[dies & das] #nohatespeech am Beispiel von Rezensionen

Auf KeJas Buchblog gibt es gerade eine Aktion: #nohatespeech. Es geht um den Umgang miteinander und mit gemeinen und beleidigenden Kommentaren. Dass viele Facebook und Co. als rechtsfreien Raum ansehen, was natürlich nicht der Wahrheit entspricht, ist nichts Neues. Es wird gehetzt, beleidigt und verurteilt. Fehler sind menschlich. Manchmal haut man vielleicht etwas raus, dass im Eifer des Gefechts heftiger ausfällt als geplant. Das passiert. Man muss dann halt daraus lernen und es in Zukunft besser machen. Leider leichter gesagt als getan. Dennoch sollte ein gewisses Maß an Höflichkeit selbstverständlich sein.

Rezensionen sorgen zum Beispiel in regelmäßigen Abständen für Zündstoff, oftmals entwickelt sich daraus eine explosive Mischung, die sehr unschöne Auswirkungen hat. In den letzten Jahren ist das Thema immer wieder hochgekocht. Bauanleitungen zur perfekten Rezension schießen wie Pilze aus dem Boden. Oft werden darin Standards vorausgesetzt, die kaum zu erfüllen sind. Deshalb möchte ich in diesem Beitrag auf den stellenweise sehr negativen Umgang mit Rezensenten und Rezensionen und die Leseeindrücke im Allgemeinen eingehen.


Die Rezension

Rezensionen haben eine sehr private und intime Note. Es handelt sich dabei um einen Leseeindruck, der in Länge, Inhalt und Empfinden stark variiert. Nicht nur die Autoren geben etwas von sich preis, auch die Leser machen sich mit dem Verfassen einer Rezension verwundbar und lassen möglicherweise sogar einen Blick in ihr Innerstes oder ihre Vergangenheit werfen. Das ist ein Geschenk und sollte geschätzt werden.  Eines wird nämlich häufig vergessen: Hinter jeder Rezension sitzt ein Mensch mit Gefühlen, Träumen und großen und kleinen Problemen.

Wie sollte eine Rezension aussehen?

Ich vertrete die Meinung, dass beim Rezensieren alles erlaubt ist – außer Beleidigungen. Jeder Rezensent bzw. Leser hat natürlich Vorlieben und No – Go’s und bringt individuelle Erfahrungen, Interessen und Erwartungen mit ein. Das ergibt eine bunte Mischung aus Meinungen. Und genau so sollte es auch sein.

Es gibt eine ganze Reihe an Diskussionsansätzen:
Mit oder ohne Klappentext? Klappentext oder eigene Zusammenfassung? Spolier – ja oder nein? Gefühle oder sachliche Bewertung? Lang oder kurz? Dürfen Autoren andere Autoren rezensieren? …. Da raucht einem der Schädel.

Ich versuche immer, meine Gefühle mit einfließen zu lassen und meine Begeisterung zu teilen. Das klappt aber nicht jedes Mal, deshalb switche ich zwischen drei Rezensionsformen:

  • Ausführliche Rezensionen
    Manchmal kommt man einfach nicht von einem Buch los. Die Geschichte nimmt viel Raum ein und der Drang, alles niederzuschreiben, ist übermächtig, Tja, dann gibt es wirklich lange Rezensionen. Ganz weit oben rangieren bei mir Wake Up Married und Broken.
  • Kurz und Knapp
    Ich hab extra eine Kategorie, in die ich alle Leseeindrücke packe, die nicht ganz so ausführlich sind. Wobei da die Länge auch stark variiert.
  • Mini – Feedback
    Auf Goodreads hinterlasse ich oft nur wenige Sätze.

