Special: Die andere Seite

Liebe Leser,

wie der Titel schon vermuten lässt möchte ich euch gerne ein Genre vorstellen und näher bringen, das hier auf dem Blog schon öfter vertreten war und bei euch Leser sehr verschiedenst ankam. Es geht um das „Gay-Genre“, das ja zur Zeit richtig boomt. Auf Lovelybooks gab bzw. gibt es gerade tolle Leserunden zu Gay-Romanen.

Und ich kann euch dieses Genre nur wärmstens ans Herz legen, denn es ist toll.

Da ich einige E-Mails von euch Lesern bekommen habe und auch ein paar meiner Freundinnen total unsicher sind und nicht wissen, ob sie sich an das Genre herantrauen sollen und ob es ihnen überhaupt gefällt, habe ich mir gedacht, dass ich ein kleines Special veranstalte für alle, die sich noch unsicher sind – und vielleicht findet der ein oder andere ein neues Lieblingsgenre. Und ich durfte 2 tolle Autorinnen dieses Genres mit Fragen löchern: Swantje Berndt/ S.B. Sasori und Inka Loreen Minden.

Und nun:

Willkommen auf der anderen Seite!

Ich selbst bin im Frühjahr letzten Jahres auf dieses Genre aufmerksam geworden und zwar indirekt durch die Black Dagger Reihe. Da taucht dieses Thema schon relativ früh auf mit der besonderen Verbindung von Butch und V und später dann mit Blay, Quinn und Saxton. Im März kommt dann der 11. Band „Lover at Last“ raus, in dem es um die Liebesgeschichte von Blay und Quinn geht. Bin total gespannt darauf, wie J. R. Ward diese Liebesgeschichte gestaltet 🙂

Da ich von Natur aus sehr neugierig bin habe ich mir dann gleich ein Buch aus dem Genre gekauft und nur so verschlungen. Und aus dem einen sind dann sehr viele geworden!

Lese ich gerade

ushergrey

Gelesen:  

bloodinmindsobloodyfarsong-blood

A road to a fantasy landscape with a castle on a hilljenseits-der-eisenbergediesaatderfinst

gefangen-im-zwielicht-rankbeim-ersten-sonnenstrahlschlangenfluch--samuels-versuchung

Auf dem SuB

  dergefährte ewiges-blut-bd-1nayidenmond

Was zeichnet dieses Genre aus?

Ehrlich gesagt ist es nicht anders als alle anderen Genres auch, außer, dass es sich bei dem jeweiligen „Liebespaar“ um zwei Männer handelt.

Was mir persönlich aber aufgefallen ist und mich absolut jedes Mal auf ein neues sprachlos zurücklässt, ist das Spiel mit den Emotionen. Die scheinen in diesem Genre, zumindest für mich, teilweise deutlich ausgeprägter als bei anderen Genres. Da es einer meiner „Standartsätze“ bei Rezensionen ist, wissen vermutlich alle, dass es mir sehr wichtig ist, dass ein Buch Emotionen transportiert. Und mal ganz ehrlich: Ich hab bei jedem der Bücher weinen müssen! Sei es weil es so schön oder weil es so traurig oder ungerecht war. Alle diese Bücher haben mich bisher umgehauen!!!!!

Vor allem dieses Spiel mit den zarten und harten Tönen hat es mir angetan. Höchste Höhen und tiefste Tiefen. Es gibt Bücher, die sind einfach nur wundervoll – totale Wohlfühlbücher. Darunter fällt für mich im Besonderen „Beim ersten Sonnenstrahl“ von Inka Loreen Minden. Die Geschichte um Zahar und David ist wie eine Tasse Kakao. Heiß, süß und man will sie wieder und wieder. Dieses Buch ist der perfekte Einstieg in das Genre. Auch „Gefangen im Zwielicht“ von Verena Rank schlägt eher ruhigere Töne an. Ich habe es vor kurzem gelesen und war begeistert, nicht nur wegen der Vampire sondern auch wegen der süßen Liebesgeschichte der beiden Protagonisten.

Aber es gibt auch Bücher, die sich sehr schwierigen Themen wie Gewalt und Missbrauch zu wenden. Dazu zähle ich vor allem die „Blood Trilogie“ von Sandra  Busch, die „Eisen-Trilogie“ von Sandra Gernt und „Schlangenfluch“ von S.B. Sasori. Alle drei Autorinnen beherrschen das Spiel der Emotionen von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt. Nichts für schwache Nerven! Dennoch passt die Mischung dieser beiden Extremen perfekt.

