‚Gay Friday‘ #15 – Interview mit der Autorin Savannah Lichtenwald

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Heute ist die Autorin Savannah Lichtenwald zu Gast.

Herzlich Willkommen!

Ihre ‚At Home‘ – Reihe hab ich schon gelesen und kann sie uneingeschränkt empfehlen. Aber seht am besten selbst!

Viel Spaß.

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Diese Werke sind bereits erschienen:

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Inhalt:

Was aussah, als hätte es Liebe werden können, entpuppt sich für Marvin Brandt als Gefängnis. Sein Freund Angelo kontrolliert jeden seiner Schritte, verhält sich von Tag zu Tag besitzergreifender, bis Marvin ihn verlässt. Doch Angelo akzeptiert die Trennung nicht und verfolgt ihn hartnäckig. Als die Situation eskaliert und sein Exfreund ihn mit einem Messer bedroht, muss Marvin flüchten.

So lernt er Steven Cooper kennen, der ihm Zuflucht bietet. Steven ist ein Kollege seiner Schwester, arbeitet als Bodyguard und lebt auf der Überholspur, denn auch er hat ein Problem: Seine Vergangenheit. Als er auf Marvin trifft, holt ihn diese unbarmherzig ein. In nur fünf Tagen ändert sich das ganze Leben – für beide.

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Inhalt:

Eigentlich könnte alles perfekt sein. Mit der Cocktailbar „Charleston“ hat Helge sich einen Lebenstraum erfüllt und aus einigen seiner Gäste sind mittlerweile gute Freunde geworden. Nur der richtige Partner fehlt noch zu seinem Glück. Der einzige Mann, den er sich an seiner Seite vorstellen kann, sitzt oft auf der anderen Seite der Theke.
In einem einzigen kurzen Augenblick hat Helge sich in Jannik verliebt. Leider versteckt der zurückhaltende Mann seine faszinierend grünen Augen beharrlich hinter einer verspiegelten Brille. Nie sieht er jemanden an, lächelt nur selten und geht nirgendwo ohne seinen Zwillingsbruder hin. Eines Nachts geschieht etwas Furchtbares und nichts ist mehr, wie es war …

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Inhalt:

Das Leben hat Leon hart und unbeugsam gemacht. Mit Gefühlen kann er nichts anfangen und verliebte Menschen gehen ihm auf die Nerven. Einige seiner Freunde, die er in der Cocktailbar „Charleston“ regelmäßig trifft, sind bereits vergeben. Deren Verhalten ist ihm völlig unverständlich, was er bei jeder Gelegenheit mit bissigen Worten entsprechend kommentiert.

Kay hat ebenfalls Furchtbares erlebt, doch im Gegensatz zu Leon haben ihn diese Erfahrungen nicht verbittert, hofft er immer noch auf die große Liebe. Selbst eine herbe Enttäuschung konnte seinen Traum vom richtigen Partner nicht zerstören.

Was passiert, wenn ein überzeugter Zyniker auf einen echten Romantiker trifft? Normalerweise nichts Gutes und so geraten Leon und Kay heftig aneinander, als sie für ein Projekt zusammenarbeiten müssen.

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Vier homoerotische Kurzgeschichten, mit Liebe weihnachtlich verpackt:

Die Lüge, das Fell und der Elf im Kamin – Seit Andree vor einem Jahr die Stadt für seine neue Freundin verlassen hat, geht es Kim schlecht. Nun will seine heimliche Liebe zurückkehren, über den Grund kann Kim nur rätseln. Schon am Bahnhof bemerkt er, dass etwas nicht stimmt, sein Schachfreund wirkt abwesend und der Abend nimmt einen unerwarteten Verlauf.

Engel zum Mitnehmen – Tristan ist ein Weihnachtsfan. Seit er allein im Elternhaus lebt, dekoriert er jährlich jedes Fleckchen, das er finden kann. Die Einsamkeit quält ihn, doch seine Scheu kann er nicht überwinden – bis er eines Tages über einen rothaarigen Engel stolpert.

Moppelchens Wichtelgeschenk – Schokolade ist Matthias´ größte Schwäche, abgesehen von seinem Kollegen Valentin. Seit einem desaströsen Abend vor ein paar Wochen will Matthias mit dem großmäuligen, selbstverliebten Kerl nichts mehr zu tun haben. Die Personalabteilung und sein Kollege Sven haben jedoch andere Pläne.

