Rezension: Der Popstar und sein Anwalt – Norma Banzi

popstaranwalt

Inhalt:

Vincent Gable ist Anwalt und vertritt die Stars der Hollywoodszene. Als der Popstar Angel auf 10 Millionen Dollar verklagt wird, soll Vincent ihn vertreten. Das erste Zusammentreffen verläuft allerdings alles andere als gut. Angel benimmt sich wie ein unreifer Musiker, dem der Ernst der Lage nicht ganz klar zu sein scheint. Marc Stone, der Mann hinter dem Produkt Angel, ist fasziniert von Vincent, der ihn einfach so hat stehen lassen. Kurz darauf steht Marc vor Vincents Wohnung. Die beiden landen im Bett und beginnen eine heimliche Affäre unter dem Deckmantel des Anwalts/Mandaten – Verhältnisses. Marc gibt es allerdings nur im Doppelpack. Er ist seit Jahren mit seinem Cousin Jaime zusammen. Die Dreiecksbeziehung steht unter keinem guten Stern, während Vincent unter dem Altersunterschied zu leiden hat und sich viel zu alt für die zwei jungen Stars hält, müssen Jamie und Marc auch mit einigen Problemen kämpfen. Zudem gibt es noch die erzkatholische Familie von Vincent und Paparazzo, die ihnen das Leben schwer machen. Hat diese Liebe eine Chance?

Meinung:

Die Autorin hat eine interessante Grundidee geliefert. Dreiecksbeziehungen in Büchern sind mir noch nicht so oft begegnet und ich war wirklich gespannt, wie diese Konstellation in der Glitzer- und Glamourwelt umgesetzt worden ist. Leider war aber schon nach ein paar Seiten die Luft raus und meine Vorfreude dahin. Das „Ich muss unbedingt weiterlesen“ – Gefühl wollte sich einfach nicht einstellen. Ich fand den Stil der Autorin sehr nüchtern und streckenweise unglaublich zäh.

Für mich gibt es ganz klar drei große Kritikpunkte: die Charaktere, fehlendes Gefühl und die Ideenfülle.

  •  Charaktere:

Die drei Protagonisten sind sehr unterschiedlich. Vincent, der ruhige und kontrollierte Anwalt sowie Marc, der labile und aufgedrehte Sänger und Jamie, der sanfte Mann im Hintergrund. Jamie stellt für mich den greifbarsten und sympathischsten Charakter dar. Vincent hingegen kommt sehr kühl rüber, egal ob es ums Geschäft geht oder er seinen beiden Lovern eine Liebeserklärung macht. Er ist immer distanziert und Marc empfand ich beim Lesen als sehr anstrengend und überdreht. Außerdem wirkt sein Charakter sehr überladen durch die ganzen Komplexe und Probleme.

  • Gefühl:

Gefühle sind das A und O eines Buches. Leider konnte mir diese Geschichte keine Emotionen entlocken. Es war einfach zu nüchtern. Ich hab zwar von Liebe, Angst, Erotik und auch Wut gelesen, aber gefühlt hab ich leider nichts. Mir hat die Tiefe gefehlt, das Mitfiebern, Mitleiden und das anregende Kribbeln zwischen den Männern.

  • Ideen:

Wie gesagt, die Grundidee finde ich super, aber im Laufe der Geschichte gab es so viele verschiedene Ideen und Ansätze, dass ich mich schon zur Mitte hin übersättigt gefühlt habe. Vieles wurde einfach in den Raum gestellt und nicht weiter verfolgt und beachtet.

Die Geschichte hat eigentlich unheimlich viel Potential, gerade was die emotionale Seite anbelangt. Vincent hat italienische Wurzeln, zwar lebt die Familie schon die 4. Generation in der USA, aber ein bisschen italienisches Temeprament wäre ganz schön gewesen. Auch seine Familie, die erzkatholisch ist und nicht gerade schwulenfreundlich, bietet überrraschend wenig Reibungspunkte.

Fazit:

Konnte mich leider nicht überzeugen.

sterne-1.0

  • Broschiert: 204 Seiten
  • Verlag: Edition Banzini (Oktober 2012)
  • Preis: 12,95€
  • ISBN-13: 978-3942381093

 

7 Gedanken zu “Rezension: Der Popstar und sein Anwalt – Norma Banzi

  1. Abbi schreibt:

    Autsch, alleine das Cover hätte mich in die Flucht geschlagen. Sieht aus als hätte man einen Mädchenkopf auf den Körper eines Kerls gephotoshopped.

  2. bigeyesramona schreibt:

    Ja, das Cover alleine hätte mich jetzt auch so gar nicht angesprochen, aber der Klappentext schon, deshalb hab ich mal mein Glück versucht. Hat nur leider nicht funktioniert.
    Ich finde es auch sehr feminin.

  3. Abbi schreibt:

    Ich muss sagen, was Cover betrifft bin ich sehr kritisch. Liegt aber vielleicht daran, dass ich Grafik Designerin bin und so was tut mir dann einfach in den Augen weh. Wenn mir ein Cover nicht gefällt, schau ich mir den Klappentext meist gar nicht erst an. Wobei mir der Klappentext hier sicher zugesagt hätte, aber nach deiner Rezi lasse ich definitiv die Finger davon.

  4. bigeyesramona schreibt:

    Ich bin auch eher ein Coverfetischist 🙂
    Aber ich sehe auch mal über ein schlechtes Cover hinweg. Es geht schließlich um den Inhalt.
    Aber manche Cover sind einfach nur schrecklich, da geb ich dir völlig recht und wäre ich nur nach dem Cover gegangen, hätte ich das Buch höchstwahrscheinlich auch nicht gelesen.

  5. j125 schreibt:

    Hallo Ramona,

    anfangs klingt der Klappentext noch echt gut, aber leider mag ich Dreiecksgeschichten überhaupt nicht. Wäre also weder nach Cover (ich würde drauf wetten, dass das Gesicht einer Frau gehört), noch nach Klappentext. Ich schein ja nach deiner Bewertung auch nichts zu verpassen.

    Es ist schade, wenn so viele tolle Ansätze nicht weiter verfolgt werden. Lieber einen Faden weniger und dafür alle konsequent verfolgen.
    Hoffe dein nächstes Buch wird wieder besser. 🙂

    Grüße
    j125

  6. Norma schreibt:

    Die Person auf dem Cover stammt aus einer Bildserie der Fotografin Raisa Kanareva von Fotolia. Ich habe keinen weiblichen Kopf auf einen Männerkörper montiert. Wenn das geschehen wäre, dann hätte ich aus rechtlichen Gründen die Bildquelle für den Kopf im Impressum angeben müssen und ich hätte das natürlich auch getan.

    Wer sich die Bildserie mit diesem Model auf Fotolia anschaut, der sieht auch, dass der Kopf zum Mann gehört.

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