Rezension: Eigentlich … – Elisa Schwarz

eigentlichInhalt:

Eigentlich ist Cameron hetero …                                           Eigentlich hat er eine Freundin …                                      Eigentlich will er nächste Woche heiraten  …        Eigentlich …

Doch am Junggesellenabschied schleppen ihn seine Freunde in den Sexclub „Black Stage“. Dort wird er wie gewohnt von Chrissi bedient und bekommt den letzten ultimativen Blowjob seines Lebens. Keine kann nämlich so gut blasen wie Chrissi. Dieser Abend bedeutet die Wendung, denn Tage darauf will er wissen, wer sich wirklich hinter diesem Glory Hole versteckt. Einmal möchte er wenigstens die Frau sehen, die ihn schon so oft in den Himmel katapultiert hat. Leider kommt dann aber alles anders. Denn Chrissi ist keine Frau, sondern ein Mann. Chris. Ein Edelcallboy. Sexy und sehr teuer. Und der weckt Gefühle und Fantasien in Cameron, die er sich nie zu träumen gewagt hat.

Jetzt muss Cameron sich entscheiden: Ehe oder Wahrheit.

Meinung:

Ich bin immer noch ganz geflasht von dieser Geschichte, dabei war der Einstieg gar nicht so leicht. Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig, teilweise etwas derb. „Eigentlich …“ wird aus Camerons Sicht erzählt und so ist man als Leser natürlich ganz nah dran – an den Gedanken und an den Gefühlen. Es fiel mir allerdings manchmal schwer, der extremen Gegensätzlichkeit zwischen dem straighten und überkorrekten Anwalt und der chaotischen, leicht aggressiven und heillos überforderten Privatperson standzuhalten.

Die ganze Geschichte ist eigentlich ein großes Chaos. Ein Auf und Ab und Hin und Her. Man kann die Geschehnisse gar nicht so schnell verarbeiten – es passiert so viel. Und dennoch passt genau dieses Wirrwarr zu der Storyline. Da ist ein Mann, Anfang dreißig, also in den besten Jahren, mit einem tollen Job und einer schönen Verlobten. Steht kurz vor der Hochzeit und somit vor dem Ziel aller: sesshaft zu werden und eine Familie zu gründen. Und dann kommt es, wie es kommen muss. Cameron erkennt, dass ihm jahrelang etwas gefehlt hat, dass er eigentlich eine Lüge gelebt hat, ohne es zu wissen. Dass er statt der weichen Haut einer Frau, lieber den knackigen und festen Hintern eines Mannes unter sich hat. Seine heile Welt stürzt einfach so zusammen. Und dann verliebt er sich auch noch ausgerechnet in einen Callboy. In einen Mann, der tagtäglich unzählige Männer „bedient“. Dass man da nicht „locker“ bleibt, dürfte klar sein. Man kann verstehen, warum Cameron total neben der Spur läuft und teilweise sehr heftig und irrational reagiert. Alles ist neu. Es gibt so viele erste Male. So viel zu entdecken. Die Neugier ist riesig, ebenso der Drang alles nachzuholen.

Die ein oder andere Träne habe ich auch verdrückt, da mir Camerons Gefühlschaos sehr nahe ging. Er kann einem auch wirklich leid tun. Und Chris. Der unwiderstehliche Callboy mit der mysteriösen Vergangenheit. Dunkel und geheimnisvoll. Mh – das mag ich! Tja, der hat es mir auch angetan. Sehr sogar.

Das Lesen dieser Geschichte war wirklich ein Abenteuer. Man schwankt immer wieder zwischen himmelhoch jauchzender Freude und zu Tode betrübter Verzweiflung. Ein Extrem jagt das nächste. Jeder winzige Funken Hoffnung, bringt auch einen Tropfen Mutlosigkeit mit sich. Dazu kommt auch noch der stürmische Sex. Viel Sex. In jeder Variante. Der erotische Anteil ist sehr hoch und überzeugt mit unverfälschter Gier und Leidenschaft. Sehr anregend und richtig heiß!

„Das einzige, das ich noch spüre, dass mein Arm, mit dem ich ihn festhalte, ein wenig schmerzt. Ich schaffe es nicht, die Muskeln zu entkrampfen. Die Angst, dass er weg sein könnte, wenn ich aus meiner Wattewelt wieder auftauchen werde, herrscht vor. Deshalb halte ich ihn einfach weiter fest. So fest, wie es nur irgendwie geht. Ein Stück heile Welt am Ende meiner persönlichen Tortur.“    (Seite 211)

Dieses Buch ist ein Muss für alle „Cock-Lit“ – Fans. „Eigentlich …“ überzeugt mit viel Gefühl, intensivem Bettsport, witzigen Spontaneinlagen und einer wundervollen Liebesgeschichte.

Fazit:

Eigentlich …. verboten heiß!

4 Stars

    • Format: Kindle Edition
    • Dateigröße: 635 KB
    • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 365 Seiten
    • Verlag: dead soft verlag (19. Juli 2015)
    • Preis: 6,99€
    • Hier kann man es kaufen: Eigentlich …
    • Oder direkt beim Verlag *klick*

2 Gedanken zu “Rezension: Eigentlich … – Elisa Schwarz

  1. j125 schreibt:

    Hallo Ramona,

    dieses Auf und Ab das du in deiner Rezension beschreibst, empfinde ich gerade auch 😀 Auf der seinen Seite nennst du Punkte die mich richtig ansprechen, vor allem was du so über Chris sagst. Andererseits sind da auch Punkte, wo ich mir ziemlich sicher bin, dass es mich stören wird. Vor allem ist das das Chaos. Ich hasse es, wenn es zu sehr in der Stimmung schwankt. Klar, im Leben läuft es auch nicht immer steil bergauf, es kommen gute und dann auch wieder schlechte Zeiten. Das ist wohl normal.
    Aber ein ständiges „Ich liebe dich!“ „Nein, wir können nicht zusammen sein“ „Lass uns nie wieder getrennte Wege gehen“ „Wie kannst du mir das antun. Ich will dich nicht mehr sehen“ usw. das kann ich nicht ertragen 😀

    Schade, dass es keine Leseprobe gibt. Die wäre gerade in Bezug auf den Schreibstil natürlich sehr nützlich….

    Nun ja, ich werde das Buch mal im Hinterkopf behalten, vielleicht komme ich mit unentschlossenen Protas irgendwann doch besser klar 😉

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