Lennards Welt der Worte – Marten und Lennard sind seit dem Kindergarten befreundet und haben keine Geheimnisse voreinander. Dass Lennard ihm doch etwas verschweigt, erfährt Marten erst, als sein bester Freund etwas Wichtiges vergisst („Geschichten aus dem Anorak“ mit einer kleinen Fortsetzung).

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Interview

Liebe Savannah ich freue mich Dich im Rahmen des ‘Gay Friday’ interviewen zu dürfen. Stell Dich doch mal kurz vor. Wer ist Savannah Lichtenwald?

Savannah ist eine leicht zerstreute Person mit einem Faible für Schokolade, Kaffee und Happy Ends. Sie hat ein gespanntes Verhältnis zu Uhren und Weckern und fühlt sich bei Temperaturen über 25°C am wohlsten.

Wie bist Du zum Schreiben gekommen? Gab es ein Schlüsselerlebnis oder war für Dich schon immer klar, dass Du schreiben willst?

Seit ich die ersten Buchstaben entziffern konnte, lese ich Bücher – stapelweise. Schon als Kind ist meine Umgebung an mir verzweifelt, weil ich ständig mit den Gedanken woanders war, mich in andere Welten träumte und mir Geschichten ausdachte.

Im letzten Jahr entdeckte ich im Internet eine Website, auf der Hobby-Autoren ihre Storys veröffentlichen und dachte, hey cool, jede Menge neues Lesefutter ohne das Budget zu belasten. Innerhalb kurzer Zeit müssen sich dann in meinem Kopf etliche Synapsen kurzgeschlossen haben. Plötzlich war eine Geschichte da, wirbelte alles durcheinander und gab keine Ruhe. Diese Story wollte nicht im geistigen Nebel bleiben. Sie wollte raus, unbedingt. Eine liebe Autoren-Freundin, France Carol, gab mir schriftlich mehrmals einen kräftigen Schubs, bis ich das Ganze mit bebenden Händen online stellte.

Seitdem schreibe ich und betrachte überwältigt, was daraus geworden ist. Manchmal überlege ich, ob ich vielleicht noch in einer meiner erträumten Welten herumschwebe und das Aufwachen vergessen habe.

Wie bist Du im Gay – Genre gelandet und was fasziniert Dich an der schwulen Literatur?

Nachdem ich viele Jahre querbeet alles gelesen habe, was mir unter die Finger kam, bin ich irgendwann bei Liebesromanen gelandet. Im Heterobereich sind die Frauen jedoch oft entweder unterwürfig oder zickig. Beides ist für mich schwer erträglich. Auch stört mich das ewig gleiche Schema – reich und schön trifft reich und schön. Zur Abwechslung gibt es höchstens noch arm und schön bei einem der beiden Protagonisten. Ich habe eine Schwäche für große Gefühle und Happy Ends, doch auf dem Weg dahin möchte ich nicht schon auf Seite zehn gelangweilt vom Sofa rutschen. Nur selten haben die beschriebenen Figuren Ecken und Kanten, ein Trauma oder ein körperliches Handicap, was in der Realität nur allzu oft der Fall ist.

Schwule Männer haben zusätzlich zu den üblichen Schwierigkeiten des Lebens noch weitere Probleme, die sie bewältigen müssen, meist verursacht durch mangelnde Akzeptanz. Daraus entsteht in der Gay Romance eine stärkere Dynamik für Dramen und überraschende Wendungen. Für mich ist es immer wieder spannend, den Mensch hinter der Fassade zu entdecken, auch beim Schreiben.

Gibt es von Dir eigentlich auch etwas Heteroerotisches zu lesen?

Es existiert eine Kurzgeschichte, die sich ungeplant aus der „At home“-Reihe entwickelte. Ich mag sie, aber es wird ein einmaliger Ausflug bleiben.

Wo holst Du Dir Deine Ideen? Aus dem realen Leben oder kommen die einfach so angeflogen?

