[Kurz & Knapp] No Return 1: Geheime GefĂŒhle – Jennifer Wolf

WrongTurn ist die angesagteste Boyband der USA. Geliebt und begehrt. Die aktuelle Europatour wird allerdings zur Belastungsprobe fĂŒr die Band und zur persönlichen Katastrophe fĂŒr die Publikumslieblinge Tony und Andrew. Die beiden sind seit Ewigkeiten befreundet und leben ihren Traum als Musiker. Doch zwischen ihnen verĂ€ndert sich langsam aber sicher etwas. Tonnenschwere Geheimnisse schaffen eine Kluft …
Tony ist verliebt. In einen Mann. In Andrew. Seinen besten Freund. Gefangen zwischen dem knallharten Management, das HomosexualitÀt vertraglich ausgeschlossen hat, Andrews NÀhe und den Fans, die Anton (Andrew & Tony) vergöttern, gerÀt Tony in einen Sog aus Selbsthass, unerwiderter Liebe und Schuld.

Fazit:

Diese Geschichte macht sĂŒchtig. Ich hing an jedem einzelnen Wort. Jennifer Wolf hat eine einnehmende AtmosphĂ€re geschaffen, von der ich einfach nicht mehr loskomme. Auch jetzt noch nicht. Ich fĂŒhle mich so aufgewĂŒhlt und schwanke zwischen MitgefĂŒhl und Wut. Diese Situation ist so frustrierend und unfair. ErzĂ€hlt wird die Geschichte aus Tonys Sicht, was natĂŒrlich dazu fĂŒhrt, jeden noch so kleinen Riss in seinem Herzen hautnah mitzufĂŒhlen. Und davon gibt es eine ganze Menge. Tony ist emotional komplett am Boden, aber wer könnte ihm das verdenken. Über ihm schwebt bestĂ€ndig eine dunkle Wolke, genĂ€hrt aus der Verleugnung seiner Liebe und seiner selbst, dem Druck, alles richtig machen zu mĂŒssen und der Kaltherzigkeit seiner Eltern.
Wie viel kann ein Herz verkraften? Wie viele Tritte und ZurĂŒckweisungen, bevor es bricht? Bis zum Schluss hat er es mĂŒhsam zusammengehalten. Ich kann es kaum erwarten, bis Band 2 erscheint. Ich hoffe, da bekommt Tony endlich das verdient Happy – End. Karriere ist nicht alles. FĂŒr die Liebe lohnt es sich, Risiken einzugehen.

#TeamAnton ❀

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[Kurz & Knapp] Der Morgen, den ich fĂŒrchte – Eliza Bauer

David nimmt Abschied von dem Haus, das 30 Jahre lang sein Heim war. Auf seinem Streifzug durch den Garten und die einzelnen RĂ€ume, kehrt er zurĂŒck in das Jahr 1984, als er seinen Freund Adam kennen und lieben gelernt hat.
David arbeitet in der Kanzlei seines Vaters und hat gerade eine Scheidung hinter sich. Als ihn eine Kollegin auf die Einweihungsparty von Adam schleppt, ahnt er noch nicht, welche Auswirkungen diese Begegnung haben wird. Zum ersten Mal in seinem Leben kann David frei sein, aber hat er auch den Mut, den ihm vorbestimmten Lebensweg zu verlassen?

Fazit:

Eine nostalgische Zeitreise in die 80er Jahre. Vom Titel her hĂ€tte ich eine dramatische Liebesgeschichte vermutet, aber weit gefehlt, „Der Morgen, den ich fĂŒrchte“ kommt ohne ĂŒberraschende Wendungen und Dramatik aus, punktet dafĂŒr aber mit viel GefĂŒhl.

Der Leser wird lange Zeit im Unklaren gelassen, warum David das Haus verkauft und wo sich Adam befindet. Mir hat die Art der ErzĂ€hlung sehr gefallen. Eigentlich mag ich keine RĂŒckblenden, aber hier hat es sich auf ganz wunderbare Weise eingefĂŒgt. David hat Jahrzehnte in diesem Haus gewohnt, da haben sich in jedem Zimmer und jedem noch so kleinen Winkel Erinnerungen angesammelt, die er nun mit dem Leser teilt. Der Fokus liegt dabei aber auf ihrem Kennenlernen und den AnfĂ€ngen ihrer Liebe. Die RĂŒckblenden erzĂ€hlen von dem Mut, zu sich selbst zu stehen.

