‚Gay Friday‘ #20 – Nathan Jaeger und seine „Strategien in Scherben“

nathan

Ich freue mich riesig, dass heute Nathan Jaeger zu Gast ist, ein Autor, der es immer wieder schafft mich mit seinen Büchern gleichzeitig in den Himmel und in die Hölle zu schicken.

Viel Spaß!

Bereits erschienene Werke

nathanwerke

Graues Meer und blaue Sonnen *Rezi*  /  Zweifel in Worten  /  Wunschgewitter  Rache in Bildern  /  Duft der Unschuld  /  Der Schild  /  Ver-liebt 1  / Ver-liebt 2  / Ver-liebt 3  /  Ver-liebt 4  / Seelenwächter – Die Zwillinge  / Seelenwächter – Bruderkrieg  

Anthologien

Es duftet nach Liebe (in der neuen Version nicht mehr drin)  / Zeilenumbruch  / Biss gehabt  / Dämonenbiss

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Das Augenmerk möchte ich gerne auf „Strategien in Scherben“ legen, da mich die 4 Bände die letzten Tage begleitet haben.

 strategie

Inhalt:

Kim Andreesen ist zufrieden mit seinem Leben. Er ist Leiter eines sehr angesehenen Gestüts, hat genügend Geld und eine schöne Wohnung und in absehbarer Zeit wird das Gut Feuerried komplett an ihn übergeben. All das hat er seiner Strategie zu verdanken. Er schläft mit Ludwig van Keppelen, dem Besitzer, und bekommt im Gegenzug alles was er möchte. Allerdings hat er so kurz vor dem Ziel nicht mit Maik gerechnet.

Maik kommt als Ferienjobber getarnt auf das Gestüt und hat nur einen Plan. Van Keppelen soll für das bezahlen, was er seinem Vater angetan hat. Er soll leiden und alles verlieren. In Kim sieht er die perfekte Verbindung, um seinen Plan in die Tat umzusetzen. Doch eines hat er nicht eingeplant. Liebe.

Die gegenseitige Anziehung zwischen Kim und Maik rüttelt kräftig an den jeweiligen Strategien. Für Kim hat die Liebe zu Maik im wahrsten Sinne des Wortes schmerzhafte Folgen und Maik hat schwer an seinen Entdeckungen zu nagen, die ein unglaubliches Familiendrama zu Tage fördern.

Meinung:

„Strategie in Scherben“ hat insgesamt 4 Bände und fast 1000 Seiten. Ein faszinierendes Werk eines sehr talentierten Autors. Ich bin wirklich froh, dass ich erst mit Lesen begonnen habe, als Band 4 erschienen ist, sonst hätte mich meine Neugier wahrscheinlich umgebracht.

Nathan Jaeger konnte mich schon mit anderen Geschichten überzeugen und auch hier hat er mich wieder voll erwischt.

In Tagebuchform schildern Maik und Kim ihren Alltag auf dem Gestüt, erzählen von ihren Plänen, ihren Träumen, von Schmerz, Enttäuschung und dem Wunder der Liebe. Der Zeitraum der Bücher umfasst ca. 8 Wochen und man bekommt wirklich einen detaillierten Einblick in das Leben der beiden und auch in das Gestüt. Die Detailliebe des Autors kann man an jedem Wort ablesen. Das Gestüt und die Pferde hatte ich direkt vor Augen. Die Emotionen haben mich regelrecht angesprungen. Es ist wirklich faszinierend, wie leicht es ihm gelingt ein dichtes Netz aus Emotionen zu weben, die von der ersten bis zur letzten Seite mitreissen. So feinfühlig und fesselnd.

Auf den ersten Blick erscheinen Maik und Kim sehr berechnend, beide verfolgen ihre Pläne und scheinen wenig geneigt, davon abzuweichen. Aber hinter der beiden verbirgt sich so viel mehr. Sie wachsen an ihrer Liebe über sich hinaus. Lernen, was wirklich zählt. Obwohl sie so unterschiedlich sind, ergänzen sie sich perfekt, aber das Schicksal scheint es nicht ganz so gut mit ihnen zu meinen. Ludwig sowie Maiks Eltern und einige andere Missverständnisse und Probleme bedrohen ihre Liebe und stellen sie immer wieder auf die Probe.

