Monday thoughts #58 – Identifikation

MT58Gestern gab es eine ganz interessante Frage auf „Cooperation Gay Authors“ und zwar, warum in Deutschland die Ménage -Stories hinterher hinken.

Was in den USA schon längst etabliert ist, hat sich hier bei uns noch nicht so ganz durchgesetzt.

Ich weiß nicht, wie es in der heterosexuellen Buchsparte aussieht, ob es da viele solcher Ménageàtrois – Konstellationen gibt, aber im Gay Genre ist es bei Weitem noch nicht gang und gebe.

Warum?

Ich hab bisher nur ein paar Dreiecks-Geschichten gelesen und es gibt wirklich einige Autoren, die das sehr gut verpacken. Im Moment habe ich Nathan Jaegers „Zweifel in Worten“ im Blick. Bei ihm kann ich mir vorstellen, dass er mich, durch seine feinfühlige Art, komplett davon überzeugt und ich nichts anderes mehr lesen möchte 🙂

Ich hab mir gestern auch die Frage gestellt, warum ich so wenig Ménages lese. Und da kam dann das dabei raus: IDENTIFIKATION.

Als ich das erste Mal eine Geschichte mit einer Dreeicksbeziehung gelesen habe, war das schon etwas merkkwürdig. Warum? Weil ich es mir nicht für mich selber vorstellen könnte. Ich muss mich mit ein paar Umständen/Personen einer Geschichte identifizieren können. Nicht mit allem und jedem, aber es sollte schon ein bisschen was Bekanntes dabei sein.

Das merkwürdige Gefühl hat sich mit der Zeit gelegt und ich lese gerne auch mal was mit drei Männern. Dennoch bin ich noch nicht restlos überzeugt, das liegt nicht daran, dass ich es ablehne, denn das tue ich ganz sicher nicht. Warum auch? Jeder, wie es ihm gefällt. Außerdem kann das auch sehr spannend sein. Sondern eher an der Umsetzung der Autoren.

Wenn ich mir so eine Beziehung vorstelle, dann sehe ich auch Probleme. Es gibt immer zuerst nur zwei. Schließlich werden wohl kaum drei Menschen aufeinander treffen und sich sofort in eine Beziehung begeben. Es entwickelt sich. Möglicherweise spielen auch kurzzeitige Eifersucht, Besitzansprüche oder Zeitprobleme eine Rolle. Deshalb finde ich es immer etwas suspekt, wenn in einem Buch alles so aalglatt über die Bühne geht. Gerade so eine Konstellation bietet doch eine riesiges Drama-Potential.

Ich denke, dass Dreiecksgeschichten ein riesiges Potential bergen und sich auch ohne weiteres hier in Deutschland etablieren können, dafür müssen aber auch mehr AutorInnen mitziehen und diese Geschichten schreiben.

——————————————-

Ich finde Identifikation gerade beim Lesen sehr wichtig. Es ist spannend was Neues zu entdecken, dennoch sollten doch ein paar vertraute Umstände gegeben sein, auch wenn es nur ein winzig kleines Detail ist.

Wie seht ihr das?

Ein Gedanke zu “Monday thoughts #58 – Identifikation

  1. Celia Jansson schreibt:

    Hi,
    also da fallen mir schon ein paar Sachen ein. Ganz toll finde ich die Erzählung Tjark von C. Dewi. Das ist aber nich direkt Romance sondern sehr anspruchsvolle Literatur, gibt es auf fanfiction. Ansonsten ist es mir komplett egal, ob ich mir das, was die Figuren machen für mich vorstellen kann. Ich könnte mir allerdings schon vorstellen, mich in zwei Menschen gleichzeitig zu verlieben. Ich habe mal auf irgendeinem gay Magazin was dazu gelesen und da war etwas über eine reale Dreierbeziehung und da haben sie sich tatsächlich alle gleichzeitig kennen gelernt und sind seit zehn Jahren zusammen oder so. Kann also schon passieren. Es reizte mich auch sehr, das mal zu schreiben. Bisher habe ich eine Idee für eine Dreierbeziehung zwischen zwei Männern und einer Frau. Mal sehen, ob ich das mal schreibe.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s