Monday thoughts #37 Qualität oder Masse?

Monday37Wenn ich mir so die Bücherblogs ansehe, dann frage ich mich immer öfter: Hat das Ganze eigentlich noch was mit dem Grundgedanken des Bücherteilens und der Bücherempfehlung/Rezension zu tun oder geht es nur noch um die Leserakquise? Und vor allem, bin ich noch im Trend oder gehöre ich schon zum alten Eisen? 

Ich weiß, dass ich meinen Blog nicht täglich fülle, aber neben dem Studium und dem Job habe ich auch noch ein Privatleben und vor allem habe ich jetzt auch angefangen zu schreiben. Aber ich versuche 2-3 Mal die Woche etwas zu posten oder auch öfters, je nach dem wie ich Lust und Zeit habe.

Neben anderen Blogs komme ich mir aber immer etwas nachlässig vor. Aber ist das wirklich so? Muss ich täglich etwas posten, jede noch so kleine Nichtigkeit? Für mich wäre das ehrlich gesagt nichts. Man kann seine Leser auch übersättigen. Teilweise werden 1-2 oder sogar mehr Rezensionen am Tag veröffentlich, manche schön geschmückt mit Rechtschreibfehlern und anzumerkender Unlust. Sollten es nicht vielmehr Rezensionen oder Beiträge sein, die hervorstechen oder denen man anmerkt, dass man sich Mühe gegeben hat? Die Arbeit der AutorInnen belohnen?

Die Jagd nach Lesern finde ich immer wieder amüsant. Das Lechzen nach Aufmerksamkeit ist teilweise schon grenzwertig. Ich hab mich schon mehr als einmal darüber aufgeregt, wenn ich meine Facebookseite öffne und erstmal erschlagen werde von Posts, bloß weil ein oder zwei Leute meinen ihre neue Rezension auf ca. 10 oder mehr Gruppen zu verteilen. Wenn man schon sooo viele Leser hat, dann sollten diese doch alleine auf die Seite finden, wenn sie sich denn dafür wirklich interessieren. Ich habe eine recht überschauliche Leserschaft, aber das stört mich nicht, denn dafür weiß ich, dass die meisten gerne meine Beiträge und Rezensionen lesen.

Ich bin auch immer wieder erstaunt, wie oft manche Gewinnspiele veranstalten. Für mich ist das was für besondere Anlässe und nicht um noch mehr Leser zu akquirieren. Jeden Tag gibts Aufrufe a la „noch 100 Follower bis zu Gewinnspiel“ oder „noch 50 Likes bis zum nächsten Gewinnspiel“. Da ist natürlich die Frage: Will ich wirklich 1000 Follower, die ich durch Gewinnspiele gewonnen habe, die meine Beiträge aber nicht lesen, sondern nur auf das nächste Gewinnspiel warten? Wem’s gefällt. Es gibt da ja aber auch Blogs, die es wirklich verdient haben. Die einen tollen Job machen – aber die sind wirklich selten.

Klar haben die vielen Follower auch Vorteile. Man bekommt z. Bsp. einen Presseausweis für die Buchmessen. Für die Frankfurter Buchmesse haben ich einen bekommen, die sind aber auch etwas großzügiger. Für die Leipziger Buchmesse hat es leider nicht gereicht, aber wenn ich wirklich dahin möchte, dann zahle ich auch die paar Euro.

Ich bin ganz klar der Meinung, dass Qualität immer noch die Masse schlägt und deshalb werde ich mich nicht ändern. Wenn das heißt, dass ich weniger Leser habe, keinen Presseausweis bekomme oder nicht ständig für Rezensionen oder Blogtouren angefragt werde, dann zahle ich diesen Preis gerne, denn er bedeutet: Freiheit. Ich kann mir aussuchen, was ich lesen möchte und muss mich nicht mit Büchern rumquälen, die ich bekomme und die so gar nicht meinem Geschmack entsprechen. Ich muss nicht ständig Gewinnspiele starten, um meine Leser zu halten und vor allem muss ich mich nicht abhetzen, um jedem gerecht zu werden.

13 Gedanken zu “Monday thoughts #37 Qualität oder Masse?

  1. Eve Flavian schreibt:

    Du triffst den Nagel auf den Kopf. Es geht immer noch darum, Spaß zu haben und ehrliches Interesse zu wecken! Man merkt, wenn jemand eine Rezension verfassen „muss“ oder ob derjenige sich ernsthaft mit der Geschichte befasst hat.
    Da kann ich nur sagen: Daumen hoch und weiter so!
    LG Eve Flavian

  2. Jessica Barnefske schreibt:

    Ich geb dir da vollkommen recht! Mein Blog ist jetzt fast ein Jahr alt!Und ich war am Anfang auch immer dran, Leser zu bekommen, sei es mit Gewinnspielen oder sonst was, aber das lag daran, das ich ihn einfach zeigen wollte.. Mittlerweile poste ich auch nicht mehr jeden Tag ich lasse mit mittlerweile auch zeit mit den Büchern.. Es gibt mittlerweile soviel Blogs wo ich wirklich manchmal denke das sie den nur haben um Bücher zu bekommen…Aber es gibt wirklich schöne blogs, wo man sieht das sie wirklich die Liebe zu den Büchern ausleben… Aber du hast vollkommen recht man muss sich nicht abhetzen um jedem gerecht zu werden… Ich habe im moment auch ein Gewinnspiel laufen, aber dieses ist nur weil ich meinen Lesern danken wollte, von meiner FB Seite und meinem Blog… Für mich ist es einfach auch zu stressig geworden , ich hab nach einer Zeit die Lust verloren… Es wurde einfach zuviel

    Aber dein Blog ist super mach weiter so!

