Top Ten Tuesday #7 – Ohne mich! 10 abschreckende Schlüsselreize

Letzte Woche ging es um Themen und bestimmte Wörter, die den Leser auf direktem Wege zum Kauf animieren: Das muss ich lesen! 10 Schlüsselreize. Dieses Mal wird das Gegenteil unter die Lupe genommen. Welche Themen und Wörter schrecken vom Kauf ab?
Im Laufe seines Leserlebens bekommt man natürlich ein Gefühl, welche Art von Bücher ansprechend sind und wo die Chemie einfach nicht stimmt. Eigentlich bin ich recht flexibel, aber es gibt eine riesengroße Ausnahme: Beklemmungen. Bücher müssen Gefühle auslösen, gute und weniger schöne. Wenn ich mich jedoch körperlich unwohl fühle, wenn beklemmende Empfindungen hervorkriechen, ist bei mir der Ofen aus. Das kann ich nicht ertragen.

Hier sind meine 10 abschreckenden und subjektiven Beispiele …


1. Sexuelle Gewalt

Ich habe absolut nichts dagegen, wenn dieses Thema in Geschichten einfließt, aber es kommt für mich wirklich darauf an, wie es umgesetzt wird. Setzt die Geschichte nach der Tat an, man begleitet den Protagonisten also bei der Verarbeitung des Erlebten, oder es wird nur angerissen oder nacherzählt, dann ist das gar kein Problem. Wird das Ganze aber in schillernden Farben und aller Ausführlichkeit über 10, 20 oder 30 Seiten ausgebreitet, wird mir das zu viel. Das pack ich nicht. Ich hab vor 2-3 Jahren eine Gay – Fantasy gelesen, die bestand eigentlich hauptsächlich aus Vergewaltigungen, Demütigungen und Schmerzen. Ich konnte ab der Hälfte nicht mehr und hab mich schier übergeben. Deswegen lese ich bei Büchern, die bereits im Klappentext auf so eine Thematik hinweisen, die Rezensionen.

2. Fußball

Es gibt einige tolle Gay – Romances mit sportlichem Hintergrund, die ich unheimlich gerne lese, aber Fußball schreckt mit ab. Ich schaue es mir nicht an ( ja, auch nicht zur EM – oder WM – Zeit) und lese auch nichts mit diesem Hintergrund.

3. Holocaust/2. Weltkrieg

Diese Thematik meide ich in belletristischen Werken. Es ist nicht in Worte zu fassen, was damals für menschenverachtende Grausamkeiten verübt worden sind. Die Atmosphäre, die dadurch erzeugt wird, ist erdrückend. Ich kann und will das nicht lesen.

4. Sad Ends

Ich mag keine traurigen Enden. Es muss nicht immer ein Happy – End sein, aber wenigstens versöhnlich, wie zum Beispiel bei Der linke Fuß des Gondoliere. Wenn ich da an Staub und Stolz denke … Jahre später könnte ich noch heulen. Ich war nach dem Lesen tagelang fix und fertig. Traurige Geschichten gibt es im wahren Leben genug 😦

5. Open Ends

Offene Enden sind der blanke Horror für mich. Ich hab zwar Fantasie, aber ich möchte einen klaren Schlussstrich ziehen. Wenn ich weiß, dass es eine Fortsetzung gibt, dann ist das okay, aber so mir nichts, dir nichts im Regen stehen gelassen zu werden … Argh!!

6. Liebe auf den ersten Blick

Ich glaube schon, dass es so etwas wie Liebe auf den ersten Blick gibt. Oder vielleicht doch eher Anziehung auf den ersten Blick?! Ich weiß nicht, ob man jemanden vom Fleck weg lieben kann (Kinder und Tiere ausgenommen). Gerade bei Protagonisten, die keine einfache Vergangenheit haben, die nie in den Genuss von Liebe, Glück und Vertrauen gekommen sind, ist das eine Gratwanderung. Selbst Gestaltwandler mit Gefährten verlieben sich nicht innerhalb von zwei Sekunden.

