Gay Friday #42 – Sydney Stafford & das Team der GSG9

bannersydney.jpg1Heute ist Sydney Stafford zu Gast – einer der wenigen deutschen Gay-Autoren, die sich im Military – Bereich austoben.

Ich habe ja schon mehrfach erwähnt, dass ich den Mangel an ‚Gay Military Romance‚ in Deutschland bedauerlich finde, da ich wirklich gerne diesen ‚harten Stoff‘ lese. Dafür tauche ich auch manchmal aus den Tiefen der Gaybooks auf und stürze mich todesmutig auf Hetero-Lesestoff. (Psst – sagt das aber bitte nicht weiter) 🙂

Anfang des Jahres bin ich auf die GSG9 – Reihe aufmerksam geworden, habe die kurzen Episoden in Rekordzeit verschlungen und warte immer ungeduldig auf die Fortsetzung, die einmal im Monat erscheint.

Die Geschichte rund um Chris „Pünktchen“ Barrelmeier und sein Team, ist keine Romanze. Es geht um brisante Einsätze, gefährliche Verbrecher, zwischenmenschliche Probleme und eine Liebe, die sich erst noch einen Weg suchen muss. Also nichts für den schwachen und sensiblen Magen.

Chris ist schon so ein Früchtchen – aber ein sehr liebenswertes. Er ist bis über beide Ohren in seinen Vorgesetzten Fabian verknallt. Leider hat der aber Frau und Kinder. Daher sucht er sich anderweitig Zuneigung und Sex, doch wirklich befriedigend ist das nicht und viele kommen eben auch nicht mit seinem Job klar.

Pünktchen7

Seine Teamkollegen haben kein Problem mit seiner Homosexualität und in der Umkleide geht es teilweise sehr ulkig zu. Wie man es sich eben so vorstellt. Viele junge Männer auf einem Haufen – da sind Streiche und obszöne Witze an der Tagesordnung. Aber genau das, macht diese Geschichten so authentisch. Das Lesen macht Spaß.

Sydney Stafford haucht ihren Figuren, trotz der Kürze, eine Tiefgründigkeit ein, die mich beim Lesen mitlachen, mitfiebern und mitleiden lässt. Absolute Leseempfehlung!

Liebe – Ängste – Kämpfe – Freundschaft

Pünktchenzitate

Bisher sind 4 Episoden der ersten Staffel veröffentlicht worden.

episode1-4Der erste Einsatz  /  Fehlschuss  /  Gefangen  Der Neue

Episoden 5-8 warten nur noch auf die Veröffentlichung.

episode5-8

Ein Sammelband, für alle 8 Episoden der ersten Staffel, ist in Planung und wird wohl im Sommer erscheinen.

Hier gibt’s noch weitere spannende Bücher von Sydney Stafford *klick*

Interview

Sydney, herzlich willkommen. Ich freue mich sehr, Dich im Rahmen des ‚Gay Friday‘ begrüßen zu dürfen. Stell Dich doch mal kurz vor. Wer ist Sydney Stafford?

Mahlzeit! 🙂 Ich danke auch für die Gelegenheit, an Deinem Gay Friday teilzuhaben. Hrmpf, mich vorzustellen ist gar nicht so einfach. Mir fällt dann immer nie was ein. Ich bin Baujahr 71, hauptberuflich Illustrator, sportbegeistert, introvertiert und habe eindeutig zuviel und eine zu versaute Fantasie.

Wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Naja, so Finger auf die Tastatur und ab dafür. *lacht* Nein, es begann eigentlich immer, wenn ich gezeichnet habe, früher meist Charaktere/Szenen aus Rollenspielen. Irgendwie hatte ich die Chars dann „auf der Couch“. Zum Beispiel der schöne Königssohn Rydan, der auf einmal anfing, seinen Vater schlecht zu machen und zu erzählen, wie es wirklich war, der Templer, der die Foltern überlebt hatte, oder die schöne Elfe, die unsterblich in einen üblen Magier verliebt war. Manche Chars fingen einfach an, ihre Geschichten zu erzählen. Da habe ich irgendwann angefangen, sie aufzuschreiben. Ähem. Klingt das jetzt abgefahren? Sagen wir mal so: Ich habe MEINE Stimmen im Kopf sortiert und zugeordnet bekommen und versuche das jetzt, aufs Papier zu bringen. 😉

Wo schreibst Du am liebsten? Hast Du bestimmte Rituale beim Schreiben?

Hm, Rituale beim Schreiben … also, ich jogge oder bike morgens eine Stunde. In dieser Zeit denke ich über den Plot nach, über Dialoge, über Charaktere und Zusammenhänge. In dieser Stunde kommt oft Einiges zusammen, das glaubt man gar nicht. Beim Laufen gibt es auch die fiesesten Ideen, die die Charaktere dann ausbaden müssen. Am Schluss ende ich immer mit mehreren Sprints, damit ich bloß schnell nach Hause komme und die Ideen aufschreiben kann. Wenn das dann getan ist, ist es meistens auch schon Zeit, Geld zu verdienen, sprich, mich Buchcovern zu widmen. Aber als Freelancer hat man auch mal freie Tage, und wenn es das Wetter erlaubt, setzte ich mich am liebsten mit dem Laptop auf die Terrasse.

