Wie bringe ich einen Leser am schnellsten auf die Palme?

explosion-147909_1280Eigentlich ist das gar nicht schwer. Man braucht nur einen Rezensenten, der den kompletten Inhalt der Geschichte mit all ihren Geheimnissen und Wendungen in die Welt hinausposaunt.

nogoSpoiler sind ein absolutes Tabu in der Bücherwelt. Viele Leser holen sich vor dem Kauf erst mal „Meinungen“ ein und lesen sich Rezensionen zum Buch durch. Ich auch – wobei mich die Rezensionen nicht wirklich bei der Kaufentscheidung beeinflussen. Hin und wieder stolpert man allerdings über Buchbewertungen, die den kompletten Buchinhalt spoilern – ohne Vorwarnung.

DUDE-WTF-IS-WRONG-WITH-YOU

Was soll das?! Das ist wie mit den „netten“ Menschen, die einem bei Beginn eines Films sagen, wer stirbt und wie der Film endet. Will man nicht wissen. NIE! NEIN, NEIN, NEIN!

Eine Rezension ist keine Inhaltsangabe, sondern eine Bewertung. Leider haben das anscheinend einige noch nicht verstanden. Nathan Jaeger hat erst einen schönen Leitfaden dazu veröffentlicht – den sollte man sich bei Gelegenheit mal anschauen.

Why

Der Grund für den Artikel ist, dass auf Amazon der komplette Spannungsbogen von „Mr. Ironheart“ enthüllt wurde. Es ist eine Sache, wenn man das Buch nicht mag, kann vorkommen, geht mir auch öfters so. Aber ich geh dann nicht hin und nehme dem zukünftigen Leser das Vergnügen oder, eher gesagt, das Recht weg, sich selbst ein Bild zu machen, selber die Geheimnisse und Irrungen und Wirrungen der Geschichte zu ergründen. Das ist doch das Schöne am Lesen. Man kann sich überraschen lassen, man weiß nie genau, was auf einen zukommt. Eine Rezension, die von hinten bis vorne spoilert, ist respektlos – den Lesern und dem Autor gegenüber.

Vor einiger Zeit hat sich mal eine Leserin auf Lovelybooks tierisch über eine Rezension zu „Ravens Gift„, dem 2. Teil der Schlangenfluch-Trilogie, aufgeregt. Nachdem ich sie gelesen hatte, zum Glück nach dem Genuss des Buches, wusste ich warum. Bereits im ersten Satz wird die Überraschung der Geschichte preisgegeben. Hätte ich das vor dem Lesen angeschaut, wäre ich im Viereck gesprungen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Das geht gar nicht!!

Bitte spoilert nur mit Vorwarnung!

Spoiler-Alert

Veröffentlicht in: News

9 Gedanken zu “Wie bringe ich einen Leser am schnellsten auf die Palme?

  1. Evy schreibt:

    Warum findest du einen Spoiler für Leser und Autor respektlos? Du hast das erwähnt, aber nicht erklärt 😦

    „Respektlos“ bedeutet, dass ich jemand nicht anerkenne.

    Ich denke, bei Autoren bedeutet das vor allem, ein Buch als Arbeit anzuerkennen – dass Zeit drin steckt, viele Gedanken. Dass man sein Möglichtes getan hat, um das Buch gut zu machen. Das kann ich als Rezensent mit und ohne Spoiler. Es zeugt von großem Respekt zu sagen: „Ich fand das Buch toll, aber die Pointe mit dem rosa Hase, der den Igel killt, das war nicht stimmig.“ Respektlos wäre es dagegen zu sagen „Der Autor schreibt über rosa Hasen. Hase sind nicht rosa. Der Autor kann keine Geschichten schreiben“

    Leser respektieren? Man sollte jeden Menschen respektieren bzw. ihm die nötige Höflichkeit entgegen bringen. Ich gebe dem Leser meine Meinung und das ist ein großes Geschenk. Dass ich dabei nicht immer seinen Geschmack treffen, ist Pech, aber möglich.

    Ich habe auch manches Mal unabsichtlch gespoilert. Denn es ist mir wichtig, ein Buch detailliert zu betrachten. Und wenn das Ende nicht stimmig ist, kann ich das erwähnen. Die Frage ist, für wen man schreibt – für die Leute, die das Buch noch lesen und sich tatsächlich überraschen lassen wollen. Oder für die, die das Buch gelesen haben und eine andere Meinung haben wollen.

    Als Leserin kaufe ich ungern die Katze im Sack und möchte wissen, was mich erwartet. Für mich ist die Pointe meistens nicht so wichtig wie der Weg dorthin. Bei bestimmten Genres weiß man ohnehin, wie es ausgeht.

