Rezensionen oder „Wir ziehen in den Krieg“

rezensionenkrieg

Rezensionen sind das Handwerk von uns Bloggern und von passionierten Lesern, die einfach gerne ihre Meinung über ein Buch kundtun wollen. Rezensionen dienen zum Bekanntmachen von Büchern, aber natürlich auch dazu, dass der zukünftige Leser eine Chance hat, sich vorab über das Buch seines Interesses zu informieren.

Leider muss ich sagen, dass mir in den letzten Monaten einige negative Entwicklungen im Bezug auf Rezensionen aufgefallen sind. Es wird geklaut, gestänkert, runtergemacht und angegriffen.

Rezensionen zu klauen ist für mich unterste Schublade. Wo ist die eigene Meinung hin? Mir ist das jetzt schon mehrfach passiert, dass ich durch Zufall auf meine eigenen Rezensionen gestoßen bin, die unter anderem Namen veröffentlicht wurden. Es kann doch nicht so schwer sein, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese wiederzugeben und vor allem muss doch klar sein, dass es sich hierbei um das geistige Eigentum des Rezensenten handelt. Auch die Ausreden sind sehr kreativ. Von „tut mir Leid, das wusste ich nicht“ bis zu „würde ich alle Bücher selbst rezensieren, die ich lese, käme ich gar nicht mehr zum Lesen“. Was soll einem dazu noch einfallen?

Interessant ist auch, dass viele Rezensionen schlecht gemacht werden. Vor allem auf Amazon. Da werden die guten Rezensionen bzw. ausführlich argumentierten Rezensionen abgewertet. Die Qualität der Rezension hängt natürlich nicht von der Länge ab, aber man merkt schon, wer sich Mühe gegeben hat. Und oftmals, werden genau diese Rezensionen mit „nicht hilfreich“ bewertet und zwei Zeilen Rezensionen mit „hilfreich“. Warum? Es werden auch gerne Rezensionen genutzt um Autoren zu schaden. Da wird dann eine regelrechte Fehlersuche betrieben und das Buch genau unter die Lupe genommen, um auch die kleinste Unstimmigkeit zu finden. Dazu sollten Rezensionen aber nicht herhalten müssen.

Interessanter Weise habe ich auch schon mehrfach Emails bekommen in denen mir vorgeworfen wird, dass ich manchen Autoren absichtlich 5 Sterne Rezensionen geben würde? Warum sollte ich das tun? Bekomme ich dann irgendwelche Vorteile oder sogar was geschenkt? Ich glaube sowas hat keiner nötig. Und ich auch nicht. Ich habe meine eigene Meinung und wenn mir ein Buch nicht gefällt sage ich das auch offen. Bücher sind Geschmackssache. Natürlich sollte man hier auch mit dem gebührenden Respekt an die Rezension herangehen, denn ein Buch zu schreiben ist sehr viel Arbeit und nur weil einem das Buch nicht gefällt, muss man nicht ausfallend werden. Was ja leider nicht jeder beachtet. Natürlich sehe ich über den ein oder andere Fehler oder eine kleine Unstimmigkeit hinweg, das passiert auch den ganz Großen. Wichtig sind für mich nur zwei Dinge: Hat mich das Buch gefesselt und berührt.

Aber nicht nur andere Rezensenten sind teilweise unverschämt, sondern auch Autoren. Vor Kurzem erst habe ich eine nette Reaktion einer Autorin bekommen, die sich über meine Rezension aufgeregt hat. Dabei habe ich nicht mal schlecht bewertet, aber halt keine 5 Sterne vergeben. Wieso auch? Das Buch hat mich in keinster Weise gefesselt. Soll ich jetzt lügen? Jeder Autorin und jedem Autor ist doch von Anfang an klar, dass es auch Leser geben wird, die das Buch nicht mögen.

Rezensieren sollte Spaß machen, informativ sein und nicht in einen Krieg ausarten, bei dem man von allen Seiten aus beschossen wird.

