Rezension: Der Duft der Omega-Wölfe – Sigrid Lenz

omega

Inhalt:

Vernon gehört den „Wölfen“ an. Allerdings sind die „Wölfe“ nur eine genetisch veränderte Version des Menschen. Sie leben in Klans. Vernon ist ein Alpha, der einmal selbst Anführer werden soll. Auf einer Reise trifft er auf den jungen Dariel, einen Omega. Die Omegas gelten als Abschaum der Gesellschaft, werden ausgebeutet, misshandelt und oft sogar getötet. Trotz dieser gesellschaftlichen Kluft, entsteht zwischen den beiden eine starke Bindung. Doch es soll nicht sein. Jahre später macht sich Vernon auf die aussichtslose Suche nach Dariel, denn dieser will ihm einfach nicht aus dem Kopf gehen. Dabei stößt er allerdings auf heftigen Gegenwind. Wird er ihn finden?

Meinung:

Die Bewertung für dieses Buch fiel mir sehr schwer. Ich bin immer noch total geschockt und versuche die Bilder und die Gefühle, die dieses Buch heraufbeschworen hat, aus meinem Kopf zu bekommen.

Bei „Der Duft der Omega-Wölfe“ handelt es sich um den ersten Band, der zweite ist bereits erschienen. Ich habe schon ein Buch der Autorin gelesen, „back to past. zurück zu dir“ hat mir sehr gut gefallen, begeistert war ich allerdings von der darin enthaltenen Bonusstory “Instinkt – Eine Alpha/Omega Geschichte”. Deshalb war ich sehr erfreut, als ich erfahren habe, dass nun ein ganzes Buch zu dieser Alpha/Omega-Konstellation erscheinen sollte. Leider war mir nicht im Entferntesten bewusst, auf was ich mich da einlasse.

Kurz erwähnen möchte ich, dass ich das Buch nur nach den Gefühlen bewerte, die ich während des Lesens empfunden habe. Denn was Sprache und Stil angeht, kann man an diesem Buch nichts aussetzen.

Schon auf den ersten Seiten wird klar, dass man auf dem Weg ist, in eine sehr düstere Welt abzutauchen, die strenge Regeln hat und sehr intolerant und gewalttätig ist. Es wird brutal, sehr brutal.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Vernons und Dariels Sicht beschrieben. Vernon ist unglücklich, weil er in eine Position geboren wurde, die er gar nicht ausfüllen möchte und ihm wird vor allem bewusst, wie seine „Art“ mit den schwächeren Omegas umgeht. Dariel wiederum findet sich in der Hölle wieder. Er wird vergewaltigt, geschlagen und ihm wird auch die Schuld an seinem eigenen, elenden Schicksal gegeben, schließlich ist er ein Omega.

Gerade im Gay-Genre wird häufig auf sexuelle Misshandlungen zurückgegriffen, sehr oft auch in Fantasy-Geschichten. Ich bin wirklich einiges gewohnt, aber hier wurde meine Toleranzgrenze gesprengt. Die Vergewaltigungen von Dariel werden in solch detaillierter und ausgeschmückter Form erzählt, dass ich es nicht mehr ertragen konnte Dariels Erzählungen zu folgen. Irgendwo hat sich mein Verstand ausgeklinkt. Zwar war da auch ein riesiger Berg an Mitgefühl für Dariel, vor allem waren da aber Ekel, Widerwille und Abneigung gegen dieses Buch. Mir war wirklich schlecht.

Nach ca. 50% bin ich ausgestiegen und habe den Rest des Buches nur noch überflogen, auf der Suche nach einem Happy-End, das diese schrecklichen Gefühle, die in mir tobten, irgendwie dämpfen würde, da es sich dabei aber um den ersten Band handelt, suchte ich leider vergebens.

Fazit:

Sehr brutal und für mich jenseits meiner Toleranzgrenze.

sterne-1.0

  • Broschiert: 316 Seiten
  • Verlag: Dead Soft Verlag; Auflage: 1 (31. März 2014)
  • Preis: 13,95€
  • ISBN-13: 978-3944737423

 

 

8 Gedanken zu “Rezension: Der Duft der Omega-Wölfe – Sigrid Lenz

  1. Desiree schreibt:

    Ah, Vergewaltigungen und Misshandlungen finde ich immer sehr schwierig in Liebesromanen und du hast Recht, gerade im Gay Genre scheint dies häufiger aufzutreten. Ich kann verstehen, dass du da nicht weiterlesen wolltest.

    LG Desiree

    • bigeyesramona schreibt:

      Es kommt darauf an, wie man es umsetzt. Ich hab schon einige Geschichten gelesen, die das sehr gut verpacken. Mein Favorit ist da „Bodycaught“.
      Aber das war wirklich „way too much“. Das ist keine Liebesgeschichte mehr.

  2. j125 schreibt:

    Hallo nochmal 🙂

    schade, dass du so daneben gegriffen hast und ein schlimmes Leseerlebnis hattest. Ich hoffe, die nächsten Bücher sind wieder besser. Hab einen kurzen Schock bekommen, weil back to past auch noch auf meiner Wunschliste steht und ich dachte, das kann ich jetzt auch vergessen. Aber kann wohl doch drauf bleiben 😉

    Ich finde es schon wichtig, dass man in der Literatur (und auch sonst) Themen wie Vergewaltigung usw. nicht ausblendet. Es wäre einfach nicht richtig, würde in jedem Buch alles „rosarot“ sein (was nicht heißt, dass es solche Bücher nicht geben sollte). Die Frage ist allerdings, wie man mit so einem Thema umgeht. Man sollte durchaus (und hier ist die Verbindung zum Gay Friday) auf die Folgen eingehen, auf das, was es mit einem Menschen macht und in gewisser Weise sollte man wohl auch auf in diesem Fall die Vergewaltigung eingehen. Aber in welchem Maße? Es sollte nicht verharmlost werden und muss authentisch rüber kommen. Dennoch sollte man sich auch überlegen, ob man eine allzu ausführliche Beschreibung nötig hat. Wie du es ja auch schon beschrieben hast, es schmälert das Lesevergnügen und ist irgendwann einfach nur noch abstoßend. Ganz abgesehen davon, dass ich mir Sorgen machen würde, dass eine allzu detaillierte Beschreibung jemandem Anlass zum Nachahmen liefern könnte…

    Ein schönes Wochenende wünsche ich Dir.
    j125

    • bigeyesramona schreibt:

      Ich hab das Thema ja schon ausführlich behandelt und es ist wie du sagst, einfach wichtig wie der Autor damit umgeht.
      Es ist aber auch wichtig, dass man den Leser mit seinen Schilderungen berührt und ja in dem Fall auch in ein emotionales Chaos stößt, aber es ist nicht Sinn und Zweck der Sache, dass man sich als Leser nicht mehr traut weiter zu lesen und einem wirklich schlecht wird.
      Es ist in dem Fall einfach zu brutal, zu schmutzig.

  3. Askariel schreibt:

    Hallo zusammen,
    gebe Dir recht, die Geschichte (besonders der Teil aus Dariels Sicht) geht unter die Haut. Aber es ist auch eine Geschichte um Freundschaft, Sehnsucht und Liebe.
    Wenn du es noch nicht getan hast empfehle ich Dir auf jeden Fall mal den zweiten Teil (Finale) zu lesen.

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