Monday thought #54 – Von 1* Rezensionen und den Reaktionen

sollicheswagen

Wer kennt es nicht?! Man liest ein Buch und das stellt sich als totaler Fehlgriff heraus.

Das kann verschiedenste Gründe haben. Mal sind es nervige Protagonisten, mal eine komplett wirre Geschichte oder eine haarsträubende Häufung an Rechtschreibfehlern, grammatikalischen Ausfällen und sonderbaren Wortneuschöpfungen.

Doch, wie soll man sich als Blogger richtig verhalten, wenn man so ein Exemplar in den Händen hält? Klappe halten oder Rezension schreiben? Das ist hier die Frage.

Ich hab hier zwei Bücher liegen, die genau das verdienen, nämlich 1 Stern.

Doch nach den Ereignissen der vergangenen Woche ist das gar nicht mehr so einfach. Da wurde eine Bloggerin, für eine wirklich detailliert argumentierte 1* Rezension, zerrissen und das nicht von der Autorin, sondern von den Fans. Da gab es Bedrohungen und Beleidigungen unterster Schublade.

Wobei auch die AutorInnen nicht immer sehr gut auf Kritik reagieren. Aufgrund einer 3* Rezension, wurde ich von einer Autorin mit Emails bombardiert und mehrfach dazu aufgefordert, die Rezension auf allen Kanälen zu löschen. Kann ja nicht sein, dass ich als einzigste ihr Buch nicht sooo toll finde. Ähm, nein. Das ist meine Meinung, also bleibt sie auch.

Als Leser kann man sich hinter einem Pseudonym verstecken, doch als Blogger geht das schlecht und das ist das Problem bei diesen 1* Rezensionen. Wenn man Glück hat gerät man an einen Autor, der da drüber steht und sich sogar freut, wenn er ein bisschen Kritik bekommt oder man hat großes Pech und steht in der Schusslinie zwischen Autor und Fans. Das kann nur böse enden.

Lohnt es sich für Blogger nur mit einer 1* Rezension bewaffnet und ohne schusssichere Weste in die Öffentlichkeit zu treten?

Mich juckt es ja in den Finger diese beiden Rezensionen zu schreiben, aber mir ist gleichzeitig auch etwas mulmig zumute, wenn ich an den möglichen Stress denke, den diese Rezensionen auslösen könnten. Ich hasse nämlich Zickereien und davon gibt es in der Bloggerwelt ja genug, wobei ich bisher ganz gut weggekommen bin. Mein Blog ist ja eher in einer noch wenig genutzten Nische 🙂

Ein schwierige Entscheidung.

Wie geht ihr denn mit solch schlechten Büchern und den Rezensionen dazu um?

3 Gedanken zu “Monday thought #54 – Von 1* Rezensionen und den Reaktionen

  1. Kathrineverdeen (@Kathrineverdeen) schreibt:

    Ich glaube als Blogger braucht man ein dickes Fell. Und man sollte es ähnlich wie Autoren halten: Konstruktive Kritik annehmen, zu sich selbst stehen und seine ehrliche Meinung respektvoll und gut begründet kommunizieren. Die Leser merken es sowieso ob es eine ehrliche Meinung ist. Und wieso sollte man sie belügen? Nur damit man seine Ruhe hat? Ich finde das hat mit Bloggen nichts mehr zu tun. Also 1* Rezi ohne schusssichere Weste und erhobenen Hauptes 🙂
    LG

  2. knipserei schreibt:

    ich hab einige jahre literaturkritiken für verschiedene (kleinere) zeitungen und zeitschriften geschrieben und war selber mal für eine zeitschrift verantwortlich. daher ist meine antwort sowas von einfach: ja, klar, auch 1*rezensionen schreiben.
    grund: einer/m rezenstin/en der/die nur gut (3* aufwärts) schreibt, kann ich auf die dauer nicht vertrauen, sie steht irgendwann im verdacht unkritisch zu sein oder bezahlt zu werden oder ihren job nicht zu können (und wird sowas von langweilig, gähn, vergessen, weglöschen …)
    selbstverständlich muss eine schlechte kritik begründet sein (was meiner erfahrung nach viel einfacher ist, als ein gutes buch zu begründen) und: wer sagt denn, dass das buch, was rezensent a zerissen hat, leser b nicht besonders gefällt.
    ich habe über jahre einige literaturkritiker fleißig und brav gelesen, so dass ich jetzt weiß, wenn kritiker a ein buch auf eine bestimmte art lobt, ich es mit sicherhiet nicht (!) kaufen oder gar lesen werde und wenn kritikerin b ein buch so richtig scheiße findet, dann bin ich der erste im laden, des es kauft, verschlingt und meist für „schlichtweg genial“ hält.
    eine schlechte kritik ärgert jeden autoren ja – ist aber für den eigenständigen leser nicht kaufentscheidend.
    ich kann dir gerne anbieten, deine beiden 1* rezensionen vorab zu lesen und dir ne rückmeldung geben, ob du da oberhalb der literaturrezensiorischen gürtelliene geblieben bist.

  3. nilibine70 schreibt:

    Bisher hab ich zwar solche Reaktionen noch nicht erleben müssen, aber mich schockiert das Gebaren mancher Zeitgenossen -egal ob nun AutorIn oder andere Blogger/sog. Fans- doch sehr! Ich nehme das nicht für voll, schüttel den Kopf und denke mir, wie immer, im Netz schaut man sich nicht direkt ins Angesicht, da ist es nach wie vor leicht, andere bösartigst anzugreifen, ohne dass man sich den Konsequenzen direkt stellen muss. Wie schön! Das nutzen halt solche Leute, die eben nicht vernünftig argumentieren können und einfach blöken.

    Wenn mir etwas partout nicht gefällt und ich die Gründe eben vernünftig darlege, dann ist das für mich vollkommen in Ordnung. Ich stelle mich mit diesen Blökern nun mal nicht auf eine Stufe und werde auf gar keinen Fall deswegen lügen oder irgendwas unterschlagen!

    Was die unflätigen Reaktionen einiger Autoren angeht, die ich bei anderen Bloggern auch schon mitbekommen habe denke ich mir, damit disqualifizieren sie sich selbst. Zumindest bei zivilisierten Lesern. Mit Sicherheit gibts da dann aber auch wieder welche, die dann erst recht neugierig sind.

    Wir leben in einem Land, wo es doch noch ab und zu möglich ist, seine Meinung zu äußern und wo man auch mal was ignorieren kann 🙂

    Jeder Blogger muss selbst für sich entscheiden, wie er das handhabt. Ich möchte gerne meine Glaubwürdigkeit bewahren, deswegen bleibe ich fair, aber ich lüge nicht. Für niemanden!

    Liebste Grüße
    Bine

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