in meinem Magen wütet ein Sturm. Dieser Mann ist wie ein Tornado in mein Leben gefegt und reißt mein ganzes Ich mit sich. Ich fühle mich wie ein Blatt im Wind und weiß nicht, wohin es geht.“

In typischer Inka Loreen Minden – Manier geht es heiß zur Sache. Sexy, verzehrend und höchsterotisch. Schon bei der ersten Probe bin ich in Flammen aufgegangen. Holla, die Waldfee. Schweißbedeckte, gestählte Körper, die sich im Rhythmus der Musik miteinander bewegen, aneinanderreiben und mit jedem Atemzug Testosteron abgeben.

It’s gettin‘ hot in here, so take off all your clothes …

Student trifft auf heißen Stripper. Klingt auf den ersten Blick nicht sensationell und der Titel verrät auch schon den dramatischen Faktor, der in fast keiner Romance fehlen darf: Bekommen sie sich oder nicht? Gerade durch die Kürze kann man natürlich nicht erwarten, dass die Liebesgeschichte großartig in die Tiefe geht, aber trotzdem bin ich voll auf meine Kosten gekommen. Das Gesamtpaket stimmt einfach. Inka Loreen Mindens Geschichten begleiten mich nun schon fast 5 Jahre, ihre Gay Romance – Bücher haben mich auf den ersten Metern im Gay – Genre begleitet und auch heute lasse ich mich noch gerne von ihr unterhalten. Der Unterhaltungsfaktor war und ist hoch. Die Mischung machts und die findet man auch bei der neusten Gay Romance „Malte & Fynn“.  Romance meets prickelnde Erotik und minimalistisches Drama.

Fazit:

Eine Gay Romance – Novelle mit schweißtreibender Tanzkunst und einer romantischen Liebesgeschichte. Ein Muss für alle Inka Loreen Minden – Fans.

5 Stars

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dies & das #2: Nackte Tatsachen und neuer Lesestoff

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Kennt ihr das? Ihr seht ein Buch und müsst es haben, aber es ist soooo teuer, dass euch der Preis allein schon Tränen in die Augen treibt. So ging es mir wochenlang mit einem Bildband. Dylan Rosser hat Ende letzten Jahres eine Kickstarter – Kampagne gestartet, um sein bisher größtes Projekt „Naked Ibiza“ zu finanzieren. Nach langen Monaten des Wartens war es dann nun endlich so weit, der Bildband hat das Licht der Welt erblickt. Nachdem ich wochenlang widerstehen konnte, habe ich mir das Buch einfach selbst zum Geburtstag geschenkt und konnte es vor kurzem endlich in den Händen halten. Jetzt hab ich ein Buch im Regal stehen, das preislich mit meinen Fachbüchern mithalten kann.

Maskulinität in Reinform vor der wunderschönen Kulisse Ibizas

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Aber die Investition hat sich gelohnt. Eine grandiose Arbeit, die definitiv einen Blick wert ist.

Die nicht jugendfreie Version gibt es hier *klick*
Amazon hat es aktuell wieder auf Lager. Also am besten gleich zuschlagen 🙂
Naked Ibiza

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Aber das ist natürlich nicht alles. In den letzten Tagen gab es tolle Neuerscheinungen und Ankündigungen.

greyscale3infidel

Neben dem dritten Teil von Aleksa Rileys Greyscale – ungewiss, ist auch neuer Lesestoff von Sydney Stafford erschienen. Infidel verspricht spannende, actionreiche Stunden.
Ich freu mich schon auf Gerrit und seinen Kommandeur Olaf.

🌟 Trommelwirbel 🌟
Dirk ist endlich da!
Jetzt muss sich Mikes Bruder (Loving Silver) seinen wahren Gefühlen stellen.
Das Cover ist so heiß 😍

jace

 Jace … and no way back

Erinnert ihr euch noch an die „Wake Up Married“ – Reihe von Leta Blake? Die deutschen Leser dürfen sich freuen, bald erscheint nämlich die Übersetzung 🙂

wakeupmarrieddeutsch

Überraschend … verheiratet!