7. BDSM

Ich mag Geschichten mit einem dominanten Protagonisten. Reine BDSM – Geschichten, die in die Tiefen dieser sexuellen Spielart abtauchen, sprechen mich jedoch nicht an.

8. Einhandliteratur 

Wer ist nur auf diesen Namen gekommen?! Gemeint sind die erotischen Geschichten ohne große Handlung. Für mich muss schon ein bisschen was außerhalb des Bettes passieren. Alles andere ist uninteressant.

9. Fehler im Klappentext

Ich glaube, jeder weiß, dass sich Fehler nicht vermeiden lassen. Das ist schließlich menschlich. Aber wenn der Klappentext bereits nur vor Fehler strotzt, will ich nicht wissen, wie es im Inneren des Buches aussieht.

10. Schlechte Cover

Man sollte ein Buch nicht nach dem Äußeren beurteilen und Schönheit ist ja bekanntlich relativ. Ich rede auch nicht von Covern, die nicht meinem Geschmack entsprechen, sondern von denen, die beim ersten Anblick den Drang in mir wecken, schreiend davonzulaufen und meinen Kopf gegen die nächstbeste Wand zu schlagen.


Quelle: http://www.brokeandbookish.com/

Weitere TTT’s: Lies ’n Buch / I love Gaybooks


Wie sieht es bei euch aus? Was schreckt euch ab?

6 Gedanken zu “Top Ten Tuesday #7 – Ohne mich! 10 abschreckende Schlüsselreize

  1. Allerleihrau schreibt:

    Liebe Ramona,

    lustigerweise habe ich schon letzte Woche so bei mir gedacht, dass es für mich leichter ist zu sagen, was mich abschreckt ein Buch (weiter) zu lesen.
    Meine absoluten No-Gos sind.

    1.Gewaltverherrlichung, die Darstellung von Gewalt als akzeptable Reaktion, lässt mich ein Buch zur Seite zu legen.
    Überhaupt ist Gewalt ein Stimmungskiller, wenn man meine No-Gos so ansieht.
    2.Selbstjustiz in allen Formen und Farben lässt mich ein Buch abbrechen. Sorry, das geht gar nicht. Da kann der Ausführende noch so edle Motive haben, aber das geht nicht.
    Davon ausgenommen sind für mich nur Abwehrhandlungen im Affekt.
    3.Verharmlosung organisierter Kriminalität, der edle Gangster, der sich an seinen eigenen „Ehrenkodex“ hält und somit viel besser ist als die Menschen, deren Leben er zerstört, das ist mir suspekt.
    4.Folter, ausgeschriebene Folter ist überflüssig und hat für mich was von Voyeurismus. Ist ein Prota gefoltert worden / wird gefoltert, kann man das gerne erwähnen, man darf es aber nicht seitenweise ausschreiben.
    5.Missbrauch in all seinen Facetten als Beziehungsgrundlage
    6. Fremdgehen (Ehe(/Beziehungs-)bruch, als akzeptables Verhalten, das ist etwas, was mich auch ein Buch i.d. R. ablehnen lässt. Gut Beziehungen gehen auseinander, man wird von jemandem anderen stärker angezogen, alles kein Thema, wir sind alle nur Menschen. Aber dann räumt man erst mal in seinem Leben auf, schafft Ordnung und orientiert sich dann neu. Solange ein Prota in einer Beziehung ist,
    7.Kinder als Dekoobjekt, grummel, wenn man genau merkt, der Autor, oder die Autorin haben einfach null Ahnung vom Leben mit Kindern haben.
    8.Young Adult Geschichten, dafür bin ich einfach zu alt.
    Entweder ist die Protagonistin altersgemäß unsicher und unzufrieden mit sich selbst dargestellt, dann geht sie mir auf die Nerven, weil ich dieses, „ich bin, so klein und hässlich und du Mann bist so toll“, nicht mag, oder aber die Protagonistin hat eine Kick-Ass-Attitüde, die nicht zum Alter passt.
    Das nervt mich dann wiederum, weil ich erwachsene Frauen in der Haut eine Teenies genauso blöd finde.
    Besonders lästig finde ich letztere Geschichten weil sie immer diesen erhobenen Zeigefinger haben.
    9.Ich mag es auch nicht, wenn problematische Themen in das Gewand eines Romans gekleidet werden, dazu gehören für mich neben dem von dir angesprochenen Holocaust-Komplex auch die aktuelleren Sachen wie der Umgang mit traumatisierten Menschen und psychische Erkrankungen .
    Das hat für mich den Hintergrund, dass ich finde, dass die Gesetze denen Fiction, um mal den umfassenderen englischen Begriff zu nehmen, gehorcht, der Komplexität der Themen im Wege steht, weil man entweder dem Thema nicht gerecht wird, weil man verkürzt und verknappt, oder seltsame Schlenker machen muss, oder es wird ein schlechter Roman draus, weil die Darstellung der Probleme einen ordentlichen Erzählfluss nicht zulässt.
    10.Außerdem führt es zum absoluten Ausschlusskriterium, Sad-End.
    Ich lese in meiner Freizeit ausdrücklich um mich zu entspannen und etwas Licht in mein sonst recht anstrengenden und an Problemen reichen Leben zu haben, da will ich keine traurigen Enden lesen.

