Top Ten Tuesday #1 – Wir brauchen mehr … Unvollkommenheit


Ich wollte schon lange mal bei einem dieser „Top Ten“ – Tage mitmachen und heute bietet es sich förmlich an. Ich hab nämlich vorhin den Artikel „Brauchen wir mehr quere, behinderte oder farbige Charaktere in Romanen?“ von Frau Schreibseele gelesen, der wirklich sehr lesenswert ist.
In Millionen Büchern (hetero + gay) sind die Protagonisten perfekt. Attraktiv, erfolgreich und unwiderstehlich. Ich gebs zu! Ich schau mir die ganzen tollen Cover mit dem obligatorischen Sixpack auch gerne an. Wer kann da schon wegschauen? Oder die heißen Bilder, die auf Instagram und Facebook kursieren – mit den wohldefinierten Muskeln und dem perfekt inszenierten Schweißfilm, der die makellose Haut ins richtige Licht rückt.
Was ich aber noch interessanter finde, sind Menschen, die eben nicht der Norm entsprechen. Denn das ist die Realität. Es gibt sie in allen Größen, Formen und Variationen. Dick, dünn, groß, klein, hell – und dunkelhäutig, mit und ohne Haare, schwul, lesbisch, heterosexuell, bisexuell, gesund, krank, mit und ohne Behinderung. Menschen, die durch Erkrankungen, Unfälle und Schicksalsschläge Träume begraben und neue erschaffen, die sich zurück ins Leben kämpfen mussten.
Deshalb habe ich 10 Gaybooks herausgesucht, in denen die Protas mit ihrer perfekten Unvollkommenheit glänzen.

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Die Stille der Musik ist gerade erst im neugegründeten Traumtänzer Verlag erschienen und meine derzeitige Lektüre. Der junge Valentin, der durch einen Unfall seine Karriere als Pianist an den Nagel hängen muss, trifft auf den gehörlosen Flo, der sein Schicksal angenommen hat und glücklich ist. Ein Buch der ruhigen Töne.
In Scars Narben auf meiner Seele geht es um den Autor Kaelan, der sich nach der Attacke eines verschmähten Verehrers nicht mehr in die Öffentlichkeit traut und seine Narben versteckt, bis Scott in sein Leben tritt.

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Tierisch verliebt ist natürlich in erster Linie eine Wandlergeschichte, aber eben ohne gestählten Protagonisten, denn Nathan hat ein kleines Wohlstandsbäuchlein. Seine liebste Beschäftigung ist es nämlich, jeden Morgen seiner privaten Peepshow vom Futterhäuschen aus zu frönen und genüsslich eine Nuss nach der anderen zu verdrücken.
Zuviel – Dick, sensibel, ungeliebt ist eines der ersten Bücher, das ich von Kooky Rooster gelesen habe und mir sehr gut in Erinnerung geblieben ist. Wolfgang ist nicht nur groß und übergewichtig, er ist auch sehr sensibel und so nagen die bösartigen Kommentare und die gemeinen Streiche seiner Mitmenschen extrem an seiner Seele.

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Safe Haven beschäftigt sich mit einer selten in Büchern behandelten Erkrankung: Sozialphobie. Blake wurde als Kind zusammen mit seinen Eltern entführt. Im Gegensatz zu ihnen hat er jedoch überlebt und kann seitdem keinen Menschen mehr um sich herum ertragen. Will nicht angeschaut oder berührt werden. Und urplötzlich treten drei Menschen in sein Leben, die alles für ihn tun würden.
At home beinhaltet insgesamt 3 Geschichten, bei zwei davon spielt Unvollkommenheit eine große Rolle. In Not – At home verliebt sich Helge in den schüchternen Jannik, der sich sicher ist, durch eine kleine Besonderheit entstellt zu sein. In At home – with you trifft der nach außen hin knallharte Leon, der nach einem Überfall mit seinem Bein zu kämpfen hat, auf den blinden Kay.

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Mr. Ironheart beschäftigt sich mit einem sehr traumatischen Erlebnis, das schon Jahre zurückliegt, aber lediglich verdrängt wurde und sich schließlich an die Oberfläche kämpft. Chris trägt nicht nur äußerliche Narben, seine Seele ist mit unzähligen Wunden übersät, die nie verheilt sind und nun seine ganz frische Beziehung mit Roman bedrohen.
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schneidet eine Tabuthema an: Depressionen. Es geht um Selbsthass, Selbstverletzung, Selbstmord, die Liebe und den Mut zu kämpfen. Die Geschichte basiert auf wahren Erlebnissen.