Sie fliegen nicht – sie überfallen mich aus dem Hinterhalt, setzen sich auf meine Schulter und flüstern mir unablässig ins Ohr. Das fängt ganz harmlos an: ein kaputtes Fenster im Urlaub, eine kleine Unterhaltung bei Facebook, ein Schachspiel. Ein Gedanke huscht vorbei, verbündet sich mit anderen, Bilder und Szenen entstehen. Manches bleibt vage und schlummert mit vier Absätzen oder ein paar Stichworten im „Irgendwann mal“-Ordner.

Einige Kurzgeschichten sind durch Wettbewerbe mit vorgegebenem Spruch entstanden. Meine übliche Vorgehensweise ist: „Dazu fällt mir echt nichts ein“, gefolgt von einem Geistesblitz drei Tage vor Teilnahmeschluss und Abgabe der Story am letzten Tag zwei Minuten vor Mitternacht.

Wie ist die Idee zur ‚At home‘ – Reihe entstanden?

„At home – Für 128 Jahre“ war meine erste Geschichte. Als der letzte Satz geschrieben war, saß ich fassungslos davor. War ich das? Und wo kam das her? Während ich noch mit ungläubigem Staunen beschäftigt war, machten sich meine Finger und mein Unterbewusstsein daran, Teil zwei zu schreiben. Am Ende blieb einer übrig, den ich unmöglich im Stich lassen konnte. Ich hatte keine Wahl, ich musste Leons Liebe finden, sonst hätten einige Leser mich gelyncht und ich selbst nicht mehr ruhig schlafen können.

Werden wir noch mehr von den Jungs aus dem ‚Charleston‘ zu lesen bekommen?

Es reizt mich ungemein, eine weitere Runde Cocktails auszugeben und ich habe bereits jemanden ins Auge gefasst. Momentan nehmen mich jedoch Phil und David voll in Anspruch, meine Helden aus „Das Monster des Prinzen“. Diese Geschichte wird länger als geplant und braucht mehr Zeit, als ich dachte. Es wird noch eine Weile dauern, bis ich mich wieder zu den Jungs an die Bar im „Charleston“ setzen kann.

Liest Du selbst auch viel in diesem Genre? Hast Du ein Lieblingsbuch bzw. einen absoluten Geheimtipp?

Bevor ich mit dem Schreiben begann, habe ich Bücher regelrecht inhaliert, gerne auch dicke Wälzer mit Hunderten von Seiten, vor allem im Fantasy-Bereich. Mittlerweile reicht meine Zeit meist nur für Kurzgeschichten. Im Urlaub oder während eines seltenen Anfalls von Schreiballergie lese ich sehr gerne Bücher von Kollegen und Kolleginnen. Unter ihnen gibt es Autoren, denen ich blind vertraue. Bei anderen lasse ich mich von der Inhaltsangabe verführen.

Ein Lieblingsbuch kann ich nicht nennen. Meine ersten Gay Romance Geschichten waren „Secret Passions“ von Inka Loreen Minden und „(K)ein Kavaliersdelikt“ von Chris P. Rolls. Seither habe ich viele ebenso großartige Bücher und Online-Geschichten in diesem Genre gelesen. Auf einer Papyrusrolle wäre die Liste zu lang, um sie mit zwei Händen auszubreiten.

Wie sieht denn Dein Schreiballtag aus?

Chaotisch und nicht vorhersehbar. Manchmal schreibe ich wochenlang kein Wort, manchmal fast ununterbrochen von morgens bis in die Nacht hinein. Dann vergesse ich auch schon mal das reale Leben und bin ehrlich erstaunt über vorwurfsvolle Blicke meiner Lieben, weil ihnen der Magen knurrt oder die frische Wäsche zur Neige geht. Unbezahlbar ist auch der Gesichtsausdruck unserer Postbotin, wenn sie mich freundlich fragt: „Na, Sie waren gestern aber lange unterwegs?“ und ich leicht abwesend antworte: „Oh, sorry, ich musste nach Texas ins Gefängnis“.

Hast Du ein besonderes Ritual?

Nein, eigentlich nicht. Zum Schreiben brauche ich nur meinen Laptop, einen bequemen Platz mit Blick nach draußen und Ruhe um mich herum. Ansonsten gibt es ein einziges, sich jährlich wiederholendes Ritual: am Tag der Urlaubsabfahrt kontrolliere ich mindestens dreimal Fenster, Türen, Kaffeemaschine, Pässe etc. Während der Fahrt erkundige ich mich mehrmals: „Sagt mir, was ich vergessen habe.“ Meine Familie antwortet mit Gelächter und erst am Urlaubsort stelle ich fest, welches Teil es diesmal war.