Ich hab die vier Bände direkt hintereinander gelesen, musste aber immer mal wieder eine Pause einlegen, denn nicht nur den Protagonisten war es teilweise zu viel, auch ich musste manches Mal mit mir kämpfen, weil diese Geschichte einfach so intensiv ist und unter die Haut geht, dass ich öfters das Gefühl hatte total überreizt zu sein. Wenn alles gut lief, hatte ich Angst, dass Maiks Vergangenheit oder Ludwig den beiden wieder einen Strich durch die Rechnung machen würde und wenn es nicht so gut lief und alles in einer Katastrophe zu enden drohte, hatte ich Angst, dass die rosa Seifenblase platzt und das Happy-End in weite Ferne rückt. Eine komplizierte Mischung. Trotzdem musste ich weiterlesen. Einmal angefangen kann man sich nicht mehr entziehen. Das ist nicht nur eine Geschichte, sondern eine Achterbahnfahrt der Gefühle mit 1000 Loopings und einem Tempo, das einem den Atem raubt.

Nathan Jaeger lässt nicht nur eine unglaublich intensive Nähe zwischen Kim und Maik entstehen, sondern auch zwischen Leser und Protagonisten. Ich kam mir nicht wie ein Beobachter vor, es war eher so, als hätten mich die beiden an der Hand genommen und mit durch ihr Leben gezogen. Die beiden sind allerdings nicht nur zuckersüß, sondern auch sehr heiß. Gefühlvoller, aber auch stürmischer Sex lässt immer mal wieder Luft zum Atmen. Da gibt es dann nur zwei liebende Menschen und keine Intrigen, Lügen oder Gewalt.

Koalabärchen und Löwenherz. Die ultimative Nähe zweier Menschen und zweier Herzen.

Fazit:

Eine süchtig machende Mischung aus Romantik und Drama. Hochachtung vor diesem grandiosen Werk und vielen Dank für dieses intensive Leseerlebnis.

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Interview

Lieber Nathan, ich freue mich Dich im Rahmen des ‘Gay Friday’ interviewen zu dürfen. Stell Dich doch mal kurz vor. Wer ist Nathan Jaeger?

*lach Gute Frage … Wenn ich morgens im Bad in den Spiegel gucke, steht da meist ein recht verpennter Kerl herum, den ich aus lauter Mitleid doch rasiere, wasche und anziehe. ^^
Aber ernsthaft: Ich bin beinahe 39 Jahre alt, lebe seit Beginn des Jahres wieder in meiner wunderschönen Heimatstadt Bocholt, habe die vier besten Freundinnen, die man sich vorstellen kann, einen perfekt zu mir passenden Schatz und mittlerweile keine Haustiere mehr.
Die besten Haustiere der Welt sind übrigens Ratten 😉

Die obligatorische Standardfrage darf natürlich nicht fehlen. Wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Oha, das kann ich so genau gar nicht beantworten … Irgendwie habe ich schon immer alles aufgeschrieben, allerdings war ich niemals diszipliniert genug, um Tagebuch zu führen. Stattdessen habe ich Geschichten geschrieben, oft auch mit Mitschülern zusammen.
Gelesen wurden meine Texte immer, allerdings nur selten von meiner Familie.

Bist Du direkt im ‚Gay-Genre‘ gelandet oder hast Du auch schon andere ‚Genre‘ ausprobiert?

Für mich ist Gay kein Genre, sondern ein (unnötiger) Zusatz zu den ‚echten Genres‘. Ich schreibe Liebesromane, Urban Fantasy, Science Fiction und Paranormales, beinahe gleich gern mit heterosexuellen und homosexuellen Pärchen.

Wo holst Du Dir Deine Ideen?

Viele Ideen stecken in meiner Vergangenheit, dies gilt zum Beispiel für Graues Meer und blaue Sonnen.
Manchmal entsteht eine Idee aus einem Gedanken heraus, manchmal aus einem Traum oder einem Erlebnis irgendwo in der Öffentlichkeit und manchmal auch aus dem, was mich momentan am meisten bewegt.

Wie sieht denn Dein Schreiballtag aus? Hast Du ein besonderes Ritual beim Schreiben?

Hm, ein Ritual nicht, würde ich sagen. Ich schreibe einfach. Wenn an einem Tag nichts anderes anliegt, keine Termine oder wichtige Dates, schreibe ich im Prinzip rund um die Uhr immer wieder an Szenen und Kapiteln.
Mein ‚Tick‘ ist es, chronologisch zu schreiben. Ich ziehe keine Szenen vor, weil sie sich schöner oder leichter schreiben lassen, deshalb kam es – gerade bei den für mich harten Szenen in Strategie in Scherben – zu deutlichen Verzögerungen. Ich trinke zum Schreiben fast ausschließlich Kaffee, und wenn ich nicht zeitgleich telefoniere (dreimal darf geraten werden, mit wem) höre ich meine derzeitige Lieblingsmusik, die auch in Nuancen mal wechselt.