Mich hat jedoch der Schluss am meisten berĂŒhrt. Ein Ende voller Emotionen, das mir wahrscheinlich noch sehr, sehr lange in Gedanken bleiben wird. Liebe ist in jedem Alter schön und nicht weniger anregend. Ich hoffe, den beiden bleiben noch ganz viele gemeinsame Jahre.

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[Kurz & Knapp] Septemberhimmel – Jona Dreyer

11. September 2001

Blauer Himmel und strahlender Sonnenschein.
FĂŒr Roy Grinner ist das ein untrĂŒgliches Zeichen dafĂŒr, dass dieser Tag etwas ganz Besonderes werden wĂŒrde. Er will seinem Kollegen Richard Porter endlich seine Liebe gestehen. Richard ist schon in ihrem BĂŒro, im 91. Stock des SĂŒdturms des World Trade Centers, als Roy auf der Arbeit eintrifft. Er will die Gunst der frĂŒhen Stunde nutzen, leider werden sie laufend unterbrochen. Also verabreden sie sich fĂŒr die Mittagspause, um zu reden. Doch dazu soll es nicht kommen …

Fazit:

„Septemberhimmel“ hat die Vergangenheit wieder aufleben lassen. Der Anschlag auf das World Trade Center ist jedem, der damals schon geboren bzw. alt genug war, um das Ganze bewusst mitzuerleben, in Erinnerung und  jeder weiß noch, wo er zu diesem Zeitpunkt war und was er gemacht hat. Es war das erste Mal, dass ich mit Terror in Kontakt kam. Bei uns hatte den Tag zuvor die Schule wieder begonnen und ich saß im Wohnzimmer vor dem Fernseher und hab meine Ordner und Hefte beschriftet, als plötzlich die LiveĂŒbertragung dieser menschenverachtenden Tat ausgestrahlt wurde. Die Bilder kann man nicht vergessen.

Ich habe selten eine Kurzgeschichte gelesen, die mich so berĂŒhrt hat. Liebe und Leid liegen auf diesen wenigen Seiten so eng beieinander. Man weiß natĂŒrlich, was passieren wird. Die dunkle Wolke des Todes schwebt deutlich ĂŒber jedem Wort, auch wenn der Beginn noch so sonnig anmutet. Ich hatte die ganze Zeit ĂŒber TrĂ€nen in den Augen. Das Schicksal ist eben ein mieser VerrĂ€ter. Es verbindet zwei Menschen und entreißt ihnen das GlĂŒck auf ein gemeinsames Leben. Die AtmosphĂ€re ist bedrĂŒckend, die Panik deutlich spĂŒrbar, das Ächzen des Turms, der einzustĂŒrzen droht, unheilverkĂŒndend, die Erkenntnis, dass keine Hilfe kommen wird, niederschmetternd. Ich hatte wĂ€hrend dem Lesen eine zentimeterdicke GĂ€nsehaut. Und dennoch habe ich die Geschichte mit einem bittersĂŒĂŸen LĂ€cheln beendet. Liebe findet immer einen Weg.

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[Kurz & Knapp] Zu viel Wein meets Prinz auf der Erbse

Heute möchte ich euch zwei Geschichten ans Herz legen, die ziemlich kurz sind und eine extrem unterschiedliche AtmosphĂ€re besitzen, mich aber die letzten Tage sehr berĂŒhrt haben.


Aadils Leben ist alles andere als leicht. Er leidet unter seinem Vater, der einen ganzen Mann aus ihm machen möchte und ihn so stĂ€ndig verbal und körperlich angeht. Zuhause wird er terrorisiert und von allen anderen ignoriert. Er gehört nirgends dazu. Eigentlich wĂŒrde er sich am liebsten verkriechen, aber er zwingt sich jede Woche zu seiner Kampfsportstunde zu gehen. Dort trifft er nĂ€mlich Jens, bei dem er sich sehr wohlfĂŒhlt. Doch auch das reicht bald nicht mehr, um die stĂ€ndigen seelischen Verletzungen zu betĂ€uben.
Die Geschichte um Aadil gleicht einer kurzen Momentaufnahme, dennoch dringt man recht schnell tief in das GefĂŒhlsleben des jungen Mannes ein, der stĂ€ndig zwischen bodenloser Verzweiflung, dem Wunsch zu sterben und den zĂ€rtlichen GefĂŒhlen, die er fĂŒr Jens hegt, schwankt. Man wird immer wieder aus der dunklen Lethargie gerissen, darf kurz das Licht berĂŒhren, nur um Sekunden spĂ€ter wieder genau dort zu landen. Keine leichte Kost, dafĂŒr aber sehr lohnenswert, weil die Geschichte zeigt, welche Schicksale in unserem Umfeld verborgen sind, hinter denen Menschen stecken, die dringend Hilfe brauchen. Wegschauen ist keine Option.