Es ist aber auch völlig in Ordnung, wenn man mal ein Buch nicht rezensiert. Mir geht es auch oft so, dass mir zu einer Geschichte nicht wirklich was einfällt, manchmal hat man auch keine Lust oder keinen Nerv. Wichtig ist nur, dass man sich nicht mit anderen misst, sondern einfach sein Ding macht. Die Autoren freuen sich über jedes Feedback. Außerdem gibt es wahrscheinlich nur konkrete Vorschriften für professionelle Literaturkritiker und eben das ungeschrieben Gesetz der Struktur für Blogger (Inhalt, Meinung, Fazit).


Negativer Umgang mit Rezensionen

Jeder kann es nachvollziehen, dass ein Autor verletzt ist, wenn seine Geschichte kritisiert wird. Man arbeitet Monate oder Jahre an einem Buch, es fließen Herzblut, Schweiß und Tränen. Aber die allerwenigsten Rezensionen haben einen persönlichen Hintergrund. Die gibt es natürlich auch. Ich hab aber noch keine wirklich bösartige Rezension gelesen. Die meisten kritischen 1 – 2 Sterne Bewertungen sind in der Regel recht ausführlich und mit Argumenten unterlegt. Der Umgang mit diesen Rezensionen ist aber oft negativ und sehr vielfältig:

  • Hetzkampagnen
  • Spott
  • Der Rezensent wird ins Lächerliche gezogen
  • Beleidigungen
  • Öffentliche Bloßstellungen
  • Drohungen
  • Unterstellungen
  • Aufhetzen der Fans
  • Das Buch wird gelöscht und neu hochgeladen, damit die Rezensionen verschwinden

Warum tut man das? Es gibt keine Gewinner. Der Autor ist wütend und verletzt, verprellt vielleicht sogar Leser, die so ein Verhalten nicht gutheißen. Der Rezensent ist ungeschützt einem fuchsteufelswilden Mob ausgesetzt und gibt vielleicht keinen Mucks mehr von sich, weil er sich nicht noch mal so behandeln lassen will. Wer könnte es ihm verübeln?
Mir blutet jedes Mal das Herz, wenn ich so etwas auf anderen Blogs oder auf Facebook lese. Sagt man dann was, ist man entweder der Buhmann, wird blockiert oder komplett ignoriert.

Es gibt natürlich aber auch viele Autoren, die dankbar für Kritik sind, damit sie sich beständig verbessern können oder nach dem ersten Schreck, die Krone richten und weiterschreiben. Die Geschmäcker sind verschieden und es wäre doch wirklich langweilig, wenn alle die gleichen Geschichten mögen würden. Wo bliebe da die Vielfalt, die Individualität?
Noch schlimmer wäre es, wenn die Leser verstummen würden? Was würde dann mit all den tollen Geschichten passieren? Würden sie im großen Strom des Amazonas verschwinden? In den Hintergrund rücken und schließlich in Vergessenheit geraten? Das wäre doch wirklich schade.

Das Gay – Genre lebt doch geradezu von Toleranz. Und die sollte nicht vor der eigenen Haustür und an der eigenen Meinung enden.


Meine Erfahrungen

Ich bin selbst schon in die Schusslinie geraten und musste Beleidigungen und Drohungen sowie Aktionen über mich ergehen lassen, die jenseits von Gut und Böse waren. Ich war fast so weit, das Bloggen komplett an den Nagel zu hängen. Aber das ist es nicht wert. Hier in Deutschland herrscht Meinungsfreiheit. Wenn ich ein Buch kaufe, dann habe ich auch das Recht, es zu bewerten. Und niemand darf mich deswegen angreifen oder beleidigen. Ich bekomme heute noch den ein oder anderen Kommentar, der unter die Gürtellinie geht, aber da stehe ich drüber und ignoriere es einfach. Solche Aktionen werfen immer ein schlechtes Licht auf denjenigen, der auch bei der kleinsten Kritik überreagiert. Die Leser merken sich so etwas und ziehen Konsequenzen.


