Monday thoughts #73 – No happy ending!

heartbleed-378010_1280Getötete oder verstorbene Protagonisten, widrige Lebensumstände, die die Liebenden trennen oder einfach Beziehungen, die dem Alltag nicht standhalten. All das ist nicht ungewöhnlich. Dennoch ist es das Letzte, das ich in Büchern lesen möchte.

Das Leben ist wirklich teilweise schon dramatisch und unschön genug, dann will ich mir das in Büchern und Filmen nicht auch noch antun.

Als ich auf der Buchmesse erfahren habe, was für ein Schicksal meinen beiden schwulen Lieblingsvampiren, Song und Far, blühen sollte, war ich geschockt. Zum Glück wurde das Ende dann doch noch geändert. Puh, noch mal Glück gehabt.

Aber jetzt mal im Ernst. Ich bin da wirklich sensibel. Wenn ich da an „Staub und Stolz“ denke, wird mir jetzt noch ganz anders. Es ist ja, dank Interviews und Rezensionen, kein Geheimnis mehr, dass diese Geschichte eher unglücklich endet – ein anderes Ende hätte auch nicht wirklich gepasst – dennoch hat mich das Schicksal der beiden noch tagelang beschäftigt und in Tränen ausbrechen lassen.

Wenn ein Buch traurig endet, dann hinterlässt das bei mir immer einen etwas bitteren Nachgeschmack und nimmt mir auch so ein bisschen die Freude am Buch, auch wenn ein anderes Ende nicht zur Geschichte passen würde.

Ich weiß, dass ich da doch sehr romantisch veranlagt bin und verzweifelt jedem Protagonisten sein Liebes- und Lebensglück wünsche, aber es geht einfach nicht anders. Happy Ends sind ja auch relativ und muss zu den Umständen und dem Paar passen, dennoch reicht schon ein kleiner Funken Hoffnung, damit ich das Buch mit einem leichteren Gefühl zuschlage.

Wie sieht es denn bei Euch aus? Mögt ihr Bücher ohne „gutes“ Ende?

Nachtrag:

Da hab ich vorhin eine ziemliche Diskussion losgetreten, mit meiner Frage, wie ihr zu „Sad/Bad Endings“ steht.
Ich möchte gerne noch eine kurze Erklärung nachreichen.

Ich persönlich bevorzuge HE, finde aber „Sad/Bad Endings“ nicht schlimm. Dennoch mag ich sie nicht lesen. Warum? Ganz einfach.  Ich bin extrem emotional und sensibel. Kaum zu glauben, ist aber so. Ich empfinde schlechte Enden immer als zusätzlichen seelischen Ballast, dabei hab ich selbst genügend mit mir rumzuschleppen. Ich lasse mich gerne emotional fordern. Ich leide gerne mit den Protas. Ich kämpfe mit ihnen und fiebere mit ihnen mit. Aber mir ist ein gutes Ende lieber und selbst dann, wenn es nur ein winzig kleiner Hoffnungsschimmer ist.
Und es gibt eine Menge HE, die mir im Gedächtnis geblieben sind und an die ich gerne zurückdenke.
Aber wie alles andere auch, ist dies eben Geschmacksache.

9 Gedanken zu “Monday thoughts #73 – No happy ending!

  1. Meggy schreibt:

    Grundsätzlich sind mir Bücher mit Happyend lieber. Das reale Leben ist schon besch…en genug, da brauch ich nicht auch noch Bücher die traurig ausgehen….
    Nichtsdestotrotz gibt es einige wunderschöne Bücher ohne Happyend, die gerade deswegen so toll sind! (Z. B. Forbidden von Tabitha Suzuma oder Nur ein ganzes halbes Jahr von JoJo Moyes) Bei Staub und Stolz war das Ende hingegen einfach nur traurig 😦 es hängt halt von der ganzen Geschichte ab….

  2. Petra schreibt:

    Grundsätzlich lese ich nur Bücher, in denen ich gewiss sein kann, dass es ein Happy End gibt. Natürlich habe ich auch schon Bücher gelesen, wo dies nicht der Fall war. Da war ich dann tagelang fertig und konnte auch nichts anderes mehr lesen, weil mich das traurige Ende noch lange verfolgte. Darum vermeide ich es auch und darum habe ich Staub und Stolz auch noch nicht gelesen, obwohl es mir schon ein paar Mal empfohlen wurde.

  3. Sanna schreibt:

    Jupp, Song und Far sollten ein todtrauriges romantisches Ende finden. Ich gestehe es! (Die Fallobstwerfer bitte links aufreihen, die Schammschmeißer rechts *ggg*).

    Auch ich kenne eine Buchreihe, die traurig endet und diese Serie hing mir lange nach, da es sehr emotional zuging. Dennoch hätte es dort kein anderes Ende geben dürfen. Es wäre unrealistisch gewesen. Und deswegen liebe ich diese Serie.

    Generell habe ich auch nichts gegen ein Anti-Happy-End, solange es zur Geschichte passt.

