Monday thoughts #57 – Die Qualität von Selfpublishern

mt57Als Leser kommt man heutzutage nicht mehr an den Selfpublishern vorbei. Nie war es einfacher ein Buch im Selbstverlag auf den Markt zu bringen und dank Facebook ist es auch nicht mehr so schwierig selbst Werbung zu betreiben und sein Buch bekannt zu machen.

Doch wie sieht es mit der Qualität aus? Habe ich Nachteile, wenn ich bei einem Selfpublisher kaufe?

Diese Woche hab ich durch Zufall eine Diskussion aufgeschnappt, die genau diese Fragen aufgegriffen hat. Dabei hat sich ganz klar herauskristallisiert, dass die Fronten teilweise sehr verhärtet sind und man ganz klar für oder gegen die Selfpublisher Stellung bezieht.

Da ich derzeit mehr Bücher von Selfpublishern lese, als Verlagsbücher, habe ich mir gedacht, dass ich dieses Thema einfach mal aufgreife und Euch meine Meinung zu diesem Thema mitteile.

Der Preis

Ein leidiges Thema ist der Preis der Ebooks. Schon öfters sind selbstverlegende Autoren genau deswegen in die Kritik geraten, dabei sind viele ihrer Bücher häufig günstiger als die Verlagsbücher, denn die sind in der Regel nicht unter 7/8€ aufwärts zu bekommen. Oftmals verkaufen sich die Selfpublisher auch unter Wert, was ich wirklich schade finde. Man kann schließlich kaum ein 300/400 Seiten Ebook für 99 Cent raushauen, nur damit die Leser zufrieden sind. Auch hier gibt es Kosten für Covergestaltung, sofern man das nicht selbst macht, und Korrektorat. Das wird leider viel zu oft ausgeklammert.

Allerdings gibt es aber auch schwarze Schafe, die gerne mal 2/3€ für ein paar Seiten verlangen, die eher im unteren Toleranzbereich anzusiedeln sind. Das lässt sich nicht vermeiden.

Die Bandbreite der Preise ist riesieg, gerade im Selfpublisher – Bereich, allerdings sind sie fast immer günstiger, als  Verlagsbücher. Das ist für mich auf jeden Fall ein ganz großer Pluspunkt. Man sollte aber NIE vergessen, dass die AutorInnen ohne Verlag auch Kosten haben.

Das Cover

Das Cover ist das Aushängeschild einer Geschichte. Ich hab jetzt schon mehrfach gehört, dass die Gestaltung dieses essentiellen Bestandteils sehr ins Gewicht fällt, wenn es um den Kauf geht. Klar ist ein schönes Äußeres verlockend, aber der Inhalt zählt. Deshalb gebe ich auch Büchern die Chance, die eher unschöne Cover haben.

Ich finde nicht, dass sich die Selfpublisher mit ihren Covern verstecken müssen. Es gibt einige Autoren, die ihren Büchern selbst richtig schöne Gewänder zaubern oder anfertigen lassen. Die müssen keinesfalls hinter den Verlagsbüchern zurückstecken, die sehen ja teilweise auch nicht immer sehr ansprechend aus. Die Geschmäcker sind glücklicherweise verschieden. Allerdings muss ich auch gestehen, dass es wirklich potthässliche Cover gibt. Ich steh absolut nicht auf diese selbst gemalten Cover, klar, wenn es gut gemacht ist, kann es super aussehen, aber das ist nicht immer der Fall. Oder noch schlimmer, diese dilettantischen Collagen-Cover, denen man schon vom Weitem ansieht, dass sie einfach so zusammengesetzt wurden.

Inhalt/Grammatik/Rechtschreibung

Meiner Meinung nach hat der stetig wachsende Markt der Ebookbranche und dem daraus resultierenden Anstieg der Selfpublisher eine gravierende Auswirkung: Die Verschiebung der Grenzen, was die Qualität der Sprache in Büchern betrifft.

Es gibt ein riesengroßes Mittelfeld von AutorInnen, die eine solide und gute Arbeit abliefern. Da macht das Lesen Spaß. Manchmal stolpert man vielleicht über einen merkwürdigen Satz oder ein paar kleine Rechtschreibfehler, aber niemand ist perfekt. Und Fehler passieren auch den ganz großen Verlagen. Da gibt es hin und wieder auch Bücher, die grausig übersetzt sind, Formatierungsfehler haben oder eben auch ein paar Wörter, die nicht so ganz richtig sind.
„Shit happens!“ Mir nützt es nichts, wenn ich ein perfekt korrigiertes Buch vor mir liegen habe und das nichts in mir auslöst. Dann kann ich auch die Tageszeitung lesen. Wenn ich für ein intensives und aufregendes Leseerlebnis ein paar kleine Fehlerchen in Kauf nehmen muss, dann mache ich das sehr gerne!

Auf der anderen Seite gibt es dann die herausragenden AutorInnen, die sich ohne Probleme mit Verlagsbüchern messen können. Da gibt es keinen Unterschied. Die Bücher sind perfekt korrigiert. Da merkt man einfach, wie viel Arbeit da drin steckt, wie viel Liebe, aber eben auch Geld und Zeit.

Und dann gibt es noch die AutorInnen, die leider noch nie etwas von Rechtschreibung, Grammatik und Konjugation gehört haben. Da können einem dann auch schon mal die 99 Cent wehtun, die man dafür ausgegeben hat. Gott sei Dank gibt es Klappentexte und Leseproben, die so einen Reinfall verhindern können. Trotzdem stolpert man hin und wieder über solche Bücher und ich befürchte, dass sich diese Nische auch weiter ausbreiten wird. Schließlich kann jetzt jeder ein Buch schreiben, ob er Talent hat oder nicht, sei mal so dahin gestellt.

Fazit

Ich unterstütze sehr gerne die Selfpublisher, weil ich bisher fast nur gute Erfahrungen gemacht habe und ich der Meinung bin, dass man nicht alle über einen Kamm scheren sollte. Es gibt wirklich viele erstklassige Autoren, die ohne Verlag Erfolg haben und ihren Büchern all die „Behandlungen“ zuteil werden lassen, die sie brauchen, um ein qualitativ hochwertiges „Produkt“ auf den Markt zu bringen.

Lest ihr viel von Selfpublishern und wie steht ihr zu dem Trend des Selbstverlegens?

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