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Buchmessen

Ich habe in den letzten Wochen etliche Anfragen für Treffen bekommen – von Autoren und Lesern – was mich natürlich unheimlich freut. Allerdings musste ich diese alle absagen. Ich werde nicht auf der Frankfurter Buchmesse sein, nicht auf der BuchBerlin und auch nicht auf der kommenden Leipziger Buchmesse. Die BuchBerlin schneidet sich sowieso mit einer Veranstaltung, an der ich teilnehme.
Mir haben all diese Treffen über die Jahre hinweg unheimlich viel Spaß gemacht, aber die zurückliegende Buchmesse in Leipzig war – im Nachhinein betrachtet – für mich persönlich ein fataler Fehler, der mich in eine tiefe Krise gestoßen hat. Man könnte sagen, es war der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Deswegen werde ich erst mal an keiner Buchmesse mehr teilnehmen.

Die Masken fallen. Das Alphabet des Lebens wird neu geschrieben.“
(Ernst Ferstl)

Ich wünsche euch aber ganz viel Spaß, viele tolle Treffen und natürlich Unmengen an neuen Büchern und viele schöne Erinnerungen und Fotos 🙂

See you!

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dies & das #1: Gestaltenwandler und Neuzugänge

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Im Laufe der nächsten Wochen wird sich einiges auf „theworldofbigeyes“ verändern. Den Anfang macht eine neue Kategorie. In „dies & das“ fasse ich meine Facebookposts zusammen, damit es hier einerseits nicht so leer ist, bis ich wieder voll da bin, und zum anderen für alle Leser, die gerne einen großen Bogen um Facebook machen – was ich übrigens voll und ganz verstehen kann. An dieser Stelle möchte ich mich auch noch mal ganz herzlich zu dem Feedback zu „Toleranz endet nicht an der Grenze der eigenen Vorstellungskraft“ bedanken. Vielen Dank für die Kommentare, Mails, PNs auf Facebook und die ganzen persönlichen Worte. Eure Schicksale haben mich sehr berührt und ich wünsche allen, die selbst oder im Familien- oder Freundeskreis betroffen sind, viel Kraft und alles Gute ❤

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empfehlung

prideDie letzten zwei Wochen hat mich eine Gestaltenwandlerreihe begleitet. Der erste Teil von Whitedell Pride ist bereits auf Deutsch erschienen. Ich hab mich direkt an das Original gehalten, da gibts nämlich schon 22 Bände. Ich bin derzeit bei Band 11 und kann sie jedem Gestaltenwandlergeschichtenliebhaber (was für ein langes Wort) nur empfehlen. Sie ist nicht wirklich spektakulär, es gibt dafür aber viele toughe Alphas, süße Gefährten, Herzschmerz, Dramen und einige Bösewichte, die den Pärchen im Weg stehen.

Deutsche Übersetzung: Jamie

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Neuzugänge

Prints

Die letzten Wochen sind zwar Unmengen Ebooks auf meinem Reader eingezogen, dafür aber keine Prints. Ich hab mir deshalb eine ellenlange Liste mit „must have“ – Prints eingerichtet, die ich nun nach und nach abarbeite 🙂  Gestern sind die beiden ersten eingetroffen.

ANEIRYN“ von Jona Dreyer / Riley Greene hat mich tagelang gefesselt. Ich bin Riaghán verfallen Ich hoffe, Halvor kann mit ihm mithalten, der schlummert nämlich schon auf meinem Kindle.

„Counting Daisies“ war ein absolutes Muss. Nach „Broken“ ist Nicola Haken definitiv eine meiner Lieblingsautorinnen. Außerdem ist das Cover in natura wirklich schön.

