Meine Meinung zu „Navy Seal: Matt – Verfehlungen der Vergangenheit“ von Miamo Zesi

Ihr fragt Euch sicher, warum es zu diesem Buch keine ausführliche und „bewertende“ Rezension gibt. Das hat seinen Grund: Ich habe absolut keine Ahnung, wie ich dieses Buch bewerten soll. Ich bin leicht überfordert und maßlos enttäuscht.

Endlich erscheint mal eine deutsche „Gay Military Romance“ und dann kann ich so gar nichts mit ihr anfangen.

Vorweg muss ich sagen, dass ich mir das Buch gekauft habe, ohne vorher in die Leseprobe zu schauen. Ich liebe „Navy Seal“ – Geschichten, deshalb hätte ich sie auf jeden Fall gelesen.

Aber ehrlich gesagt hatte ich nach der ersten Seite schon genug, darum hab ich es erst mal zur Seite gelegt und später einen neuen Versuch gestartet und mich anschließend durch das komplette Buch gequält. Meine „Unmut“-Skala stieg von Seite zu Seite.

Weshalb?

Wo soll ich anfangen?! Mir fehlte das „Netz“ – die Begebenheiten und kleinen Details, die jede Geschichte ausmachen, die kleinen Fäden, die alles miteinander verknüpfen und ein großes Ganzes ergeben. Für mich war diese Geschichte eine Aneinanderreihung von Sätzen und Wörtern, die nicht wirklich zusammenpassten – holprig, anstrengend und zu umgangssprachlich.

Was ich aber am schlimmsten fand, ist die Tatsache, dass ein an sich super Plot mit enormem Dramapotential so nichtssagend daherkommt.

Wir haben einen jungen Mann, John, der mit 18 von seiner Familie wegen seiner Homosexualität auf die Straße gesetzt wird. Das muss einen doch auf den ersten Metern zerstören, das reißt einem doch den Boden unter den Füßen weg, da platzt man doch vor Schmerz und Angst.

Dann haben wir Matt, mitten in der Navy Seal – Ausbildung. Das ist eine Top-Elite, die die härteste Aufnahmeprüfung der Welt durchlaufen muss. Da geht man an seine physischen und psychischen Grenzen und weit darüber hinaus.  Irgendwann bricht da auch der härteste Kerl zusammen, auch wenn es erst nach der bestandenen Prüfung ist. Das passiert hier ebenfalls. In ein paar wenigen Sätzen. Dazu kommt noch eine Gefangenschaft in Afghanistan und der vermeintliche Tod.

Wenn man das so liest, müsste das Buch nur so vor dramatischen Szenen und aufwühlenden Emotionen wimmeln. Aber weit gefehlt. Bei mir kam gar nichts an. Überhaupt nichts. Es wurde mir erzählt und vor Augen geführt, mehr nicht. Und das heißt schon was. Ich gehöre nämlich zu den Menschen, die schon beim Anblick von Hundebabyvideos vor Rührung weinen.

Wer weiß, vielleicht erwarte ich zu viel von den Autoren und bin einfach zu anspruchsvoll. Trotzdem bin ich wirklich schwer enttäuscht und in gewisser Weise sprachlos.

Hier kann man es kaufen: Navy-Seal: Matt: Verfehlungen der Vergangenheit

10 Gedanken zu “Meine Meinung zu „Navy Seal: Matt – Verfehlungen der Vergangenheit“ von Miamo Zesi

  1. mattygrace schreibt:

    Ich muss gerade grinsen, denn du sprichst mir aus der Seele. Ich war neugierig, weil Navy Seal und so, also dachte ich mir, schau‘ ich mal rein in die Leseprobe.

    Furchtbar. Selten so eine langweilige Aneinanderreihung von Sätzen gelesen. Wie da Gefühl für die Charaktere aufkommen soll, ist mir unbegreiflich. Ich dachte zuerst, das gibt sich nach ein paar Seiten, also habe ich vorgeblättert, aber das wurde eher schlimmer als besser. Kurzum, ich habe es nicht mal bis zum Ende der Leseprobe geschafft. Wo bei diesem Buch die ganzen 5 Sterne Rezis herkommen, ist mir ein Rätsel.

  2. Ramona schreibt:

    Das ist mit Abstand eines der schlechtesten Bücher, die ich je gelesen habe.
    Ich hab keine Ahnung, wo die ganzen guten Rezensionen herkommen.

  3. mattygrace schreibt:

    Es gibt noch schlechtere Bücher als das, glaub’s mir. *g*

    Ja, dieses gegenseitige Beweihräuchern ist mir in der letzten Zeit auch schon verstärkt aufgefallen. Was die Leute sich davon erhoffen, ist mir allerdings schleierhaft. Da kümmere ich mich lieber darum, die nächste Geschichte zu schreiben, die hoffentlich gut ankommt, statt ständig anderen in den Hintern zu kriechen. 😉

    Noch dazu, wenn es nicht mal verdient ist. Gute Storys empfehle ich gerne weiter, auch bei Kollegen, aber das o.g. ist nicht mal eine Nicht-Empfehlung wert.