Fazit

Rezensionen unterliegen einem Entwicklungsprozess. Anfangs wackeln die Leseeindrücke noch auf unsicheren Beinen durch die Bewertungsportale, aber nach und nach wird der Rezensionsstil reifer und sicherer. Bleibt am Ball und lasst euch nicht davon abhalten, eure Meinung zu sagen. Rezensionen verhelfen den Autoren zu mehr Sichtbarkeit und lassen sie wachsen, anderen Lesern verschaffen sie einen ersten Überblick und bewegen sie vielleicht sogar zum Kauf. Ein Gewinn auf ganzer Linie. Das Zauberwort ist Toleranz.

Gabi vom Laberladen hat auch einen tollen Bericht dazu verfasst *klick*


Habt ihr auch schon negative Erfahrungen gemacht? Wie geht ihr mit beleidigenden Kommentaren um?

15 Gedanken zu “[dies & das] #nohatespeech am Beispiel von Rezensionen

  1. Nicole Henser schreibt:

    Ich danke dir für diesen schönen Beitrag, Ramona. Und natürlich auch den anderen Bloggern, die sich mit dem Thema befasst haben.
    Aus Autorensicht kann ich nur dazu sagen, dass eine Rezension ein großes Plus ist, selbst wenn sie einmal kritisch ausfällt. Es ist genau, wie du sagst: Wie soll ich meinen Schreibstil oder die Storylines verbessern, wenn das Feedback fehlt?
    Natürlich sind gute Rezensionen besonders angenehm, aber sie geben auch das gute Gefühl, die Vorleiben der Leser zu treffen. Das ist besonders wichtig, denn ohne sein Publikum ist ein Autor nur jemand, der seine Gedanken niederschreibt. Lebendig wird das Ganze erst, wenn diese Gedanken auch ihre Empfänger haben, denn jeder liest eine andere Geschichte.
    So ist es auch natürlich, dass die Rezensionen die persönlichen Eindrücke widerspiegeln, die beim Lesen entstehen. Es ist ziemlich schwer, jedermanns Geschmack zu treffen. Darum nehme ich zum Beispiel auch negative Meinungen sehr ernst und überlege, in wieweit sie sich mit meinen Vorstellungen decken. Wenn man veröffentlicht, muss man auch mit Kritik umgehen können, ein wenig Rückgrat gehört dazu.
    Den einen oder anderen Rezensenten kennt man ja auch und man weiß, wie diese Lesermeinung zu deuten ist. Sollte es da eine entsprechende Vorgeschichte geben, werte ich die Äußerung natürlich auch entsprechend und denke mir meinen Teil. Aber meist habe ich ein Lächeln auf dem Gesicht und freue mich sehr über Rückmeldungen.
    Die oben geschilderten Reaktionen von Autoren kann ich manchmal nur mit einem Kopfschütteln betrachten. Unsere Bücher sind wichtig und stehen uns nah, aber nur über ehrliche Kritik kann man als Schriftsteller wachsen. 😉

    • Ramona schreibt:

      Hi Nicole,

      vielen Dank für dein Feedback 🙂
      Solange es sich um konstruktive Kritik handelt, kann man nur daran wachsen. Auch wenn es vielleicht schmerzt. Ich glaube, das Gefühl kennt jeder.

  2. laberladen schreibt:

    Hallo Ramona,

    es klingt unglaublich, aber leider habe ich einige der beschämenden Reaktionen auf negative Buchbesprechungen, die Du da aufgelistet hast, selbst schon beobachten müssen. Mir ist es zum Glück selbst noch nicht passiert, dass ich wegen einer kritischen Meinung so angegriffen wurde, aber ich kann mir natürlich gut vorstellen, dass man sich dann wirklich zweimal überlegt, ob man sich nochmal derart in den Wind stellt, wenn einem das widerfahren ist. Und das bloß, weil man ein Buch negativ bewertet hat.

