Rezension: Mr. Ironheart – M.S. Kelts

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Inhalt:

Chris führt ein beschauliches und zurückgezogenes Leben als Kunstschmied. Er liebt seine Arbeit und zaubert wahre Kunstwerke aus Metall. Hin und wieder zieht es ihn allerdings in Clubs – für schnellen, anonymen Sex. Auf den ersten Blick erscheint Chris wie ein typischer Top. Groß, muskulös, selbstbewusst und attraktiv. Doch unter der Oberfläche schlummern ganz andere Sehnsüchte. Er will unterworfen und sanft dominiert werden. Aber er hat sich geschworen, nie wieder jemandem die Macht über sich zu geben. Nie wieder soll ihn jemand verletzten.

Bei einem Clubbesuch trifft er Roman, einen gutaussehenden Top. Das sollte wohl nicht sein. Zwei Tops – das kann nicht gutgehen. Am nächsten Morgen staunt er nicht schlecht, als ihm Roman in der Bank gegenüber sitzt, bei der er einen Kredit für eine neue Maschine beantragen will. Die Luft knistert förmlich vor Verlangen. Chris Fassade gerät gehörig ins Wanken. Er kann sich dieser dominanten und zugleich auch sanften Ausstrahlung einfach nicht entziehen.

Die beiden verlieben sich ineinander, doch die Liebe steht unter keinem guten Stern. Chris Vergangenheit holt die beiden ein. 12 Jahre Schmerz, Angst und Panik fordern ihren Tribut und strapazieren die zarten Bande. Kann die Liebe das Trauma besiegen?

Meinung:

Das erste, was ins Auge fällt, ist natürlich das Cover. Allein deswegen lohnt sich schon ein Kauf. Dieses Cover ist mit Abstand das beste, das ich je gesehen habe. So schlicht es auch ist, es transportiert unheimlich viel Gefühl. Die wahre Bedeutung erschließt sich aber erst nach dem Lesen.

„Mr. Ironheart“ steht „Loving Silver“ in qualitativer und emotionaler Hinsicht in nichts nach. M.S. Kelts ist ihrem Stil treu geblieben und kann auch hier wieder auf ganzer Linie punkten. Allerdings darf man keinen „Silver 2.0“ erwarten. Die Geschichte um Chris und Roman ist komplett anders. Ernster und ruhiger – weniger provokativ.

Der Schreibstil ist detailverliebt und ausführlich, ohne jedoch langweilig oder ausschweifend zu werden. M.S. Kelts gibt den Protagonisten und den Lesern Zeit, sich aneinander zu gewöhnen und zu entwickeln.

Chris ist ein unheimlich sympathischer Charakter. Nach außen hin ist er stark und souverän, hinter dieser Maske ist er allerdings ein sehr verletzlicher, ängstlicher und unsicherer Mann, der nach 12 Jahren immer noch mit seinem Schicksal zu kämpfen hat. Die Begegnung mit Roman lässt das verdrängte Trauma hochkochen. Chris ist hin – und hergerissen zwischen Verlangen und Angst. Das hat mich manchmal in einen heftigen Zwiespalt gebracht. Chris Panik ist dermaßen intensiv geschildert, dass ich allein von der Erinnerung daran, eine Gänsehaut bekomme. Das geht so nahe – man fühlt sich wund, weil man so mitleidet. Man würde ihn am liebsten in den Arm nehmen und beschützen. Gleichzeitig gibt’s dann aber auch Situationen, in denen Chris, verständlicherweise, kopflos handelt und man kurz davor ist, ihm eine zu scheuern. Roman ist auch unglaublich liebenswert. Es ist bewundernswert, wie viel Geduld und Liebe er für Chris aufbringt. Jeder andere wäre vermutlich längst über alle Berge. Aber Roman ist gewillt, die zerbrochene Seele zu heilen und das gefangene Herz zu befreien.

Die Erotik kommt auch nicht zu kurz, sie steht aber nicht direkt im Vordergrund. Es ist von Anfang an ein sehr erotischer Unterton vorhanden, der immer wieder übersprudelt und mitreißt, wenn sich die zwei näherkommen. Die Liebesszenen sind leidenschaftlich und innig und heizen beim Lesen kräftig ein. Es sind schließlich zwei extrem attraktive Männer, die sich lieben und begehren und das merkt man.

Es gibt auch ein Wiedersehen mit Jamie und Mike sowie dem Schottenclub. Die Jungs greifen Roman und Chris kräftig unter die Arme. In Jamie findet Chris einen guten Freund, da sie eine ähnliche Erfahrung gemacht haben. Dabei wird klar, dass auch bei Jamie noch nicht alle seelischen Wunden geschlossen sind. Mike und Jamie bringen aber auch ein bisschen ihres provokativen und sexlastigen Charmes mit, ohne den man sich die beiden einfach nicht vorstellen kann. Die weiteren Nebenfiguren, wie Chris Familie und Karin, die Besitzerin eines Pferdehofs, sind allesamt sehr sympathisch. Die süßeste kleine Maus, ist allerdings Krümel, ein Welpe. Sie hat mein Herz im Sturm erobert.

Dieses Buch ist eine Bereicherung und gleichzeitig auch eine sehr einschneidende Erfahrung. Die Geschichte ist perfekt und hat mir wirklich alle Emotionen entlockt. Was ich mir aber noch gewünscht hätte, das ist allerdings rein subjektiv, ist ein noch tieferer Einblick in Romans Gefühlswelt. Da das Buch aus Chris Sicht erzählt wird, bekommt man einiges mit, aber natürlich nicht alles. Manche Szenen sind so dramatisch und emotional, da würde ich einfach gerne wissen, was Roman gedacht hat und was dieses Trauma auch in ihm ausgelöst hat. Welche Gedanken und Ängste er vor Chris verborgen hat. Aber das wäre, wie gesagt, nur das Sahnehäubchen.

Fazit:

Eine grandiose und höchstemotionale Geschichte, die unter die Haut geht und mich nach dem Lesen erschöpft, aber glücklich zurückgelassen hat.

5stars

  • Broschiert: 472 Seiten
  • Verlag: Dead Soft Verlag; Auflage: 1 (18. März 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • Preis: 14,95€
  • ISBN-13: 978-3944737973
  • Hier kann man es kaufen: Mr. Ironheart

9 Gedanken zu “Rezension: Mr. Ironheart – M.S. Kelts

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