Die Eisen-Trilogie war eine der ersten Reihen, die ich aus dem Genre gelesen habe. Die Geschichte entführt in eine vergangene Zeit mit völlig anderen Standesverhältnissen. Eine Geschichte voll Gewalt, Intrigen und Tod. Aber auch eben um eine verbotene, alles überwindende Liebe. Die Blood-Trilogie hat wirklich an meinen Nerven gezehrt. So schön und so brutal – eine explosive Mischung. Schlangenfluch ist eines der Bücher, die mich absolut überrascht haben. Vor allem die Idee mit der Schlangenhaut, die eine Hälfte von Samuels Körper überzieht, finde ich toll. Und ganz ehrlich: Ich hab mich ein bisschen in Samuel verliebt 🙂 Ich kann es kaum erwarten bis Band 2 erscheint und Ritter Laurens seinen Drachen reitet!

Die Liebesgeschichten sind allesamt soooooo schön und natürlich gibt es auch sehr viele erotische Szenen, je nach Autor mal mehr oder weniger ausführlich beschrieben. Und mal ehrlich meine Damen: Hier gibt es nicht nur ein männliches Prachtexemplar sondern gleich zwei  und wer würde da schon Nein sagen 🙂

Das war jetzt nur eine kleine Auswahl, aber ich kann euch versichern, dass für jeden was dabei ist: Historie, Fantasy, Romantik, Crime und und und….

♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥

Interview mit Swantje Berndt/S.B. Sasori und Inka Loreen Minden

BigEyes: Erstmal vielen lieben Dank, dass ich euch ausfragen durfte! Wie seid ihr dazu gekommen Gay-Fantasy-Geschichten zu schreiben? Gab es ein Schlüsselerlebnis?

  • Swantje:  Für „Das Biest in ihm“ hatte ich in der Nebenrolle ein schwules Pärchen, von dem die meisten LeserInnen absolut begeistert waren. Auch in „Der Tod und die Diebin“, der im Mai erscheinen wird, aber schon vor einem Jahr geschrieben wurde, habe ich in den Nebenrollen mit diesem Motiv gespielt. Es war also einfach nur fair von mir, endlich mal eine Liebesgeschichte über zwei Helden zu schreiben.  Davon abgesehen ist es mir als Autorin schnurz, wer wen wie, wo und wann liebt. Hauptsache ist, dass überhaupt geliebt wird. Ich kann es ja mal pathetisch ausdrücken … Wenn sich zwei Seelen finden, ist das Leben nicht so kleinlich wie wir Menschen. Es packt die beiden Kandidaten zusammen und was nicht passt, wird passend gemacht. Liebe ist ja zum Glück sehr flexibel und der menschliche Körper ist auch recht anpassungsfähig.
  • Inka: Ich hatte eine zeitgenössische Geschichte meiner Kollegin Nicole Henser gelesen und war sofort angefixt. Allerdings habe ich nicht gleich Fantasy geschrieben, zuerst gab es ebenfalls ein paar zeitgenössische Geschichten, danach folgten einige historische.

BigEyes: Was reizt euch an dem Genre?

  • SwantjeBevor ich mich mit Schlangenfluch befasst habe, war mir gar nicht klar, dass es das Genre gibt. Mich reizt an ihm in erster Linie das, was mich auch an anderen Genres und guten Geschichten reizt: große Gefühle, gnadenlos skrupellose Schurken, eine Welten erschütternde Liebe, die Stärke, alles zu überwinden, was der gemeinsamen Liebe im Weg steht. Ich bin Romantikerin, ich spreche wahrer Liebe magische Fähigkeiten zu.
  • Inka: Ich mag das Genre, weil die Konflikte der Protagonisten intensiver sind, die Hürden höher und ich kann meine Figuren mehr leiden lassen. Daher siedle ich meine Storys auch gerne im alten England an, als Homosexualität (damals Sodomie genannt) noch streng verboten war. Zu machen Zeiten stand darauf sogar die Todesstrafe!

BigEyes: Was ist schwerer zu schreiben? Eine Liebesgeschichte zwischen Mann und Frau oder eine zwischen zwei Männern?

  • SwantjeBeides ist für mich gleich schwer oder leicht zu schreiben. Sich in die sinnlichen Szenen zu versetzten ist immer eine Herausforderung, für jeden Autor. Im Falle einer homoerotischen Liebe kommt einfach noch etwas mehr Recherche hinzu.
  • Inka: Mir fällt zum Glück beides gleich leicht. Hauptsache, Liebe, da ist es egal, wer mit wem, solange kein Dritter zu Schaden kommt.

BigEyes: Lest ihr persönlich viel aus dem Genre und habt eine Leseempfehlung?

  • Swantje: Leseempfehlungen habe ich zur Zeit viele. Gerade im Moment finden zeitgleich drei sehr schöne Leserunden bei LovelyBooks zu diesem Thema statt. (Beim ersten Sonnenstrahl, Mecklenburger Winter, Wolfsinstinkt). Im Zweifel einfach mal im Dead Soft Verlagsangebot stöbern. Allerdings finden sich auch bei den Indie-AutorInnen eine Menge guter Geschichten zu diesem Thema. Auf diesem Gebiet bin ich Leseproben süchtig geworden.
  • Inka: Früher habe ich sehr viel aus dem Genre gelesen, deutsche Autoren und meine englischsprachigen Kollegen, doch seit ein paar Jahren habe ich so viele Termine, dass ich kaum noch zum Lesen komme. Eine konkrete Empfehlung habe ich nicht, weil es mittlerweile so viele schöne Gay Romances gibt, da fällt die Auswahl schwer.

