Monday thoughts #69 – Gay Book Fails #2

FailedVor ein paar Wochen hab ich Euch schon mal ein paar „Gay Book Fails“ präsentiert. Heute gehts allerdings nicht um schlechte Übersetzungen, sondern um meine persönlichen Fails im Bezug auf schwule Geschichten. Hier mal eine kleine Auswahl. Allerdings sind das natürlich nur meine Empfindungen* 🙂

1. Die Verweiblichung

Schrank meets Beistelltisch. So könnte man die Proportionen wohl benennen, die gerade sehr häufig vorkommen. Der große, starke 2-Meter Mann und der winzig kleine, hilflose Gegenpart. Absolutes Klischee. Ein gefundenes Fressen für Feministinnen, würde es sich hierbei um Frauen handeln. Kommt dann noch der „passende“ Name dazu, der eher geschlechtslos ist, dann haben wir den Salat. Da muss man sich schon mehrfach vergewissern, ob es sich wirklich um einen Mann handelt.

Ich steh ja persönlich auf diese tätowierten und muskelbepackten Riesen im Stil der „Black Dagger“ – Krieger. Aber es ist ja nun nicht ganz alltäglich, dass einem so ein heißer Typ über den Weg läuft. In Gaybooks schon.

Es gibt natürlich sehr feminine Männer und, im Gegenzug, sehr burschikose Frauen, dennoch sind Männer, allein schon vom Knochen- und Muskelaufbau, deutlich robuster als Frauen. Kleine, schlanke Männer sind keine Seltenheit, dennoch sind sie nicht so zerbrechlich, wie es hier teilweise dargestellt wird. Da muss man ja manchmal Angst haben, dass sie „kaputt gehen“, wenn es mal etwas wilder zugeht. Und dann kommt da ausgerechnet der starke Riese mit dem „Baseballschläger-Geschlechtsteil“. Aua.

Ein absolutes No go, das ich jetzt aber schon öfters gelesen habe:

„Er legt seine kleine Hand auf meine Brust.“ oder „Ich spüre seine kleine Hand auf meinem Rücken.“

Hallo? Das sind erwachsene Männer! Selbst wenn derjenige nur 1,65-1,70m groß ist, hat er bestimmt kein kleines Patschehändchen.

Es geht aber zum Glück auch etwas weniger extrem. Da sind die Männer dann eher ebenbürtig.

2. Der Lustkiller

Manchmal stellt sich mir beim Lesen eines „schwulen“ Buches, eine einzige Frage: Hat sich die AutorIn überhaupt schon mal mit Analsex beschäftigt oder entspringt das alles der Fantasie? Da tut mir oft schon vom Lesen der Hintern weh. Die armen Männer. Es gibt doch sooo tolle Ratgeber 🙂

Vor kurzem hab ich ein Buch gelesen, da ging es um 2 junge heterosexuelle Männer, die sich ineinander verliebt haben. Der erste Sex war urplötzlich und ohne jegliche Vorbereitung. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das so toll war, wie beschrieben. Eher schmerzhaft. Klar, manche mögen es rau und schmutzig, aber doch nicht so.

Sorry, aber dann ist meine Leselust auch dahin.

Zur Vorbereitung beim Sex gab es vor ein paar Wochen mal eine Diskussion auf „We love Gaybooks“ *klick*.

3. „Wenn der Postmann dreimal klingelt.“

Ich lese ja nicht nur gay, nur fast 🙂 Hin und wieder tauche ich auch in die Tiefen meiner geliebten Hetero-Reihen ab, allerdings ist mir da sowas noch nicht begegnet.

Es geht um die Vermeidung von Wiederholungen. Soweit so gut. Nur muss das jetzt nicht unbedingt beim Namen exzessiv betrieben werden, oder?! Ich finde es nicht schlimm, wenn der Name alle zwei, drei, vier Zeilen mal auftaucht. Einige AutorInnen aber anscheinend schon. Doch wie soll man den netten Herrn nun nennen? Ich weiß es! Wir nehmen den Beruf. Und bleiben wir doch bei unserem ersten Beispiel.