    Hast einen Folger mehr

    Lg jessy

  3. Sabine K. schreibt:

    Wie gut, dass es noch Bloggerinnen wie Dich gibt 🙂

    Mein Leben hat das Lesen und das dazugehörige Bloggen auch dermaßen in den Hintergrund treten lassen…nun ja, ich denke auch, dass meine Leser mehr davon haben, wenn ich nicht schnell schnell was hinschmiere, als wenn ich Zeit und Muße habe, etwas zu schreiben, wo ich persönlich dann auch hinter stehen kann! Und wenns dann weniger ist, mein Gott, das Leben ist nicht immer Spaß und Wunschkonzert!

    Ich komme bei Dir fast täglich vorbei, ohne Gewinnspiel, einfach nur, weil ichs gern lese und es gibt bestimmt noch viel mehr Leser, bei denen es genauso ist! Wenn ich Gewinnspiele machen will, schau ich bei reinen Gewinnspielseiten *lach* Auf BUCHblogs erwarte ich in der Regel etwas anderes 😉

    Mach einfach weiter so, rechtfertigen brauchst Du Dich dafür nicht 🙂

    Liebe Grüße
    Bine

  4. hexe2408 schreibt:

    Daumen hoch für deinen Beitrag!
    Ich find es gut, dass man sich nicht verbiegen lässt. Mir ist auch eine gute Rezension lieber als ganz viele, nur so dahin geschmierte. Es hilft ja auch den Lesern nicht weiter, wenn die Rezension und die anderen Posts nichts aussagen.

  5. bigeyesramona schreibt:

    Als Dankeschön für die Leser ist ein Gewinnspiel total okay. Hab ich auch schon gemacht 🙂 Aber diese Massengewinnspiele haben nichts mehr mit dem eigentlichen Sinn eines Bücherblogs zu tun.

    Im Endeffekt ist es nur ein „Blog“ bzw. Hobby und keine Pflicht. Es soll Spaß machen und nicht stressen.

  6. sarahsuperwoman schreibt:

    Wo du einfach mal Recht hast 🙂 Ich habe andauernd ein schlechtes Gewissen, weil ich es nicht einmal schaffe normale Dinge, wie meine Gedanken aufzuschreiben und diese mit meiner Leserschaft zu teilen, da ich keinen reinen Buchblog führe. Für mich hat ein Blog, der sich ausschließlich um Bücher dreht, das heißt, dass man keine eigenen Gedanken aus seinem Leben preisgibt, irgendwie keine Seele.
    Man lässt jedes Mal nur Bücher sprechen oder schiebt diesen großen Baustein vor sich her. Dein Blog hat Seele, das seh ich immer wieder, auch wenn ich mich nicht groß äußere zu den Beiträgen. Trotz dessen treibe ich mich hier rum und finde es faszinierend, wie unterschiedlich Blogs sein können.
    Ich frage mich auch jedes Mal, wenn ich Rezensionen schreibe, ob das wie ich sie schreibe gut ist. Da ich nicht gerade diejenige mehr bin, die die Personen 100% durchkaut und die ganze Geschichte, sondern mir wirklich nur diese Sachen herauspicke, die mir im Kopf geblieben sind, die ich gefühlt habe an den und den Buchstellen. Die sind für mich wichtig und wenn sie mir wichtig sind, möchte ich das auch an meine Leser weitergeben, denn dann wissen sie warum ich es gut oder schlecht fand.

    Sehr schön geschrieben!

    Liebe Grüße,
    Sarah

  7. bigeyesramona schreibt:

    Ich versuche bei den Rezensionen auch nur meine Gedanken reinzubringen und das Gefühl, das ich beim Lesen hatte, zu vermitteln. Zweifel sind normal 😉

  8. sarahsuperwoman schreibt:

    Das ist gut 🙂 Ich weiß nicht wie man so viel über eine Person in einem Buch urteilen kann.. das ist ganz komisch. Find ich irgendwie.. ich mein, wir schreiben unsere Gefühle und Meinungen auf und sind nicht im Deutschunterricht und müssen alles analysieren, was unwichtig ist.

    Ein Glück, dass du mir das sagst.. manchmal zweifel ich sehr an dem, was ich tue :S

  9. kastaniesleseecke schreibt:

    Ich blogge in erster Linie für mich und nicht für andere 😉
    Wenn mein Geschreibsel dann anderen gefällt ist das natürlich schön, davon hängt aber nicht mein Seelenfrieden ab.
    Ich bin bei keinem dieser Vereinigungen, bei denen man dann ein Bildchen mit den x Followern auf seinen Blog platzieren kann, ich bin noch nicht einmal bei facebook… ;p
    Gewinnspiele gibt es bei mir, wenn ich Rezensionsexemplare nicht lesen möchte (dann kann sich wenigestens jemand anderes darüber freuen) oder aber wenn ich Anfragen von Autoren und Verlagen bekomme.
    Ich hasse Blog-Awards (weil die oft einfach wahllos verteilt werden) und folge Blogs, wenn sie mich interessieren und nicht wegen eines „Linktauschs“.

    Ich bin daher wie Du absolut gegen Masse und ziehe Qualität und „echte“ Follower vor!

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