Monday thoughts #78 – Ein Resümee nach 3 Jahren

Nach meiner Blog-Pause Anfang Januar und dem Abstand zur Materie, hab ich mir auch mal Gedanken gemacht, wie sich mein „Blog-Leben“ über die letzten 3 Jahre entwickelt hat und ich bin erstaunt, wie kontrovers meine Gefühle und Gedanken zum Thema Bloggen sind.

Als ich vor 3 Jahren angefangen habe, hätte ich nicht gedacht, dass ich das so lange aushalte. Schließlich war ich nur ein kleines Licht zwischen all den Blogs. Irgendwie war es langweilig und wenig befriedigend. Allerdings änderte sich das, als ich anfing, Gaybooks zu lesen. Das war von zweieinhalb Jahren. Plötzlich war alles neu, bunt und interessant. Tja, und dann ging alles ganz schnell. Die Ideen und Rezensionen sprudelten nur so und jetzt steh ich da, mit knapp 800 registrierten Lesern. Das ist unglaublich!

Dieser Blog hat mir Türen geöffnet, die mir als „normaler“ Leser verschlossen geblieben wären. Ich habe Kontakte geknüpft und bekomme nun Angebote, die ich mir nie erträumt hätte. Erst letzte Woche zum Beispiel. Da hab ich ne Mail bekommen – die hat mich schier vom Stuhl gehauen. Ich habe tolle Menschen kennengelernt. Berlin war das absolute Highlight und jetzt freue ich mich riesig auf Leipzig und auf all die Menschen, die ich so ins Herz geschlossen habe und nicht mehr missen möchte ❤

Ich freue mich über den Anklang, den meine Aktionen finden und über die vielen Kommentare und Diskussionen. Das ist eine großartige Bestätigung. Danke!

Aber leider gibt es auch weniger erfreuliche Erlebnisse. Einige Autoren und Leser scheinen ein extremes Problem mit mir zu haben. Eine befreundete Autorin hat mir geraten, das Ganze als Kompliment zu sehen. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, ob es das wirklich ist. Mich nervt es nur noch!

– Bewerte ich ein Buch mit weniger als 5 Sternen und übe auch noch Kritik, dann werden manche Autoren richtig stinkig. Da wird dann gerne per Mail, aber am liebsten öffentlich, über die böse Bloggerin hergezogen. Beleidigungen und Drohungen sind ebenso nicht ganz selten.

– Lehne ich einen Autor/Verlag ab, wird das natürlich öffentlich gemacht – mit Namen – sonst macht es ja keinen Spaß. Dass dafür Gründe vorliegen, interessiert die wenigsten.

– Poste ich Buchtipps wird darauf geachtet, welche Autoren/Verlage aufgelistet sind. Findet man sich nicht wieder, wird ein Fass aufgemacht – öffentlich wohlgemerkt.

– Der Gaybook – Award soll gefaked und manipuliert sein. Gut, dass es Autoren gibt, die anscheinend genau wissen, wie viele ihrer Fans für sie gestimmt haben *Achtung Ironie*

– Räume ich meine Freundesliste auf FB auf und entferne Leute, mit denen ich keinen oder kaum Kontakt habe, dann wird es öffentlich auf FB diskutiert, natürlich auch mit Namen, sonst lästert es sich ja nicht so gut.

Ich hoffe, ich habe nichts vergessen 🙂

Das hat nicht mehr viel mit Literatur zu tun, sondern spiegelt wider, was gerade alles schief läuft. Wir haben Autoren mit Egoproblemen, die sich für das Gottes Geschenk an die Menschheit halten und die erwarten, dass man als „niederer“ Leser vor ihnen im Dreck kriecht. Sorry Leute, da muss ich Euch enttäuschen. Die einzige Autorin, für die ich mich zu einem Handkuss herablassen könnte, ist J.R. Ward – schließlich hat sie uns die „Black Dagger“ Vampirkrieger geschenkt 😉 Und dann gibt es noch dieses Mimosentum, das mir dermaßen auf den Sender geht. Hallo??? Es gibt nun mal verschiedene Meinungen, Geschmäcker und Empfindungen. Es ist kein persönlicher Angriff, wenn ein Leser/Blogger eine 1/2 Sterne Rezension schreibt und online stellt. So lange sie detailliert und fundiert ist – das tut weh, ganz klar – ist es doch okay, aber macht das doch nicht öffentlich, sondern stellt Euch die Frage, ob da was dran sein könnte – ansonsten, einfach abhaken. Oder diese öffentlichen Schlammschlachten zwischen Autoren/Verlagen und der Anhängerschaft – geht gar nicht!

Das ist nur noch traurig und vor allem peinlich. Wie kleingeistig muss man sein, dass man sich so aufführt? Das schadet den Autoren selbst, nicht den Lesern. Und wenn man mich angreift, geht mir das in den meisten Fällen am A….. vorbei. Meine Nerven werden zwar hin und wieder in Mitleidenschaft gezogen, allerdings halten die viel aus. Außerdem spricht sich so etwas rum. So groß ist die Gay – Nische nicht. Irgendwie kennt jeder jeden. Anonym ist nicht! Also benehmt Euch verdammt noch mal! Das ist schlimmer als jeder Kindergarten.

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Wenn man sich das so im Ganzen anschaut, würde ich am liebsten das Handtuch werfen. Für mich ist Bloggen ein Hobby. Ich mache das, weil ich Bücher liebe und es mir Spaß macht Aktionen zu planen und Ideen umzusetzen – nicht, weil ich dafür Geld bekomme oder sonstige Gegenleistungen.

