‚Gay Friday‘ # 12 – Interview mit Simon Rhys Beck. Der ‚Dead Soft Verlag‘ ist zu Gast.

deadsoft

Heute hab ich nicht nur Simon Rhys Beck, sondern auch seinen Verlag „Dead Soft“, zu Gast.

Wer im Gay – Genre unterwegs ist, kommt schwerlich an diesem Verlag vorbei. Ich selbst habe schon etliche Bücher aus dem „Dead Soft“ Sortiment gelesen. Hier ist mal eine kleine Auswahl.

deadsoftliste

Die Bücher habe ich alle mit viel Freude gelesen und die ein oder andere Rezension dazu, findet ihr hier *klick*

Aber das ist natürlich nur ein winzig kleiner Ausschnitt aus dem Programm des Verlags. Wenn ihr ein bisschen stöbern und noch mehr interessante Bücher entdecken wollt, dann könnt ihr das hier im ‚Dead Soft Shop‘ machen *klick*

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Simon Rhys Beck ist natürlich nicht nur Verleger, sondern auch Autor. Diese Werke sind bereits von ihm im ‚Dead Soft Verlag‘ erschienen.

simonbücher

Ebenso einige Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien.

simonanthologien

Wer noch mehr über Simon und seine Bücher erfahren möchte, die auch teilweise in anderen Verlagen erschienen sind, kann das hier tun *klick*

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Interview

 

Lieber Simon, ich freue mich, Dich im Rahmen des „Gay Friday“ interviewen zu dürfen. Stell Dich doch mal kurz vor. Wer ist Simon Rhys Beck?

Ich freue mich, hier zu Wort kommen zu dürfen. Ich bin 1975 geboren, habe vor ewig langer Zeit mal mein Studium an der Uni Osnabrück abgeschlossen und arbeite jetzt nur noch als Autor und Verleger. Ich wohne mit denen, die mir am Herzen liegen (zwei- und vierbeinig), im schönen Münsterland und das auch noch ziemlich ländlich.

Der „Dead Soft Verlag“ ist dieses Jahr 15 Jahre alt geworden. Herzlichen Glückwunsch. Kannst Du ein bisschen was zu den Hintergründen und der Entstehung des Verlags erzählen?

Danke erst mal für die Glückwünsche! Den Verlag habe ich zunächst aus einer Laune heraus gegründet. Ich hatte einen Roman geschrieben, aber Gay Romance gab es zu diesem Zeitpunkt (zumindest in Deutschland) nicht und die alteingesessenen Gay Verlage waren der Meinung, dass das auch keiner lesen möchte. Die Mainstream-Verlage waren zu diesem Zeitpunkt noch unfassbar weit davon entfernt, schwule Lovestorys herauszubringen. Also habe ich die Veröffentlichung selbst in die Hand genommen. Bald lernte ich weitere Autoren kennen und die ersten Fremdveröffentlichungen bahnten sich an.

Vor 15 Jahren waren die Toleranz und auch das Genre noch nicht so weit gediehen wie heute. Wie hat sich der Verlag und auch die Resonanz der Leserschaft in diesen vergangenen 15 Jahren entwickelt?

Die Resonanz der Leserschaft ist sprunghaft angestiegen. Sowie auch die Anzahl der Autoren, die im Gay Romance Bereich veröffentlichen. Aber noch immer bekomme ich Zuschriften von Lesern, in denen steht: ‚Ich habe jetzt zum ersten Mal einen Gay Roman gelesen – und bin begeistert.‘  Das heißt für mich: Da geht noch was! Und natürlich bedeutet das auch, dass dead soft noch weiter wachsen kann. Im Augenblick haben wir ca. zwei Veröffentlichungen pro Monat, wobei jeder Titel sowohl als Print- als auch als Ebook-Version erscheint.

Ein ganz interessanter Aspekt: die Giraffe im Logo. Wie kam es dazu?

Wir waren auf der Suche nach einer Idee für das dead soft Logo. Da fiel mir der Salamander des amerikanischen Verlags Loose Id ins Auge. Die Idee eines „Verlagstiers“ fand ich super, und Giraffen sind einfach „dead soft“.
(Was mein Mann als Antwort auf diese Frage äußerte, schreibe ich an dieser Stelle lieber nicht. ;-))

Wie muss man sich den Verlagsalltag vorstellen?

Auf jeden Fall chaotisch. Im Grunde lese ich permanent, sitze am PC oder am Netbook, tippe Rechnungen, versende Bücher, packe Bücher aus, suche Coverbilder, tausche mich mit Autoren und Graphikern aus. 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. Ein Taumjob. 😉

Eine wichtige Frage für alle angehenden Autoren: Was muss ein Buch, bzw. eine Geschichte haben, um beim „Dead Soft Verlag“ ein Zuhause zu finden?

Die Geschichte muss mir gefallen, mich packen. Sie muss interessante Figuren haben, eine Lovestory und ein Happy End.

Wie viele Manuskripte bekommst Du im Durchschnitt pro Monat und wie viel abgelehnte Manuskripte kommen auf ein Angenommenes?

Das schwankt sehr stark – manchmal bekomme ich mehrere pro Tag, manchmal wochenlang keines angeboten. Ich führe da nicht wirklich Buch drüber. Aber wir prüfen jede Einsendung, jedes Exposé.

Ich bin sehr neugierig und freue mich immer auf Neuerscheinungen aus dem „Dead Soft Verlag“. Auf welche Bücher dürfen wir uns denn in diesem Jahr noch freuen?