Wie geht Deine Familie und Dein Freundeskreis damit um, dass du homoerotische Geschichten schreibst? Sind das Deine größten Fans?

Meine Familie war zunächst verblüfft über das Genre, in dem ich schreibe, steht jedoch voll und ganz hinter mir. Sie haben Verständnis, wenn ich verzögert antworte, weil ich geistig meilenweit entfernt bin und freuen sich mit mir, wenn es besonders gut läuft. Vor kurzem hatte ich ein tolles Gespräch mit einer langjährigen Freundin, die ich lange nicht gesehen habe. Sie sprach von ihrem bevorzugten Genre, von Savannah Lichtenwalds Weihnachtsband und ich erzählte ihr von meiner neuen Leidenschaft. Daraufhin wäre sie beinahe in Ohnmacht gefallen und ich bin vor Freude durchs Haus gehüpft. Yeah, das sind die Tage, an denen man den Himmel küssen möchte.

Hast Du gerade aktuelle Buchprojekte? Werden wir dieses Jahr noch mehr von Dir zu lesen bekommen?

Derzeit schreibe ich an „Das Monster des Prinzen“. Diese Geschichte ist düsterer als von mir gewohnt und es gibt auch keine Bezugspunkte zu einer meiner anderen Storys. Ich hoffe, dass ich sie innerhalb der nächsten Wochen beenden und als Ebook herausbringen kann. Bis zum Herbst möchte ich einige Kurzgeschichten in einem Band für ein weiteres Ebook zusammenfassen und die „At home“-Reihe als Print veröffentlichen. Ob und wie ich das hinbekomme, steht in den Sternen. Vermutlich wird es auf meine typische Art in letzter Minute irgendwie klappen – Savannah goes Chaos – und ich habe dann keine Ahnung, wie das funktionieren konnte.

Letzte Worte an Deine Fans.

Zunächst einmal sage ich Danke an Ramona für dieses Interview und die interessanten Fragen. Dann möchte ich jedem Einzelnen einen ganz lieben Gruß senden, besonders den Lesern und Autoren, die mich von Anfang an begleitet und motiviert haben. Es bedeutet mir ungeheuer viel, wenn ich meine Leser und Leserinnen für eine Weile entführen und sie den Alltag vergessen lassen kann.
Haltet den Rücken gerade und den Geist wach. Seht ab und zu hinter die Masken und schenkt jenen, denen es nicht so gut geht, ein Lächeln, ein offenes Ohr und eine helfende Hand.

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Liebe Savannah, vielen Dank für das spannende und aufschlussreiche Interview. Ich bin schon sehr gespannt auf dein neues Projekt „Das Monster des Prinzen“ und natürlich auf eine Fortsetzung der ‚At Home‘ – Reihe.

3 Gedanken zu “‚Gay Friday‘ #15 – Interview mit der Autorin Savannah Lichtenwald

  1. j125 schreibt:

    Hallo Ramona,

    ein nettes Interview. Mit einigen Antworten macht sich die Autorin sehr sympathisch, weil sie dadurch so menschlich wirkt. Vor allem dieses „Was hab ich vergessen?“ kenn ich nur zu gut. Ich schaue immer fünf Mal ob ich Hausschlüssel, Ausweis, BahnCard und mein Zuticket habe. Schlimm, schlimm. 😀

    Das neue Design ist recht interessant. Nicht schlecht, muss man sich aber auch erstmal dran gewöhnen 😉

    Liebe Grüße
    j125

  2. bigeyesramona schreibt:

    Huhu,

    ich mag die Autorin auch sehr gerne und hab mich riesig gefreut, dass sie bei mir zu Gast ist 🙂
    Ich hab übrigens auch so einen Tick mit dem Bügeleisen. Ich schau immer x Mal nach, ob es aus ist, auch wenn ich es gar nicht benutzt habe.

    Das Design gefällt mir noch nicht so ganz. Ich bin noch am Probieren und hoffe, dass ich bald das richtige finde.

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