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In Du aber liebe mich … unerreichbar geht es vorrangig um Gehbehinderungen. Tino wurde als Baby von seinem Vater vom Balkon geworfen und hat dadurch schwere Verletzungen erlitten, die ihn sein Leben lang begleiten werden. Für ihn ist es unvorstellbar, dass sich ein Mann wie Billy für ihn interessieren soll. Heiko hat Tino wegen seiner Behinderung verspottet und dadurch auch seinen Job verloren. Und nun verliebt er sich in einen Mann, der ebenfalls vom Schicksal gebeutelt wurde.
Bitte, lüg mich an! ist ein unheimlich ehrliches Buch. Marius wurde durch einen Unfall schwer entstellt. Er sehnt sich jedoch nach Zuneigung und menschlicher Wärme, deshalb engagiert er den attraktiven Nick, der seine Gefühlswelt ordentlich durcheinander wirbelt. Doch ist Liebe wirklich stärker als jeder Makel?

Weitere Bücher (für zusätzliche Informationen auf das entsprechende Bild klicken):

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Habt ihr weitere Empfehlungen?

Quelle: http://www.brokeandbookish.com/

14 Gedanken zu “Top Ten Tuesday #1 – Wir brauchen mehr … Unvollkommenheit

  1. el ma schreibt:

    Hallo meine Liebe,
    schau doch mal hier bei BX. Ani Öz hat mehrere Geschichten mit Menschen mit Handicaps. Mal sitzt einer der Protas im Rollstuhl, mal hat einer MS.
    Mir gefallen ihre Geschichten sehr gut, da der Umgang mit diesen Menschen einfach so „normal“ rübergebracht wird.

  2. Michaela schreibt:

    Mir fällt spontan „Zwischen den Zeilen“ von Rona Cole ein, sie dem Analphabetismus ein Gesicht gegeben. Ich finde es ein wundervolles Buch.

  3. Ramona schreibt:

    Hi Sarah,
    stimmt! Die Geschichte hab ich auch gelesen.
    Kit ging mir hin und wieder auch auf die Nerven. Dale hat wirklich ne Engelsgeduld bewiesen.

  4. samenature schreibt:

    Oh ja, die hat er. Ich wäre wahrscheinlich irgendwann ausgerastet.

    Mir fällt da noch „und dann stand die Welt still“ von Schännieh Dunkelstrauch ein. Ich habe es noch nicht gelesen, klingt aber sehr emotional.

  5. Frau Schreibseele schreibt:

    Hallo,

    vielen Dank für Deine Erwähnung (<3) und diese tolle Liste. Da sind einige Bücher schon auf meiner Wunschliste gelandet. Zugegeben, ich hätte gar nicht gedacht, dass es so viele Bücher in diese Richtung gibt. Und das macht mich durchaus traurig. Denn es gibt sie, werden aber nicht so prominent in der Öffentlichkeit wahrgenommen, wie sie es eigentlich verdient haben.

    Daher danke für Deine Liste. Ich hoffe, es ist in Ordnung, wenn ich sie in dem Beitrag verlinke 🙂

    lg

  6. j125 schreibt:

    Hey Ramona,

    ich lese solche Bücher auch immer wieder sehr gern. Zuletzt eben „Die stille Seite der Musik“.

    „Zu viel“ habe ich auch schon gelesen, aber es hat mich nicht ganz überzeugen können.

    „Aus der Stille“ habe ich auch schon gelesen. Das ist aber schon ein Weilchen her. Mir ist es aber in guter Erinnerung geblieben und ich möchte unbedingt mit der Reihe weitermachen.

    Die meisten anderen der vorgestellten Bücher stehen schon auf meiner Wunschliste, aber den Rest werde ich mir noch genauer ansehen 🙂 Danke für die Tipps.

    Mir fällt zu dem Thema übrigens noch „Zwischen den Zeilen“ von Rona Cole ein. Zwar geht es hier nicht um einen körperlichen Makel, aber mit Analphabetismus ist es doch ein sehr spannendes Thema, was ja auch zu sozialer Ausgrenzung führt/führen kann.

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