    Dabei tun sich Autor / Verlag keinen Gefallen, wenn man auf diese Weise versucht, kritische Stimmen zu unterdrücken. Ich wünsche mir stattdessen, dass überall die Größe und Souveränität da ist, auch nicht so positive Meinungen einfach mal zu akzeptieren und stehenzulassen oder im besten Fall sogar Anregungen und Verbesserungsmöglichkeiten daraus mitzunehmen. Auch wenn es natürlich nicht angenehm ist, etwas Negatives über sein Herzensprojekt zu lesen.
    Wir als Blogger müssen uns schließlich auch sagen lassen, dass jemand unsere Einschätzung zu einem Buch absolut nicht teilt und es ganz anders sieht. Das ist die Vielfalt der Geschmäcker und es ist doch schön, wenn die ganze Bandbreite von „absolutem Lieblingsbuch“ bis „geht für mich gar nicht“ existiert und auch öffentlich geäußert wird.

    Und #nohatespeech heißt eben genauso, seine Meinung in einer zivilisierten Art und Weise zu äußern, wie auch mit genau den gleichen Umgangsformen aufgeschlossen und ohne Beschimpfungen etc. darauf zu reagieren. Diesen Appell unterschreibe ich sofort.

    Liebe Grüße
    Gabi

    • Ramona schreibt:

      Eigentlich klingt es ja wie ein schlechter Film. Leider ist es traurige Realität, was da stellenweise abgeht.
      Bei mir war es übrigens keine schlechte Rezension, sondern eine 4 Sterne Bewertung, die eskaliert ist.
      Das war alles andere als schön.
      Mir ist es ein Rätsel, warum – wie du schon sagst – diese kritischen Meinungen nicht akzeptiert werden. Die haben die gleiche Daseinsberechtigung. Und wenn eine 1-2 Sterne Bewertung freundlich formuliert ist, sollte man im gleichen Ton antworten.

      • laberladen schreibt:

        Umso besser, wenn sich aus so unschönen Begegnungen eine Gegenbewegung formt und ein freundlicher Umgangston im Netz propagiert wird.
        Man kann schließlich kompett unterschiedlicher Meinung sein, den anderen von der eigenen Meinung absolut nicht überzeugen können – und sich trotzdem gerne mögen.

        LG Gabi

  3. Evy schreibt:

    „Elbmagarita“ hat einen Artikel verfasst, der sich auf Musikkritien bezieht, aber gut auf Rezis übertragbar ist und der den persönlichen Aspekt gut betont: http://www.elbmargarita.de/2017/05/musikkritik_kolumne/

    Meine Rezensionen blieben bisher von einem Shitstorm verschont und ich habe richtigen Hate noch nicht beobachten können. Aber es verletzt mich, wie kritischen Rezensenten auf Bewertungsportalen Inkompetenz oder Neid unterstellt wird.

    Allerdings wird man von Autoren manchmal unabsichtlich unter Druck gesetzt – eine 2-Sterne-Rezi macht sich nicht gut in der Statistik und vom Schreiben leben wollen alle. Ich finde es sehr schwer, mich in diesem Spannungsfeld zu bewegen.

    Anleitungen für Rezis: Ich habe selbst eine verfasst bzw. eine Beobachtung, Analyse meiner eigenen Texte und ich kann mir vorstellen, dass sich Leute unter Druck gesetzt fühlen, diese Anforderungen zu erfüllen. Es muss kein negativer Tonfall dahinter stehen, aber schon die Unterteilung in „Mach das so (nicht)!“ kann stressen. Allerdings sind mir in letzter Zeit einige oberflächliche Rezensionen untergekommen und sowas ärgert mich. Es fehlt mir an eigenen Gedanken, dem Mut sich als Person einzubinden und zu fragen „Was hat das Buch mit mir zu tun?“ – man muss ja nicht seine Biografie aufschreiben, aber ich wünsche mir, dass hinterfragt wird, warum man Dinge im Buch gut oder schlecht fand. Manchmal versteht man ein Buch besser, wenn man einen persönlichen Bezug hat. Bücher sind dazu gedacht, dass sich der Leser mit ihnen identifiziert – warum nicht darüber sprechen?