Toleranz endet nicht an der Grenze der eigenen Vorstellungskraft

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Ihr habt lange nichts mehr von mir gehört, um genau zu sein, fast drei Monate. Das hatte natürlich seinen Grund. Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Post online stellen soll oder nicht. Ich habe noch nie etwas derart Privates auf meinem Blog veröffentlicht, allerdings liegt mir dieses Thema sehr am Herzen und ich finde es erschreckend, dass es immer noch ein Tabuthema in unserer aufgeschlossenen Gesellschaft ist. Es geht mal nicht um Bücher oder das Gay – Genre, aber um Toleranz. Für die kämpfen wir doch alle. Und manchmal kann diese Toleranz auch Leben retten.

Erinnert ihr euch an „Broken“? Das Buch habe ich vor einiger Zeit vorgestellt. Es geht um einen Mann, der seit seiner Kindheit mit Depressionen kämpft. Ich lebe seit mehreren Jahren damit und habe vor kurzem einen guten Freund an eben diese Erkrankung verloren. Er hat sich mit gerade mal 32 Jahren das Leben genommen, weil er nicht „normal“ war. O-Ton seiner „gesunden“ Freunde.

Depressionen sind schwer in Worte zu fassen. Etwa 200 Millionen Menschen leiden weltweit unter dieser Krankheit. In Deutschland sind es ca. 5%, das entspricht ungefähr 4 Millionen Menschen (Quelle: Deutsche Depressionshilfe). Und genau so viele verschiedene Krankheitsverläufe gibt es auch. Ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen, aber eines kann ich euch sagen – Depressionen sind die Hölle, Selbstzerstörung auf Raten, ein dunkles Loch, ein Monster, das dir Lügen einflüstert. Viele glauben, dass man dabei trauert und sich einfach nur zusammenreißen muss. Das ist allerdings weit von der Realität entfernt. Natürlich ist man auch traurig, aber das ist nur ein Bruchteil dessen, was man fühlt, wenn man in eine Depression hineingleitet oder auch schlittert, wenn man mitten drinsteckt und wenn man dabei ist, herauszuklettern. Jeder Mensch erlebt Depressionen anders. Bei mir hat es mit einem allgemeinen Unwohlsein begonnen. Innere Unruhe und Niedergeschlagenheit. Es ist vermutlich eine ganz normale Reaktion, dass man versucht, etwas dagegen zu unternehmen. Man sucht nach einer Lösung, um wieder auf ein zufriedenes Level zu kommen. Aber das ist ein Wunschdenken. Irgendwann kommt der Fall. Und der ist tief und vor allem schmerzhaft und plötzlich sitzt man in dieser Schwärze und ist wie betäubt. Und dann kommt die Erkenntnis. Alles ist dunkel, der letzte Funken Hoffnung erloschen. Die einfachsten Dinge werden zu unüberwindlichen Hindernissen, man ist müde, entsetzlich müde und hilflos wie ein kleines Kind. Ich bin in dieser Zeit nicht dazu in der Lage, mich zu schützen. Alles dringt ungefiltert und ungehindert auf mich ein. Kurze Zeit später erstarrt man dann fast schon innerlich. Depressionen sind ein Quell an kontroversen Gefühlen. Deshalb muss ich mich zurückziehen, um mich zu schützen. Das ist ein Teufelskreis. Man fühlt sich wie der letzte Dreck. Unnütz, ungeliebt, unverstanden, wertlos. Und das ist nur ein winziger Teil der Symptome und Auswirkungen.

Wusstet ihr, dass alle 40 Sekunden ein Mensch durch Selbstmord ums Leben kommt? Es scheint für viele – nicht für alle – der letzte Ausweg aus der Depression oder auch anderen belastenden Situationen (z.Bsp. Mobbing oder ein Trauma ) zu sein (Quelle: Preventing suicide). Für mich war es das auch. Ich hab mich intensiv damit auseinandergesetzt. Möglicherweise hat mich die Depression auch zu meinem Studium gebracht. Als der Prof in der ersten Anatomievorlesung erklärt hat, wie man sich selbst am effektivsten in den Kopf schießt – das machen nämlich viele falsch – habe ich damit begonnen, alles in mich aufzusaugen. Möglicherweise hätte ich etwas ganz anderes studiert, wäre mir die Krankheit nicht in den Weg gekommen. Ich sehe jeden Tag die 15cm lange Narbe an meinem Unterarm. Es gibt Tage, da bin ich froh, dass ich vor 8 Jahren nicht verblutet bin, es gibt leider auch Tage, da könnte ich mir selbst in den Hintern treten, diese Chance vermasselt zu haben. Ihr seht, Depressionen und Depressive sind unheimlich kompliziert.