    Und jetzt mal anders überlegt: Ist es nicht erst richtig spannend, wenn ein Happy End nicht garantiert ist? Wenn man richtig mitfiebert, wie ein Buch ausgehen wird? Ob der Held überlebt, die Gefahren überwindet oder ob nicht plötzlich ein Hintermann zum Hauptprota aufsteigt?
    Ich bin ein Freund des mitfieberns. Sollten Bücher stets nur mir Glückshudeleien enden, werde ich das Lesen wohl aufgeben, denn für mich wäre die Spannung raus. Das Ende kennt man ja ;o)

    Ramona, schocken wollte ich dich nicht. Letztendlich haben meine Vampire ja alles gut überstanden (HolzpflockhintermRückenversteck). Und ich denke, selbst bei dem anderen Ende, hättest du Far und Song liebgewonnen und gesagt: Da war wahre Liebe im Spiel. So sensibel und fair schätze ich dich nach unserem netten Kennenlernen ein.
    Liebe Grüße, dein Beinahe-Vampir-Vernichter

  4. Ramona schreibt:

    Sensibel bin ich – und zwar extrem 🙂 Deshalb reagiere ich auf Sad Ends immer extremst emotional.
    Aber ich hätte Song und Far trotzdem lieb. Sehr sogar. Ich hätte wahrscheinlich wochenlang geweint und geflucht, aber sie würden trotzdem immer meine „Sandra Busch – Lieblingsprotas“ sein.

  5. Ramona schreibt:

    Staub und Stolz ist ein wuchtiges Buch mit großen Emotionen und einer mächtigen Kulisse. Es ist ein tolles Buch, aber das Ende war hart.

  6. Petra schreibt:

    Song und Far, wenn es da ganz am Schluss nicht noch ein Happy End gegeben hätte, ich glaube….ich wäre den Tränentod gestorben. Hab sowieso schon geheult wie blöd, das hätte ich nicht ertragen.

    Aber ich gebe da Sanna schon Recht. Ich mag es, mit zu fiebern…nicht zu wissen, ob es derjenige schafft oder nicht. Aber das kann ich auch, wenn ich es vorher schon weiß, dass es gut ausgeht. Das ist ist bei manchen Autoren aber auch schon vorhersehbar. Trotzdem möchte ich die Geschichte lesen.

    Nur einmal wurde ich von einer Happy End Autorin überrascht. Und zwar bei dem Buch Raphael von Mathilda Grace. Und doch war es fantastisch. 🙂

  7. nija schreibt:

    Lustig, als ich das letzte Mal mit jemandem über das Thema diskutiert habe, war das Beispiel, das mir genannt wurde, auch „Staub und Stolz“. Muss wohl für viele traumatisch gewesen sein. 🙂

    Ich sehe das so: Für mich muss ein Buch das richtige, passende Ende haben. Also eines, das zum Buch passt, kein aufgezwungenes Happy End, um nicht anzuecken, aber auch kein künstlerisch motiviertes tragisches Ende für den Überraschungseffekt. Ich will mich als Leser (oder Zuschauer) am Ende nicht betrogen fühlen.
    Welches Ende das passende ist, hängt von vielen Faktoren ab. Das Genre kann eine Rolle spielen, denn gerade Genreliteratur lebt davon, Erwartungen zu erfüllen und dem Leser eine gewisse Sicherheit zu geben. Es hängt auch vom Handlungsverlauf ab. Ein Beispiel für ein schlechtes Ende in dem Fall ist die Geschichte einer asiatischen Serie: Die Heldin kämpft sich über 15 Folgen ins Leben zurück und kommt endlich auch ihrer Jugendliebe näher, nur um in der letzten Folge dann durch einen Unfall (oder war es ein Tumor? whatever) doch noch zu sterben. Da fühle ich mich dann als Zuschauerin betrogen, wenn jemand am Ende noch so einen pseudoanspruchsvollen Überraschungseffekt einbaut. Es macht rein erzählerisch einfach keinen Sinn. Manche Autoren machen so etwas gerne, um zu zeigen, dass sie „anders“ sind oder „anspruchsvoller“, aber oft merkt man das, weil es allzu aufgesetzt wirkt. Trauriges Ende oder auch offenes Ende, meinetwegen, aber es muss plausibel sein und sich organisch in die Geschichte einfügen und nicht rein Effekthascherei sein.

    Letztlich darf man nicht vergessen, dass zwischen „Happy-End mit Schleifchen drauf“ und „Tod und Verderben“ noch eine ganze Menge liegt. Ich persönlich bin zum Beispiel kein Fan von festgezurrten Schleifchenenden à la, wir gründen eine Familie und bleiben für den Rest unseres Lebens zusammen. Ich verlasse meine Figuren am liebsten in einem glücklichen Moment, in der die Zukunft noch etwas ungewiss ist. 🙂

  8. Hermia schreibt:

    Mir ist zwar ein Happy End lieber, aber ich muss es nicht unbedingt haben. Es gibt tolle Bücher, die das eben nicht haben und mir wäre es auch zu langweilig, wenn immer alles gut ausgeht. 😉

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