    Allerdings fällt mir auch auf, dass die Community füreinander einsteht. Wenn Kritik kommt, gibt es meist Gegenreaktionen. Man ist nicht allein damit. Es könnte mehr sein, aber ich fand es überraschend, dass Leute, die sich nicht kennen, füreinander einstehen. Hoffen wir, dass das noch ausgebaut wird 🙂

    • Ramona schreibt:

      Hi Evy,
      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar.

      Diese Anspannung kenn ich auch nur zu gut.
      Man wird oft unter Druck gesetzt, meistens geschieht das unbewusst, aber man hört und liest ständig, das 1-3 Sterne – Rezis nicht förderlich sind. Ich hab auch schon von anderen Bloggern mitbekommen, dass sie angeschrieben wurden mit der Bitte, die entsprechende Rezi zu entfernen.
      Eigentlich totaler Schwachsinn. Viele Leser kaufen Bücher, gerade wegen den kritischen Rezensionen.

      *Bücher sind dazu gedacht, dass sich der Leser mit ihnen identifiziert – warum nicht darüber sprechen?*
      Dieser Aussage kann ich nur zu 100% zustimmen. Ich lese unheimlich gerne Rezensionen, die aus der Seele sprechen und einen Blick auf den Rezensenten werfen lassen.

      Das stimmt, die Community ist da und die entsprechenden Autoren/Verlage bekommen auch Gegenwind. Das ist wichtig.

    • Kristinas Bücherwelt schreibt:

      Schön gesagt Evy. 🙂

      „Es fehlt mir an eigenen Gedanken, dem Mut sich als Person einzubinden und zu fragen „Was hat das Buch mit mir zu tun?“ – man muss ja nicht seine Biografie aufschreiben, aber ich wünsche mir, dass hinterfragt wird, warum man Dinge im Buch gut oder schlecht fand. Manchmal versteht man ein Buch besser, wenn man einen persönlichen Bezug hat. Bücher sind dazu gedacht, dass sich der Leser mit ihnen identifiziert – warum nicht darüber sprechen?“

      Es ist nicht immer so leicht umzusetzen, aber ein großes ❤ dafür!

    • Louisa schreibt:

      Ich glaube, das Problem ist das „Identifizieren“ selbst. Von vielen wird das als „kindisch“ angesehen und sogar ins Lächerliche gezogen. KA.

  4. Kristinas Bücherwelt schreibt:

    Hallo Ramona,

    mir ist es bisher nur in der light-Variante passiert, einfach indem mein Name nicht genannt worden ist. Ein, wie ich fand, der Rezension unangemessenes Posting konnte ich trotzdem auf Facebook finden und natürlich entsprechende Kommentare.

    Ich habe mich letztlich mit der Autorin selber geeinigt, bzw. die Missverständnisse versucht auszuräumen (ich bin aufgrund dessen auf sie zugegangen). Zwei Sterne bekommt natürlich niemand gern, aber mir war sehr wichtig, dass nicht der Eindruck hängen bleibt, ich hätte mir keine Gedanken dazu gemacht (was anhand der Länge meiner Rezension eigentlich auch schon klar gewesen ist).

    Ich habe damals die Rezension von Amazon entfernt und der Autorin eine Detailkritik im Gegenzug geschrieben. Ich möchte sagen, dass ich dazu nicht aufgefordert worden bin, das war mein Angebot um die Wogen zu glätten.

    Was habe ich daraus gelernt? Nun, ich glaube ich würde heute nicht mehr löschen, sondern einfach nur das Angebot des intensiven Austausches in den Raum stellen. Ich denke, dass diese Variante auch anderen Lesern gegenüber fairer ist. Aber dass meine, ja nun nicht weltbewegende Meinung (es hätte sich nicht einmal was am 5-Sterne Schnitt geändert), derart persönlich aufgenommen und abwertend kommentiert werden würde, hatte ich definitiv nicht erwartet und darauf war ich so auch nicht vorbereitet. Gerade negative Rezensionen können neugierig auf ein Buch machen und wie du schreibst, es wäre ja langweilig immer denselben Geschmack zu haben.