„Der Anwalt legt seine kleine Hand auf die Brust des stattlichen Mechanikers“.

Na ja, ich glaube das Beispiel ist nicht ganz so gelungen. Ihr müsst Euch das in einer sehr intimen Situation vorstellen. Da gibts dann keinen Namen oder ein Kosewort, sondern den Beruf.

Das ist natürlich Geschmackssache, aber ich finde das eher unerotisch. Und was ist wenn einer der beiden Männer einen eher „unpassenden“ Beruf hat. Z. Bsp. Metzger. Das ginge dann so.

„Der Metzger streicht über sein pulsierendes Fleisch.“ Japp, sehr erotisch!

———————-

Wie gesagt, das sind meine Empfindungen und wahrscheinlich gibt es das auch alles im Hetero-Bereich, trotzdem wollte ich das mal loswerden.

Was sind Eure Fails?

6 Gedanken zu “Monday thoughts #69 – Gay Book Fails #2

  1. Bernd Frielingsdorf schreibt:

    Mich ärgert es immer, wenn Öl als Gleitmittel zusammen mit Kondomen benutzt wird. Öl macht Kondome porös und damit nicht mehr safe.

  2. M. schreibt:

    Für mich selber sind die völlig übertriebenen, „weiblichen“ Gedanken der männlichen Protas der Lustkiller schlechthin. Ok hie und da machen sich sicher auch Männer Gedanken über Gefühle, Zweifel, Romantik, etc., aber nicht stänig, nicht in einem fort und vor allem nicht beim Sex. Ich finde es schlicht nervig, wann man das Buch mit ein paar wenigen Änderungen als ganz normalen LiRo lesen kann.
    Die Männer, die ich kenne, ob nun homo oder hetero, sind viel klarer, viel zielgerichterter in ihren Gedanken und in ihren Dialogen als Frauen. Männer drücken sich durch Taten aus und nicht durch endloses Geschwaffel.
    Leider ist im Moment bei den Gay Romance (von Frauen) eine mentale Verweiblichung der Protas festzustellen! Ganz übel, wenn es sogar beide Hauptfiguren trifft. Das finde ich viel schlimmer, als wenn einer eher klein und zierlich beschrieben wird. Oder wie sollte man einen Twink den sonst beschreiben?

    • bigeyesramona schreibt:

      Ja, das hab ich auch schon festgestellt.
      Ich hab kürzlich ein Buch gelesen, da hat sich der Prota gewundert, warum er plötzlich Liebesreime zitiert und sich in schwülstigen Liebesbotschaften ergeht.
      Die Männer, die ich kenne, sind auch nicht so. Die machen lieber, als großartig Reden zu schwingen.

      Ja, Twinks sind natürlich klein, aber aber so winzig klein, wie es teilweise beschrieben wird?
      Da stelle ich mir eher eine 1,5m große Frau vor.

  3. woandersmitesser schreibt:

    Du schilderst das sehr unterhaltsam… Und obwohl das nicht so mein Genre ist, bin ich da ganz bei dir. Eben weil deine Beispiele No-Go´s sind… wie auch ich finde. da dreht sich einem ja die Schriftstellerseele im Grab um…öhm… also, im künftigen… oder so :-/

  4. j125 schreibt:

    Hallo,

    was die Statur von Männer angeht, kann ich dir nur zustimmen. Ich sehe das zum Beispiel an meinem Bruder, der nicht feminin ist, aber sehr schlank gebaut. Das heißt aber nicht, dass den gleich ein Windhauch umpustet.

    😀 Diese Umschreibungen der Namen sind schon kritisch. Ich frage mich da bei meinen eigenen Büchern auch öfter, wann es genug ist und wann der Name ruhig doch nochmal gebraucht werden kann.
    Mir ist aber noch nicht aufgefallen, dass es speziell ein gay Problem ist, da ich solche extremen Vornamen-Vermeidungen noch in keinem Buch gelesen hab. Zum Glück!

    Beste Grüße,
    Julia

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