Wir planen immer extrem kurzfristig, was uns auch sehr flexibel macht. Aber ein paar Namen kann ich schon nennen: Es gibt etwas Neues von Violet Mascarpone, Susann Julieva, von Sandra Busch, einen zweiten Teil der Löwenwandler von Bianca Nias und tolle Debutromane von neuen AutorInnen.
Neu Ende Mai: „Pet Shop“ von Lena Seidel und „Der Duft der Omega Wölfe Part 2“ von Sigrid Lenz.
Neu im Juni: „Il Gusto di Lauro: Herzberührer“ von Jobst Mahrenholz und „Albenbrut Part 2“ von Carmilla deWinter.

Gibt es ein absolutes Buchhighlight im „Dead Soft Verlag“-Sortiment, das am meisten verkauft wird?

Nein, das kann ich so nicht sagen. Die Bücher aus unserem Programm verkaufen sich ja lange Zeit, über Jahre. Ich freue mich immer, wenn die Titel aus der sogenannten Backlist auch noch gut laufen. Geschichten haben für mich einen hohen Wert; Autoren, Lektoren haben schließlich lange daran gearbeitet. Daher ist es mir wichtig, dass die Storys auch lange auf dem Markt sind. Ich mag kein Literatur-Fastfood.

Du schreibst ja auch selber, wie bist Du denn zum Schreiben gekommen? Gab es da ein Schlüsselerlebnis oder war für Dich schon immer klar, dass Du schreiben willst?

Ich habe schon ganz früh angefangen zu schreiben, einfach aus Spaß. Ich mochte es schon immer, Geschichten zu erfinden, meine eigene Welt zu kreieren. Ich habe nie darüber nachgedacht, das mal zu meinem Beruf zu machen. Die Entscheidung kam erst relativ spät … ich glaube, während des Studiums. In den Vorlesungen konnte ich auch immer super schreiben. 😉

Wie bist Du im Gay-Genre gelandet und was fasziniert Dich an der schwulen Literatur? In beruflicher und privater (Leser) Hinsicht?

Ich bin gar nicht in diesem Genre „gelandet“ – ich war schon immer hier. Ich schreibe grundsätzlich das, was mir in den Kopf kommt, was mich beschäftigt und womit ich mich identifizieren kann.
Als Leser bin ich etwas offener, da lasse ich mich von guten Storys und Figuren mitreißen. Aber meist haben auch diese Geschichten schwule Protagonisten.

Arbeitest Du gerade an einem eigenen Projekt oder geht das in der Verlegertätigkeit unter?

Ich arbeite zurzeit sogar an 2 Projekten und ich habe den Ehrgeiz, mindestens eines davon in diesem Jahr fertigzustellen. Denn ja, natürlich, die Schreiberei geht vollkommen in der Verlegertätigkeit unter, was wirklich sehr schade ist.

Letzte Worte an Deine Fans und die „Dead Soft Verlag“-Süchtige. 

Erst mal ein fettes Dankeschön für die Unterstützung in den letzten 15 Jahren! Ich hoffe, dass wir noch viele gute Storys auf den Markt bringen, noch viele tolle AutorInnen fördern und unterstützen können. Freut Euch auf die neuen Geschichten!
Und wer die Menschen hinter den Büchern einmal genauer kennenlernen möchte: Auf der Love Letter Convention am 24. und 25. Mai in Berlin besteht hierzu die Möglichkeit!

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Vielen Dank Simon für das spannende und aufschlussreiche Interview, das uns ein bisschen hinter die Kulissen des ‚Dead Soft Verlags“ hat schauen lassen.

5 Gedanken zu “‚Gay Friday‘ # 12 – Interview mit Simon Rhys Beck. Der ‚Dead Soft Verlag‘ ist zu Gast.

  1. jennykchan schreibt:

    Tolles Interview.
    Da weiß ich ja schon auf welche Neuerscheinungen ich mich dieses Jahr freuen darf. =)
    Sandra Busch ist ja einer meiner Lieblingsautoren und ich freue mich auch schon auf den 2. Teil des Buches von Bianca Nias. Und es freut mich, dass schon so schnell eine Fortsetzung von den Omega-Wölfen kommt, dieses Buch hat ein Happy End wirklich nötig. 🙂

    LG Jenny

  2. bigeyesramona schreibt:

    Hi Jenny,
    vielen Dank!
    Sandra Busch zählt auch zu meinen Lieblingsautorinnen und ich freue mich riesig auf den zweiten Band von Robin und Bo 🙂
    Und natürlich auch auf den zweiten Teil von Bianca.
    Die Omega-Wölfe habe ich nach etwa 30% abgebrochen. Die haben mir leider gar nicht gefallen, obwohl die Bonusgeschichte Alpha/Omega in „back to past“ wirklich toll war.

    Liebe Grüße
    Ramona

  3. hexe2408 schreibt:

    Ein sehr spannendes Interview, vielen Dank dafür! Es ist immer wieder toll, hinter die Kulissen zu schauen und mal ein bisschen mehr zu erfahren. 🙂

  4. Karoliina schreibt:

    Ich habe gerade festgestellt,dass ich mehr Buecher des Verlages gelesen habe als ich dachte ! Tolle Geschichten und mehr werden sicher kommen, wie die kleine Vorshau gezeigt hat.
    Ich freue mich sehr ueber diese Freitagsbeiträge !
    LG Karoliina

  5. Sanna schreibt:

    Einen dicken Schmatz an die Leser. Ihr seid so genial und ich habe einen solchen Spaß daran, die Geschichten für euch niederzuschreiben. Ein fettes Danke!

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