    Ich bin absoluter Befürworter von gegenseitigem Respekt und auf dieser Basis darf, kann und sollte auch diskutiert werden. Diskurs in der Literatur gab es schon immer und Autoren wie Rezensenten haben die Möglichkeit, das lebendig zu gestalten.

    Liebe Grüße und hoffentlich zukünftig angemessenes Feedback
    Kristina

    • Ramona schreibt:

      Hallo Kristina,
      ich glaube, es ist normal, dass man anfangs unsicher ist, wenn man zum ersten Mal mit so einer Autorenreaktion konfrontiert wird. Hinterher ist man immer schlauer und würde vieles anders machen. Geht mir nicht anders.
      Das mit dem Rezensionen löschen kenne ich auch.
      Bei mir ging es jedoch um eine 4 Sterne – Rezension. Ich hatte mit der Autorin noch nie was zu tun und war total überrascht, dass sie so heftig reagierte. Sie hat mich öffentlich beleidigt und Monate gegen mich gehetzt.
      Als sie sich an mich wandte und mich bat, die Rezi zu löschen, hab ich eingewilligt, weil sie im Gegenzug mit dem Theater aufhören wollte. Pustekuchen! Das Ganze gipfelte in einer Hassschrift auf Bookrix, die zum Download stand.
      So was habe ich echt noch nie erlebt. Und alles wegen einer 4 Sterne – Rezension. Wie in einem schlechten Film.
      Ich hatte aber Glück, dass sich sehr viele Autoren und Leser auf meine Seite gestellt haben.
      Im Endeffekt bringt es auch nichts. Man verletzt andere Menschen willentlich und sabotiert sich selbst. So was bleibt nämlich hängen.

      Respekt sollte von beiden Seiten ausgehen.

      • Kristinas Bücherwelt schreibt:

        Absolut! Respekt ist nun mal keine Einbahnstraße.

        Solche Dinge wollen gar nicht in meinen Kopf. Das ist einfach so unverständlich und eben auch unnötig. Und 4 Sterne sind ja nun wirklich nicht das Ende der Welt. Dass du da völlig überrumpelt warst, kann ich mir nur zu gut vorstellen. Wenn man sowas nicht selber erlebt, kann man das doch kaum glauben.

        Und ich stimme dir total zu, solche Dinge bleiben hängen. Ich gestehe, dass ich wohl keine Rezensionen mehr zu Büchern schreiben werde, wenn mir die dazugehörigen Autoren wegen solcher Praktiken bekannt sind. Und auch das Lesen der Bücher bekäme keine Priorität bei mir. Eine Person macht vielleicht noch nicht viel aus, aber ich denke, dass es vielen Lesern ähnlich geht – und im Grunde schadet sich der Autor auf lange Sicht damit selber. Wer Feedback möchte, der muss es eben in seiner gesamten Breite zulassen. Nur die schönsten Häppchen einzusammeln zu wollen, unterstütze ich wissentlich nicht.

        Ich hoffe jedenfalls wirklich, dass dir das nicht noch einmal passiert. Sowas zerrt sehr an den Nerven und Internetmobbing wird m.M. nach auch immer noch unterschätzt. Und natürlich wünsche ich so etwas auch keinem anderen.

      • Ramona schreibt:

        Solche Reaktionen stehen meistens in keiner Relation zum Auslöser.
        Vor allem schaden sich die Autoren ja nicht nur selbst. Der entsprechende Rezensent und auch andere Leser, die das nicht gutheißen, stellen möglicherweise das Rezensieren komplett ein. So müssen auch andere Autoren darunter leiden, die gar nichts damit zu tun haben.

        Ich hoffe auch sehr, dass sich so etwas nicht wiederholt.
        Einmal reicht 😉

  5. Louisa schreibt:

    Wie kann man einen Streit wegen 4 Sternen anfangen? Dem/Der AutorIn muss extrem langweilig gewesen sein.

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