Gerade schreibst Du kontinuierlich an Deiner GSG9 – Reihe rund um Chris “Pünktchen” Barrelmeier, sein Team und brandgefährliche Einsätze. Wie entstand die Idee dazu?

Nach dem „Omega Code“ habe ich im Urlaub den Nachfolger „Person Zero“ angefangen, und der Protagonist „Raven“ wurde ja von Deutschland rekrutiert. Da habe ich recherchiert, welche Einheit für seine Zwecke in Frage kommt und traf auf die GSG9 – und habe alles verschlungen, was ich darüber finden konnte. Ich finde Spezialeinheiten und deren Arbeit generell sehr spannend, und irgendwann beim Laufen war plötzlich dieser Plot da, der zur Kurzgeschichte „Der erste Einsatz“ geworden ist. Da „Person Zero“ eher im SciFi Genre angesiedelt ist, habe ich für die Kurzgeschichte neue Charaktere erschaffen. Geplant war auch nur die eine Story, aber da hatte ich nicht mit den Fans gerechnet. 😉 Irgendwie habe ich gedacht: „Naja, ein zweiter Teil geht auch noch …“ und gestern habe ich gerade die achte Episode zu Ende geschrieben, und es macht mir tierischen Spaß! Ab Episode 3 verstricken sich auch die Ereignisse, und nicht jede Folge hat einen gelösten Fall. Die GSG9 beisst sich an einer Organisation schön die Zähne aus.

Die erste Staffel der GSG9 – Reihe wird schlussendlich 8 Episoden umfassen und es wird auch noch eine Printausgabe geben. Wie viele weitere Staffeln und Episoden sind geplant?

Geplant ist auf jeden Fall noch eine zweite Staffel, die auch schon durchgeplottet ist. An der Episode 1 arbeite ich gerade, sie heißt „Schicksalsschlag“ und da wird Chris’ Leben richtig durcheinander geschüttelt. Nichts ist mehr so wie vorher, und er muss sich irgendwie damit arrangieren, während ihm der Job seine volle Leistung abverlangt. Aber ich denke, am Ende der zweiten Staffel hat Chris keine Lust mehr, so wie er leiden muss. *grinst* Ob es eine dritte Staffel geben wird, hängt von der Popularität ab – und wenn ich sie schreibe, wird Chris einen anderen Posten innehaben, um frischen Wind reinzubringen.

Warum ist es die GSG9, die Antiterroreinheit der Bundespolizei, geworden? Viele deutsche AutorInnen schweifen ja auch gerne in die USA ab, und bedienen sich an den beliebten Navy Seals.

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? 😉 Mir gefiel die Idee, mal etwas anderes zu nehmen, warum nicht die „netten Jungs von nebenan“? Ich würde gerne selbst solche Geschichten über die GSG9 und andere Spezialkräfte der Polizei im Gay-Genre lesen, aber sie sind rar. Also schreibe ich sie selbst.

Die Recherche stelle ich mir ziemlich umfangreich vor. Wie gehst Du bei der Recherche vor? An welchen Quellen bedienst Du Dich?

Ausschließlich offizielle Quellen. Videodokumentationen, Bücher und die Seiten der Bundespolizei. Ich möchte rechtlich abgesichert sein und würde mit Sicherheit keine Interna veröffentlichen, WENN ich sie hätte. Was von offizieller Seite nicht erwähnt wird, wird von mir fantasievoll ergänzt. Wer Wert auf 100% Authentizität legt, sollte sich ebenfalls an offizielle Quellen halten, bei mir gibt es Fiktion. 😉

Mit was kennst Du dich mittlerweile besser aus? Sprengstoff oder Schusswaffen?

Schwingschleifer. Okay, der war flach. 😉 Es fasziniert mich beides. Wobei die moderne Technologie mit der ganzen Elektronik mir eher einen Kick gibt.

Die ‚Gay Military Romance‘ – Nische ist noch nicht wirklich bei uns in Deutschland angekommen, allerdings ist der (Hetero) Romantic Thrill – Bereich gut bestückt. Woran liegt das Deiner Meinung nach?

Ist wahrscheinlich genauso wie bei Diabetikerschokolade. Die gibt es auch nur in wenigen Sorten, weil es nicht so viele Diabetiker gibt. 😉 Spass beiseite, das Gay-Genre wird jetzt erst salonfähig, und gerade Polizei / Militär ist noch ein heikles Thema, wenn es um Homosexualität geht. Ich hoffe, in ein paar Jahren gibt es aber mehrere Bücher mit den Themen.

Hast Du gerade noch weitere Projekte? Auf was dürfen wir uns noch freuen?

Ich schreibe vor der Arbeit und nach Feierabend, da reicht mir ein Projekt. „Person Zero“ liegt zwar schon hier mit über 40.000 Wörtern, ist aber erst mal stillgelegt. Wenn ich in einen Plot eintauche, dann ganz. Da ist kein Platz für mehrere Geschichten.

Abschließende Worte an Deine Fans?

Aber sicher doch! Vielen lieben Dank für die Unterstützung, die Rezensionen und Kommentare – das ist für mich echter Ansporn, weiterzumachen. Gäbe es Euch nicht, gäbe es Pünktchen und Co auch nicht. Ihr motiviert mich tagtäglich! ❤

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Sydney, vielen Dank für das aufschlussreiche Interview. Ich freue mich auf viele weitere Einsätze mit Chris und dem Team der GSG9.

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