BigEyes: Wie geht euer Umfeld und eure Leserschaft damit um? Gab es Ablehnung?

  • SwantjeWenn es Ablehnung gab, wurde mir das nicht zugetragen. Davon abgesehen schreibe ich was ich will. Wer es mag … immer zu! Kommt ran, traut euch und genießt. Wer nicht … okay, hat mich trotzdem gefreut, euch kennengelernt zu haben. Aber viele meiner LeserInnen lesen sowohl die Romane, die unter „Swantje Berndt“ erscheinen, als auch die, die unter „S.B. Sasori“ veröffentlicht werden.
  • Inka: Ich hab bisher überwiegend Positives erlebt. Ab und zu kommen natürlich Fragen, warum eine Frau »so was« schreibt, aber dazu kann ich nur sagen: Ein Mann ist heiß, zwei sind eben heißer, und wie gesagt: Ich mag die stärkeren Konflikte, die reizen mich als Autorin mehr, denn einfach mag ichs nicht.

BigEyes: Schönstes Lob und heftigste Kritik zu „Schlangenfluch“ und „Beim ersten Sonnenstrahl“! 

  • Swantje:  Eine heftige Kritik habe ich nicht bekommen. Eine Rezension war schlicht und ergreifend einfach nur flach und ließ durchblicken, dass sie der Rezensent „heruntergeschrieben“ hat. Das schönste Lob kam von einer Leserin, die mir verraten hat, dass sie sich an Laurens Seite in Samuel verliebt hat. Da hat mein Herz höher geschlagen. Genau so müssen gute Geschichten gelesen werden.
  • Inka: Schönstes Lob: natürlich immer die begeisterten Feedbacks meiner Leser, außerdem habe ich mich riesig gefreut, dass dieser Roman von mehreren Bloggern zum Buchhighlight des Jahres 2012 gekürt wurde! Kritik kam zu diesem Buch zum Glück noch keine und wenn dann wohl eher von meiner strengen Lektorin. Aber ihre Kritik sauge ich immer auf wie ein Schwamm, da ich mich weiterhin stets verbessern möchte. Daher nehme ich Kritik, soweit sie wirklich konstruktiv und ernst gemeint ist, immer gern entgegen.

BigEyes: Was glaubt ihr ist der Grund dafür, dass sich viele Leser nicht an das Genre heran trauen? 

  • SwantjeIch wusste nicht, dass sich viele LeserInnen nicht an das Genre trauen. Meist wird es von Frauen gelesen. Frauen lieben Sinnlichkeit und Romantik, Erotik und „große“ Schicksalsgeschichten. Gay-Romance ist demnach für sie geschaffen
  • Inka: Weil sie es gar nicht kennen. Ich hatte früher auch keine Ahnung, dass es solche Geschichten gibt. Aber langsam wissen »die da draußen« Bescheid und Gay Romances werden salonfähig. Ich durfte sogar schon zwei Gayschichten für zwei Großverlage schreiben, was mich sehr gefreut hat!

BigEyes: Letzte Worte für Skeptiker und Zweifler:

  • Swantje: Ganz einfach. Zweifelt nicht! Warum der Liebe misstrauisch gegenüberstehen, nur weil sie sich mal in einem anderen Gewand präsentiert? Seien wir nicht kleinlich. Das Leben ist tolerant, die Natur ist es auch und die Liebe ist, wie auch immer sie sich zeigt, das Schönste, was ein Mensch fühlen kann.

BigEyes: Vielen lieben Dank, dass ihr bei meinem kleinen Special dabei wart. Für alle, die noch keine Gay-Geschichte gelesen haben und noch unsicher sind – probiert es aus. Es gibt nichts zu verlieren und vielleicht hat der ein oder andere bald ein neues Lieblingsgenre so wie ich!!!!

2 Gedanken zu “Special: Die andere Seite

  1. Shou schreibt:

    Ich persönliche kenne einige Bücher aus dem Gay – Bereich und liebe sie. Die von Justin- C. Skylark finde ich toll und natürlich – wie du schon erwähnt hast – aus dem Black Dagger Universum. Die Bücher verschlinge ich regelmässig und ich freu mich auch auch schon sehr auf den Teil der Geschichte zwischen Blay und Quinn.
    zudem hast du mir jetzt glaube ich gerade neuen Stoff für meinen Wunschzettel gegeben. *lol*
    Liebe Grüße
    Shou

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