Wenn ich an meinen verlorenen Freund denke, dann bin ich traurig und auch sauer. Dieses junge Leben ist einfach ausgelöscht, dabei bestand doch die Möglichkeit, dass alles wieder gut wird. Und das alles nur, weil er normal sein wollte und es nicht konnte, weil er eben krank war. Weil sich andere Menschen anmaßen, jemanden verurteilen zu dürfen, der krank ist. Weil die Krankheit oft nicht als das wahrgenommen wird, was sie ist. Eine Krankheit, die u.a. auch zum Tod führen kann. Aber was ist denn schon normal? Meiner Meinung nach gibt es keine allgemeingültige Definition von „normal sein“. Es gibt gesellschaftliche Normen, an denen man sich orientieren kann, aber nicht muss. Normal ist das, was für einen selbst am besten ist. Was ist normal? Ein Haus im Grünen mit weißem Lattenzaun und den statistischen 1,6 Kindern oder die kleine 1 – Zimmerwohnung in der Großstadt? Realist oder Träumer? Seriöser Bankangestellter oder risikofreudiger und abenteuerlustiger Backpacker? Dick oder dünn? Groß oder klein? Welche Krankheit ist gesellschaftsfähig? Krebs oder MS oder doch Diabetes mellitus oder eher KHK? Normal ist relativ!

Es geht nicht darum, dass man sich in die Lage eines depressiven Menschen hineinversetzen kann, das ist schließlich nicht möglich, wenn man nicht selbst daran leidet. Ich kann mir nicht mal annähernd vorstellen, wie sich ein Krebs – oder MS – Patient fühlt. Wenn man es nicht selbst erlebt hat, dann kann man die Ängste, Probleme und Emotionen, die mit den Erkrankungen einhergehen, nur schwer nachfühlen. Man kann allerdings darauf achten, wie man sich Betroffenen gegenüber verhält, wie man sich über die Krankheit äußert und wie ernst man diese nimmt.

Das Problem

Zwischen Depressiven und Nicht – Depressiven besteht eine große Kommunikationslücke. Beide Seiten sind überfordert. Was ja auch nur allzu verständlich ist. Wie man da am besten vorgeht ist schwer zu sagen. Es hilft schon, wenn jemand da ist, auch wenn man am liebsten alleine wäre. Depressionen führen oft zu Isolation. Man kann nicht mehr mit Menschen umgehen, sie kaum noch ertragen, also zieht man sich zurück. Wenn es mir schlecht geht, dann verstumme ich, rede tagelang kein Wort und musste mich deshalb schon von anderen mit Vorwürfen und Anschuldigungen konfrontieren lassen, ohne mich wehren zu können, weil ich in dem Moment nicht ausdrücken kann, was in mir vorgeht. Das ist frustrierend und verletzend.

Was tun?

An die Betroffenen: Holt euch Hilfe. Scheut nicht davor zurück zum Arzt zu gehen oder eine Therapie zu machen. Das kann euer Leben retten. Wenn ihr keinen Ausweg mehr seht, dann wendet euch an jemanden an, der euch nahesteht oder an die Telefonseelsorge und bittet um Hilfe. Auch wenn es nicht danach aussieht, das Leben geht weiter. Wichtig ist nur, nicht aufzugeben.

An die Angehörigen und Freunde: Seid einfach da, sprecht dem Betroffenen Mut zu und bietet eure Unterstützung an. Wunder könnt ihr leider nicht vollbringen. Habt Geduld, haltet euch aber mit Ratschlägen und Vorwürfen zurück. Es geht an die Nieren, aber damit erreicht man wirklich nichts. Wendet euch an einen Arzt, wenn ihr nicht weiterwisst.