    Ich frage mich gerade, ob es einen Unterschied macht, ob man das Ende schon vorher kennt – wenn einem das Buch gefällt, sollte man es trotzdem lesen. Vermutlich wäre es ungerecht, wenn man ein Buch nicht liest, weil das Ende scheinbar nicht so toll ist, und wenn man sich die Chance versagt, den Rest des Buch es zu lesen?

    Ich hab mich an die Spoilerwarnung gewöhnt und nutze sie aus Rücksicht auf Leute, die mich deswegen angegriffen haben. Aber als Leser: Is mir egal.

  2. Ramona schreibt:

    Viele mögen Spoiler, das ist ja auch nicht schlimm und wenn das mit einer Spoilerwarnung angekündigt wird, dann ist das völlig legitim. Dann kann ich selbst entscheiden, ob ich was vom Inhalt erfahren möchte oder nicht.
    Allerdings sind Spoiler ohne Vorwarnung nicht fair und respektlos.
    – dem Leser gegenüber, weil Inhalt gespoilert wurde, obwohl es nicht gewollt ist. Der Leser wird damit um sein Überraschungsmoment gebracht. Das geht gar nicht. Sorry. Ich will nicht vorab schon wissen, welcher Prota stirbt oder krank wird, wer mit wem zusammenkommt oder welche Probleme auftauchen. Ich WILL das selber lesen.
    – dem Autor gegenüber, weil die Spannung rausgenommen wird. Wenn ein Rezensent alle Wendungen und Schicksalsschläge in die Welt hinausposaunt, dann gibt es auch Leser, die sich von dem Buch abwenden, weil sie es vielleicht nicht mehr ansprechend finden.
    Man kann auch ins Detail gehen, ohne den kompletten Inhalt offenzulegen.
    Und wenn man es nicht kann, dann sollte man sich vielleicht auf ein Beispiel festlegen, das man anführen möchte und nicht das komplette Buch bzw. die komplette Handlung.

  3. Evy schreibt:

    Danke für die Erklärung 🙂 Das ist echt cool°

    Ich denke trotzdem, dass man mit dem Wort „respektlos“ vorsichtig sein muss. Dem Leser gibst du etwas, was er nich haben will – das heißt aber nicht, dass ich ihn nich respektiere, sondern nur, dass ich nich wissen kann, was er braucht. Man ist ein bisschen übereifrig.

    Gegenüber dem Autor ist es verkaufsschädigend, aber ich hab nicht mit genügend Autoren geredet, um zu beurteilen, ob das „respektlos“ ist. Es ist schade.

    Wenn du ein Buch lesen willst, tust du das. Aber dann sind die Charas wichtig, die Atmosphäre usw. Das alles führt am Ende zu einer Entscheidung. Aber das Wissen macht das Buch nicht weniger gut. Ganz im Gegenteil: Wenn ich weiß, wie es ausgeht, kann ich den Weg genießen 🙂

    Übrigens habe ich die entsprechende Rezi zum erstgenannten Buch auf Amazon gelesen. Und das traurige ist, dass sich jeder über den Spoiler aufgeregt, aber niemand etwas zur Kritik gesagt hat. Damit entspricht man paradoxerweise dem Vorwurf, es gehe nur darum etwas/jemanden schlecht zu machen.

  4. Ramona schreibt:

    Kritik ist eine Sache, die sieht jeder anders und die steht auch jedem frei.
    Wenn einem Leser ein Buch nicht gefällt, ist das eine Sache – passiert mir auch öfters mal – aber dann bewusst den kompletten Spannungsbogen offenzulegen, das ist noch mal eine ganz andere Stufe. Das würde mich, als zukünftigen Leser, über alle Maße ärgern.

    Und an dem „respektlos“ kann man sich aufhängen – ich hätte auch die Worte unfair, dreist, geringschätzig nehmen können – kommt alles aufs selbe raus.

    Hier wird auch niemand fertig gemacht. Auf meinem Blog sowieso nicht.
    Aber, dass sich Leser über so eine Rezension aufregen, dürfte klar sein – außer man mag Spoiler 😉

  5. Suey schreibt:

    Das kann ich so nur unterschreiben!
    Ich lese meist nur Rezensionen, wenn ich die Bücher schon kenne und zu sehen, was andere über das Buch zu sagen hatten. Aber nicht jeder ist so! Ich hab auch schon mal gespoilert und ich weiß auch wie schwierig ist, nicht zu spoilern, aber das ist das schöne am Hobbybloggen: Man kann jede Form nutzen, die man möchte und den Spoiler Alarm egal wie einbauen.

    Liebe Grüße!

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