Selbstversuch

Bücher sind meine absolute Leidenschaft und neben dem Lesen, schreibe ich auch ein bisschen. Hier mal ein kleiner Abriss meiner Geschichte! Würde mich über konstruktive Kritik freuen.

>> Es war soweit. Mia blieb stehen als sie die perfekte Stelle gefunden hatte. Sie legte die Hände auf die Brüstung der Mauer und lehnte sich über den Rand. Unter ihr lag der Neckar, der von einer dicken Eisschicht überzogen war. Die letzten Wochen war es kalt gewesen, sehr kalt. Das würde jetzt von Vorteil sein. Die Eisdecke glitzerte im Mondlicht wie ein Teppich voller Diamanten, hart und kalt. Sie hob den Blick und ließ ihn schweifen. Bis auf ein paar vereinzelte Autos, die in einiger Entfernung die Brücke überquerten und ein paar Betrunkene, war sie allein. Die meisten waren bei diesem eisigen Wetter in den eigenen vier warmen Wänden geblieben. Gut für sie. Zeugen konnte sie nicht gebrauchen. Entschlossen schwang sie sich auf die Brüstung und ließ die Beine baumeln. Sie fror erbärmlich und ihre Stimmung schwankte zwischen Vorfreude und Verzweiflung. Auf der einen Seite verspürte sie eine unglaubliche Vorfreude, denn nun würde es endlich ein Ende haben. Auf der anderen Seite hatte sie Angst, schreckliche Angst, dass es nicht klappen würde. Wieder einmal nicht. Dass sie immer noch in diesem Leben und vor allem in diesem Körper gefangen sein würde, zusammen mit dieser Krankheit, die sie dazu zwang sich selbst zu zerstören. Langsam und qualvoll. Nein, dieses Mal musste es einfach klappen. Der Aufprall auf dem Eis würde hoffentlich schon einen Großteil der Arbeit übernehmen und ihren Körper lebensgefährlichen Schaden zufügen. Den Rest würde dann hoffentlich das eisige Wasser erledigen. Mia blickte sich noch einmal und rutsche an den Rand der Brüstung, holte tief Luft und hielt plötzlich inne als sie aus dem Augenwinkel einen schwarzen Schatten neben sich vorbei huschen sah. Sie drehte sich um und da war, wie zu erwarten, nichts. Absolut nichts. Sie verlor den Verstand. Und das war schlimmer als alles andere. Sie hätte es vermutlich noch ein paar Wochen oder vielleicht sogar ein paar Monate in ihrer eigenen kleinen Hölle ausgehalten, aber die letzten Wochen hatten ihr den Rest gegeben. Verschwundene Gegenstände, Stimmen und Geräusche, die aus dem Nichts zum kommen schienen hatten sie an ihrem Verstand zweifeln lassen. Das Schlimmste war jedoch eine Begegnung der besonderen Art. Sie hatte in der Küche am Tisch gesessen und wieder einmal eine ihrer einsamen Abende verbracht, als sie plötzlich eine Bewegung am Fenster bemerkte. Es war schon dunkel und dennoch sah die ihn genau vor sich. Einen Mann mit kahlem Schädel, leuchtend roten Augen und einem hämischen Grinsen im Gesicht. Eine Sekunde später war er verschwunden. Einfach so. Und sie lag am Boden in den Armen der heftigsten Panikattacke ihres Lebens. Fast eine Woche lang hatte sich ihr rationaler Verstand in den hintersten Winkel zurückgezogen und als sie schon keine Hoffnung mehr hatte, tauchte er mit einer letzten retten Idee auf: dem Tod.<<

Veröffentlicht in: News

9 Gedanken zu “Selbstversuch

  1. Cordi schreibt:

    ….wäre es der Klappentext eines fertigen Buches….ich würd’s kaufen!
    Liest sich sehr gut! =)
    LG
    Cordi

  2. Sandra S. schreibt:

    Wow, der Text klingt sehr interessant! Es liest sich flüssig und man kommt gut rein. Ein bisschen aufpassen solltest du mit Wortwiederholungen – aber du wirst sicher in einem tollen Lektorat landen, die dir das austreiben 😉
    Lg
    Sandra

  3. swantjeberndt schreibt:

    Angemessen düsterer Anfang! Bin gespannt, wie die Geschichte weitergeht. 🙂

    Liebe Grüße,
    Swantje

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