Vorurteile

Ein ganz großes Problem sind die Vorurteile, die viele im Bezug auf Depressionen haben. Sie sind – obwohl es schon große Fortschritte gab – immer noch ein Tabuthema, dessen Tragweite vielen Menschen nicht klar ist. Sie werfen mit Halbwissen um sich und verspotten Betroffene (un)absichtlich.
Stell dir vor, da sitzt ein Freund neben dir, der im Verborgenen mit dieser Krankheit kämpft und seit Wochen überlegt, ob er es dir sagen soll, und dann kommst du und lässt deine vielleicht wenig schmeichelhafte Meinung zu diesem Thema ab. Ich habe diese Erfahrung schon gemacht. Während meiner Studienzeit saß ich mit einigen Kommilitonen zusammen, als das Thema auf selbstverletzendes Verhalten kam. Ich war schockiert. Der Grundton war durchweg spöttisch bis fies. Von Empathie oder Verständnis fehlte jede Spur. Auch wenn mal selbst nicht davon betroffen ist, muss doch klar sein, dass das so gut wie niemand einfach so aus Spaß macht.

– Depression ist keine Krankheit. Reiß dich doch einfach mal zusammen! Traurig ist jeder mal.
– Einmal depressiv, immer depressiv.
– Depressiv wird nur, wer vorher schon psychisch labil war.
– Depressive wollen Aufmerksamkeit erzeugen.
– Depressive liegen den ganzen Tag im Bett und heulen.

Wenn ich so was höre oder lese, dann kann ich nur noch müde lächeln. Nichts davon ist auch nur im Ansatz wahr. Depression sind – bis auf wenige Ausnahmen – heilbar, manche Menschen haben jedoch ein erhöhtes Rückfallrisiko, manchmal liegt es aber auch einfach an der fehlenden oder mangelhaften medizinischen und therapeutischen Versorgung. Es ist eine Krankheit wie jede andere, wenn auch etwas abstrakter, aber sie geht ebenfalls oft mit körperlichen Symptomen einher, die sich in Herz-Kreislaufstörungen, Magen – und Verdauungsstörungen, Essstörungen, Schlafstörungen und Schmerzen niederschlagen. Depressionen können jeden treffen, in jedem Alter und in jeder sozialen Stellung – vom Manager bis zum Obdachlosen. Viele Depressive bewältigen ihren Alltag trotz ihrer Erkrankung. Vielen sieht man nicht mal an, dass etwas nicht stimmt. Man lernt mit der Zeit, wie man sich selbst austricksen kann, um das eigentlich Unmögliche möglich zu machen. Man rappelt sich auf, auch wenn es nur wenige Zentimeter sind, und funktioniert. Manchmal schafft man es nicht, aber das ist völlig in Ordnung. Man darf auch mal liegen bleiben. Wichtig ist nur, dass man wieder aufsteht.

Wie gesagt, ich bitte euch nicht darum, Depressionen verstehen zu können. Denkt einfach daran, dass es einen Menschen in eurem direkten Umfeld geben könnte, der an dieser Erkrankung leidet oder jemanden dadurch verloren hat, bevor ihr etwas sagt, das ihr hinterher bereuen könntet oder schlimmer noch, fatale Auswirkungen hat. Viele Depressive kämpfen um ihr Leben, da kann ein Wort ausreichen, um denjenigen endgültig über die Klippe zu katapultieren.

Ich hatte die letzten Monate selbst wieder einmal damit zu kämpfen. Und jetzt stehe ich wieder, wenn auch noch auf ziemlich wackligen Beinen, denn so eine Krise kostet enorm viel Kraft, wenn man nebenbei noch versucht, seinen Pflichten und seiner Arbeit nachzukommen. Ich hoffe, dass wir nun wieder mehr voneinander hören, das Bloggen hat mir nämlich sehr gefehlt 🙂

See you!

Ways to

Links:
WORLD HEALTH ORGANIZATION
TelefonSeelsorge
Deutsche Depressionshilfe