Trotzdem werde ich mich nicht entmutigen lassen und weiterhin meine Meinung sagen. Schließlich gilt hier in Deutschland die Meinungsfreiheit – auch bei Buchrezensionen. Wer hätte das gedacht 😉

11 Gedanken zu “Monday thoughts #78 – Ein Resümee nach 3 Jahren

  1. susanbhunt schreibt:

    Liebe Ramona, du machst das großartig und von ein paar Trollen solltest du dich nicht davon abhalten lassen. Herzlich schmunzeln musste ich über den Handkuss für J.R. Ward. Da würde ich mich dir voll und ganz anschließen. Mach einfach weiter so … du bist klasse. 800 registrierte Leser werden dir das bestätigen 🙂

  2. Gabi schreibt:

    Hallo Ramona,
    lass‘ dir von kritik-unfähigen Autoren/Verlagen/Lesern bitte nicht den Spaß am Bloggen verderben!
    Ich bin gern Leser hier, mir gefallen deine Rezensionen und Aktionen wie der Gaybook – Award.
    Weiter so! 🙂
    Liebe Grüße

  3. seelenwort schreibt:

    Liebe Ramona,
    danke dafür, dass Du Dich nicht entmutigen lässt.
    Ich kriege von all den Dramen gar nichts mit; blinzle jedoch immer verwundert, wenn ich davon lese.
    Wahrscheinlich wiegen sich viele Menschen in der angeblich anonymen, virtuellen Welt in Sicherheit. Doch wie Du schreibst, diese Ecke ist klein – und was jemand an bösen Worten, Neid, düsterer Energie und übler Nachrede verstreut, kehrt irgendwann zum Absender zurück.
    Ich besuche Deinen Blog gerne; ebenso wie Deine fb Seite; auch ohne dass wir fb Freunde sind.
    Deine Rezensionen fühlen sich stimmig an; egal ob Du ein Buch mit sehr gut bewertest oder eben nicht. Du gibst einen Überblick, erzählst auch von Gefühlen, die ausgelöst werden, und all dies auf eine Art und Weise, die schlicht und ehrlich ist. Ja, was ich an Deinen Rezis so mag: Du lässt keine überzogene Ironie; Überheblichkeit und Besserwisserei einfliessen, sondern teilst uns stattdessen Deine ganz persönliche Meinung mit – und das muss man erstmal hinkriegen!

  4. kyliebluesky schreibt:

    Liebe Ramona,
    ich lese deinen Blog sehr gerne, finde ihn wichtig und mag deinen Stil.
    Ich kann dich zu der Art, wie du deine Rezensionen schreibst nur beglückwünschen.
    Ich finde es schlimm, dass du dafür attackiert wirst – kriege aber auch irgendwie wenig davon mit.
    Würde mich sonst vielleicht auch direkt dazu äußern …

  5. mattygrace schreibt:

    Lass dich von diesen Leuten nicht ärgern. Ich habe es dir schon mehrfach gesagt und ich halte daran fest, dass ich gut finde, was du machst. Sei es eine neue Aktion oder eine Rezension, ganz gleich, ob die nun 5 Sterne hat oder nicht.

    Geschmäcker sind immer verschieden, wer damit als Autor nicht leben kann, sollte sich einen neuen Job suchen. 😉

    Mir hat zur Aussage ‚Sieh es als Lob an‘ mal eine sehr gute Freundin gesagt: „Einfach positiv sehen. Du bist ihnen wichtig genug, dass sie über dich lästern müssen. Das machen nur Leute, die Angst vor dir, deiner Meinung, etc. haben.“

    Das macht das ganze Gemeckere zwar nicht weniger nervig, aber es mit einem Zwinkern zu sehen, schont eindeutig die Nerven.

  6. Chris P. Rolls schreibt:

    Du machst einen tollen Job, lass es dir nicht vermiesen durch Einzelne. Der größte Teil der Autoren und Leser weiß zu schätzen, was du für Arbeit investierst.

  7. Ramona schreibt:

    Ich versuche es. Aber trotzdem erreicht es mich auf die ein oder andere Weise. Langsam nervt es nur noch.

    So wie die alle lästern und ein Affentheater vollführen, müssen die ja vor Angst unter dem Tisch sitzen und schlottern. Nette Vorstellung.

  8. Sabine K. schreibt:

    Liebe Ramona,
    an anderer Stelle hab ichs ja auch schon mal geschrieben oder auch schon mehrfach: Das ist nicht nur im Gay-Genre der Fall, mit den Zickereien, Gelästere, Auf-den-Schlips-getreten-fühlen….das kommt auch in anderen Genres vor. Und irgendwie hab ich da immer das Sprüchlein: Wenns der Kuh zu wohl ist, geht sie aufs Glatteis! im Kopf….Das könnte ein Grund sein!

    Fakt ist, ich persönlich hätte mich niemals so mit dem Genre auseinandergesetzt, dem ganzen überhaupt eine Chance gegeben, wenn ich nicht bei Dir immer lesen würde. Ich kann mit Deinen Rezensionen, Deinen Vorstellungen, Deinen Aktionen was anfangen, fühle mich hier pudelwohl und das wird sich auch nicht ändern! Wie andre schon gesagt haben: die Leute, die Dir folgen, sehen das genauso! Und das sind nu wahrlich nicht wenige!

    Respekt davor, dass Du Dich eben nicht „fertig machen“ lässt, dass Du Deine Meinung weiterhin vertrittst, ich wünschte, es gäbe mehr davon!

    Also, alles soweit gut, die Probleme haben DIE anderen 😉 Könnte man auch schon fast ein Buch drüber schreiben 🙂

    Liebste Grüße
    Bine

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