Veröffentlicht in: News

7 Gedanken zu “Rezensionen oder „Wir ziehen in den Krieg“

  1. Carlin schreibt:

    Danke für das ehrliche und offene Feedback an viele, seltsame Leute auf dieser Welt. Ich schreibe auch gerne Rezensionen und teile lieber einem Verlag mit, dass es etwas länger dauert, bis sie online ist, als mir irgendwo eine fremde Meinung abzukupfern. Echt seltsam.. Naja, aber die Verlage sehen ja auch wer anständig ist und wer nicht und ich denke es ist Beweis genug, wenn man regelmässig für Rezensionen angefragt wird.

  2. mitaussicht schreibt:

    Was einige Leute scheinbar vergessen ist ja auch, dass Rezensionen so gesehen Kritiken sind. Und dass diese nicht immer nur positiv ausfallen, ist eigentlich von vornherein klar. Mir scheint, dass heute vielen Menschen vermittelt wird, sie hätten für alles großes Talent und jeder von ihnen könnte den nächsten Bestseller schreiben. Deshalb geht es mir am meisten auf die Nerven, wenn auf Rezensionen mit einem „Mach’s doch besser!“ reagiert wird. Da wird dem Rezensenten glatt die Fähigkeit zur Bewertung abgesprochen, nur weil er selbst keine Romane vorzuweisen hat. Welch ein Unsinn! Und Rezensionen klauen geht gar nicht. Danke für deine Meinung. 🙂

  3. bigeyes24 schreibt:

    Das Rumgezicke ist teilweise schon schwierig – vor allem aber macht es unsympathisch. Und ich kann dir nur Recht geben: Die Rezension ist eine Bewertung und die sollte eben auch Kritik enthalten. Kritik ist ja nicht dazu da, jemandem zu schaden, sondern eher auf etwas hinzuweisen. Und wenn diese gut und neutral argumentiert ist, sollte es ja auch kein Problem sein.

  4. Cappuccino-Mama schreibt:

    Da weiß ich wieder, weshalb ich keinen Blog habe – man steckt Herzblut in Rezis, die dann geklaut werden. Dabei ist dies kein Kavaliersdelikt, sondern Diebstahl geistigen Eigentums. Ich sitze an einer Rezi mitunter sehr viele Stunden, da kann man ruhig zickig werden, wenn einer meint, die Rezi klauen zu können, um von Verlagen oder Autoren kostenlos Reziexemplare zu bekommen. Von mir wurden zum Glück noch keine kompletten Rezis geklaut, aber ein- oder zweimal klang der Text an einigen Stellen schon sehr ähnlich.

  5. bigeyes24 schreibt:

    So kleine Ähnlichkeiten fallen mir auch immer mal wieder auf, aber da sehe ich noch hinweg, aber wenn die komplette Rezension Wort für Wort übernommen wird, ist das schon hart.

  6. Aletheia schreibt:

    Ich schreibe meine Rezensionen, weil ich Lesern Bücher ans Herz legen möchte, die mir selbst gut gefallen haben.
    Bei meinen Rezensionen gebe ich mir immer viel Mühe und investiere viel Zeit.
    Da wäre ich ganz schön sauer, wenn jemand meine Texte stehlen würde und ich kann auch gar nicht nachvollziehen wie man so etwas machen kann.
    Da ich nicht so häufig blogge und mein Blog auch nicht so viele Leser hat, bekomme ich selten Anfragen wegen Rezensionsexemplaren, aber das stört mich nicht.
    Ich bin Mitglied bei zwei Büchereien, nehme an Wanderbuchrunden teil und bin bei Lovelybooks und kaufe mir auch selbst Bücher und über diese Bücher schreibe ich dann.
    Wie ich meine Rezensionen schreibe und wie ich das jeweilige Buch bewerte, lasse ich mir von niemandem vorschrieben, auch von Autoren nicht.
    Zum Glück habe ich da bisher nur positives Feedback bekommen, was mich sehr gefreut hat.
    LG Aletheia

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