  4. Kooky schreibt:

    *Pruuuust*
    Die Rezension hier hat mich jetzt neugierig auf die Leseprobe gemacht. Dass du das Buch durchgehalten hast verdient Respekt.
    Um es so zu formulieren: Um Fehler in Texten aufzuspüren lasse ich mir diese manchmal von dieser Standard-Vorlesestimme auf dem Computer vorlesen. Sehr monoton, was ja auch gewünscht ist, da man so Fehler eher erkennt.
    Im Vergleich zu der Stimme, die beim Lesen der Leseprobe in meinem Kopf entsteht, wirkt diese Computerstimme allerdings wie eine von einem Burgschauspieler dahingeträllerte Ballade.
    Nun interessiert mich ja, rein fachlich, wie man das Kunstwerk eines derart … emotionsfreien Textes hinkriegt, gegen den sogar die Bedienungsanleitung für meinen Föhn leidenschaftlich klingt.

    Ich erlaube mir:
    Zunächst enstand keinerlei Unterschied zwischen Erzähler und Dialog. Klar, da waren plötzlich Anführungszeichen … aber das … äh … war es dann schon. Schlagabtausch. Man hätte eigentlich vor die Dialogzeilen Prota A und Prota B schreiben müssen, wobei das auch irgendwie egal wäre. Schwerster Fehler: Keinerlei Konflikt im Dialog. Also wenn zwei Leute aufeinandertreffen, kommen sie aus unterschiedliche Richtungen und gehen in unterschiedliche Richtungen. Die hier klingen wie 2000 Jahre lang verheiratete Leute die eigentlich synchron denken, und zwar exakt so, wie der Erzähler. Flirr. Flirr, Anführungszeichen drübergestreut.
    Dann sollte man eigentlich „show, don’t tell“ einsetzen. Hier wurde so getan, als würde „show“ magisch entstehen, wenn man das „tell“ einfach – ja, ich weiß – mit Anführungszeichen schmückt.

    Mehr oder weniger erinnert mich die Szene an folgende Anekdote: Ein Schulkollege reizte die Lehrerin, bis sie ihm eine schallende Ohrfeige verpasste. Er glotzt sie völlig ungerührt an und sagt: „Au.“ Sie schaute betroffen. Er nochmal, mechanisch: „Au.“ Sie, glupschte verwirrt. Er wieder, ebenso emotionslos: „Au.“ Sie hysterisch: „Was denn?“ Er: „Sie stehen auf meinem Zeh.“

    Den Protas hier steht wohl auch jemand auf dem Zeh, sodaß sie all die schallenden Ohrfeigen des Lebens nicht spüren.

    Die Rezis verstehe ich nicht. Dass man die Story mag oder so, okay, aber „Ihr Schreibstil ist atemberaubend spannend …“?

    Aber vielleicht ist die erste Seite die mit Abstand schlechteste im gesamten Buch. Ich jedenfalls schaffe es nicht darüber hinaus. Ich habe drei Anläufe gebraucht, um über die ersten Dialogzeilen zu kommen. Gerne ließe ich mir einen Absatz dieses atemberaubend spannenden Stils zeigen. Auch, weil es interessant wäre, zu sehen, was dort richtig gemacht wurde.

    Sätze wie „Die Haut von ihm …“ da kringelt es mir die Zehennägel.

  5. Ramona schreibt:

    Kooky, du bist wirklich einmalig.
    Besser hätte man es nicht formulieren können.

    Dass man sich Leseproben vorlesen lassen kann, wusste ich gar nicht. Muss ich auch mal ausprobieren 🙂

    Bei dem Buch ist wirklich einiges schief gelaufen. Ich breche ungern Bücher ab, deshalb habe ich mich durchgequält. Leider wurde meine Hoffnung auf Besserung nicht bestätigt.

  6. Biggi G. schreibt:

    vielleicht hättest du die anderen Bücher dazu lesen sollen, aber hier schreiben, dass jeder jedem in die Tasche lügt find ich unverschämt. Ich schreibe nicht eine gute Rezi nur um dem Autor einen gefallen zu tun. Es gibt nun mal Genre, die einem nicht gefallen. Ich denke eher du hast das Problem damit das der Navy Seal homosexuell ist.

  7. Ramona schreibt:

    Dir ist schon klar, dass das ein Gaybook-Blog ist. Wenn ich ein Problem mit homosexuellen Charakteren hätte, würde ich mich mit anderen Büchern beschäftigen *gg*

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