  2. Ramona schreibt:

    Hi,
    vielen Dank für deine ausführliche Antwort.

    – Ich kann viele deiner Punkte absolut nachvollziehen: Verharmlosung von Gewalt, Folter und Missbrauch sowie Glorifizierung von Gangstern gehen gar nicht.
    – Über Selbstjustiz hab ich bisher noch kein Buch gelesen.
    – Mit Young Adult kann ich auch wenig anfangen. Es gibt einige gute Bücher mit sehr jungen Protagonisten, aber meistens kann ich mich auch nicht mehr in sie hineinversetzen.
    – Fremdgehen finde ich als Thema nicht ganz so schlimm, wenn es richtig gut gemacht ist.
    – Beim Holocaust bin ich ganz bei dir, aber Traumata oder psychische Erkrankungen können gut verpackt werden, wenn ausreichenden recherchiert und authentisch erzählt wird. „Broken“ ist da ein Musterbeispiel 🙂

    Ganz liebe Grüße
    Ramona

  3. Allerleihrau schreibt:

    Liebe Ramona,
    ich bin sehr froh, Deinen Blog vor kurzem gefunden zu haben, weil ich das Gefühl habe, dass Du als Leserin ähnlich gestrickt bist wie ich.
    Ich bin halt noch ein Stück „zuckeriger“, würde ich es nennen, ich bezeichne mich auch schon mal als „Sonnenscheinleserin“.
    Meine privaten Lesezeiten dienen der Erholung und ich kann es mir nicht leisten, mich von einem Buch runterziehen zu lassen.
    Und „Broken“ würde genau das tun. Wenn ich ein Buch beiseitelege, muss es eben das sein, beiseite gelegt.
    So ich geh hier mal weiter stöbern, es gibt noch so viel zu entdecken.

    LG Allerleihrau

  4. Ramona schreibt:

    Das freut mich ❤

    Zuckerige Geschichten kann man nie genug lesen 🙂
    Ich mag die Sorte Bücher auch, aber bei mir darf es gerne auch mal ein bisschen dramatisch werden, aber natürlich nicht bis zum Äußersten.

    Ich hoffe, du findest etwas, das dich anspricht.

    LG
    Ramona

  5. j125 schreibt:

    Das ist ein super interessantes Theme. Ich glaube, bei mir gibt es nur zwei Sachen, wo ich kategorisch ablehne. Das sind zuallererst Dreiecksgeschichten. Es gibt nichts was ich mehr hasse. Aber auch Bücher in denen Krebs (oder andere tödliche Krankheiten) eine Rolle spielen, lese ich ebenfalls nicht. Auch Roadtrips mag ich nicht.

    Der zweite Weltkrieg interessiert mich thematisch auch nicht so, ich würde ein Buch das in der Zeit spielt aber trotzdem lesen, wenn es mich anspricht. Anders als zum Beispiel bei Dreiecksgeschichten.

    Offene oder traurige Ende finde ich auch nicht sooo toll, aber dummerweise erfährt man das ja selten vorher 😀

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