Deine Geschichten sind alle sehr emotional, zumindest die, die ich bisher gelesen habe, und ich bin danach immer glücklich, aber auch erschöpft. Wie erlebst Du den Entstehungsprozess?

Meine Protagonisten sind wie Flüsterer, die mir über die Schulter schauen und mir ihr Leid klagen, mir ihre Geschichten auftischen und mich Zusammenhänge entdecken lassen. Kim hat zum Beispiel wahnsinnig lange gebraucht, bis er mir verraten hat, dass er Maik gern ‚Löwenherz‘ nennen mag. Wochenlang hab ich gegrübelt, bis er damit herausrückte.
Ich erlebe den Schreibprozess also nicht immer als Protagonist, sondern durchaus auch als Beobachter, der sich genauso freut oder ärgert, mitleidet oder wütend wird, wie es mir manche Leser später berichten.

‚Strategie in Scherben‘ ist ein wundervolles, aber auch sehr umfangreiches Werk. Wie ist die Idee dazu entstanden?

Oh, also die Idee zur Strategie war ursprünglich eine ganz andere und niemand, ich selbst am wenigsten, hat damit gerechnet, dass es am Ende knappe 1000 Seiten sein würden. Ich habe versucht, diese Geschichte zu plotten, aber die Protagonisten wollten es anders und das Ergebnis hast Du gelesen. 😉

Ist die Geschichte von Kim und Maik komplett abgeschlossen oder kannst Du dir vorstellen noch mal einen Band zu schreiben bzw. Outtakes zu veröffentlichen?

Es gibt keine Outtakes. Ich habe keine Szenen gelöscht, keine als Füller dazugesetzt. SiS ist original so entstanden und nur korrigiert und in zeitlichen Abläufen angepasst worden. 🙂
Aber mir schwebt in ferner Zukunft ein möglicher 5. Band vor, in welchem die Geschichte des Feuerrieds nicht mehr in Tagebuchform, sondern mit deutlich größerem zeitlichem Rahmen in eine allerletzte Runde gehen könnte. Nötig wäre das allerdings nicht und ich habe mich von beiden mittlerweile verabschiedet.
Die Geschichte von Timeon und Jeremy wird aber Ende diesen Jahres an den schreibtechnischen Start gehen, da ihre Erlebnisse auf dem Feuerried noch nicht erzählt sind. ‚Mehlsack & Windbeutel‘ ist der Arbeitstitel und ich denke, so wird am Ende auch das Buch heißen.

Welches Deiner Bücher hat dir am meisten Kopfzerbrechen bereitet?

Kopfzerbrechen bereitet mir keine meiner Geschichten, aber bei manchen gab und gibt es kleine Durststrecken, in denen ich bestimmte Dinge einfach nicht schreiben kann. So war es u.a. bei GMubS und bei SiS 3 und 4.

Hast Du gerade aktuelle Buchprojekte? Werden wir dieses Jahr noch mehr von Dir zu lesen bekommen?

Im Moment liegen Ver-liebt Staffel 1 (da fehlen noch 8 Kapitel, also ein Serial), Duft der Unschuld 2, Linked und Entscheidung – ein Gemeinschaftsprojekt mit Gerry – an. Wenn alles gutgeht, wird es die genannten noch in diesem Jahr geben. 🙂

Was liest Du derzeit? Hast Du vielleicht einen Geheimtipp für uns? Was muss man unbedingt gelesen haben?

Ich lese momentan sehr wenig ‚Fremdes‘. Wenn, sind es Texte von Autorenkolleg*Innen, bei denen Lektorate oder Korrektorate anstehen.
Unbedingt gelesen haben sollte jeder das, was er/sie mag. Es gibt kein Buch, in wie viele Sprachen es auch übersetzt werden mag, dass jedem und allen gefällt.

Letzte Worte an Deine Fans.

Letzte Worte? *kicher
Ehrlich, ich weiß nicht, was ich da schreiben soll, aber ich versuch’s mal:

Liebe Fans,
ich hoffe, Ihr bleibt und werdet alle gesund (manche sind es derzeit nicht), findet noch viele Stunden Entspannung und Freude an geschriebenen Worten, natürlich nicht nur aus meiner Feder/Tastatur, und lasst es Euch gut ergehen.
Ich freue mich über jede*n und wünsche mir, dass Geschichten und Träume Euch für immer begleiten.
Das Leben ist zu kurz, um es zu vertrödeln.
In diesem Sinne,

liebe Grüße Euer Nat

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Lieber Nathan, vielen Dank für deinen Besuch. Ich freue mich auf viele weitere emotinale Geschichten aus deiner Feder.

3 Gedanken zu “‚Gay Friday‘ #20 – Nathan Jaeger und seine „Strategien in Scherben“

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