Manchmal kam er mir wie ein VerbindungsstĂŒck zwischen mir und der realen Welt vor. 

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Jacob Wytch ist ein Medium und unsterblich in seinen besten und einzigen Freund Renwick Prinze verliebt. Immer an seiner Seite: Seine Patin Amelie aus dem Jenseits. Ein Ravegirl mit kurzen blauen Haaren, Boots, Lederjacke und filigranen FlĂŒgeln, das bei einem illegalen Rave ums Leben kam. Als sich Renwick fĂŒr einen Besuch ankĂŒndigt, bricht Jacob in Panik aus. Wie soll er das aushalten? Er ist viel zu schĂŒchtern, um Renwick endlich die Wahrheit zu sagen. Schließlich muss ein MĂ€rchen helfen: Die Prinzessin auf der Erbse. Jede Schlafmöglichkeit im Haus prĂ€pariert er so, dass eine erholsame Nachtruhe unmöglich wird. Doch wird sein Plan aufgehen und Renwick endlich in seinem Bett landen? So eine sĂŒĂŸe Geschichte. Eigentlich ist sie viel zu kurz, vieles kommt gar nicht zur Sprache, aber sie ist so goldig und witzig, gleichzeitig aber auch frustrierend. Ich hab so mitgefiebert, dass der Bettentrick funktioniert. Das Ganz könnte schließlich auch nach hinten losgehen und ist im Prinzip auch ziemlich gemein. Amelie ist eines der Highlights der Geschichte. Sie ist fĂŒr ihr Alter schon ziemlich erwachsen, hat aber eine urkomische Ader. Die Kleine hat die Stimmung deutlich gelockert.
„Wytch & Prinze“ ist Balsam fĂŒrs Herz und nimmt sich selbst nicht ganz so ernst, hat aber auch sehr schöne und tiefsinnige Momente.

„Love is scary. It terrifies each and every human being. And you know why? Because opening your heart to another person makes you vulnerable. There’s this whole new world of promise when you answer the heart’s call. One minute you can be soaring high in the clouds. The next, you might find yourself broken and sitting in a puddle of your own tears.“

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[Rezension] Der Inbegriff von Biederkeit – Tharah Meester

Inhalt:

Drystane Marshall ist bekannt fĂŒr seine scharfzĂŒngigen Zeitungsartikel und die verbalen Auseinandersetzungen mit Donatien Giancovelli, der rechten Hand des Chef de Police. Den Höhepunkt erreicht ihre Hassliebe, als die Geliebte eines Politikers ermordet wird. Donatien verwehrt Drystane den Zugang zum Tatort. Der nimmt das Ganze sehr persönlich. Beim nĂ€chsten Fall, einer Geiselnahme, will sich Drystane nicht so einfach abservieren lassen und greift zu drastischen Mitteln, um an seine Story zu kommen. Eine fatale Entscheidung, die eine Kettenreaktion in Gang setzt und in einer Katastrophe endet. Der Hass lodert stĂ€rker als je zuvor, dabei hat Drystane schon vor Monaten ein Auge auf den stummen Polizisten geworfen.

Meinung:

„Der Inbegriff von Biederkeit“ hat mich umgehauen. Es war nicht mein erstes Buch der Autorin, hat jedoch mit Leichtigkeit meine Lieblingsgeschichten „Ein eisig kalter Lord“ und „Die ZĂ€hmung des Prinzen“  in den Schatten gestellt. FĂŒr mich besteht ein Buch aus zwei Herzen, die zu Beginn noch leer sind, aber nach und nach Leben eingehaucht bekommen. Das Herz des Autors ist bereits voll, wenn der Leser die ersten Seiten aufschlĂ€gt. Es ist gefĂŒllt mit Ideen, Emotionen, Hoffnungen und einer Menge Zeit und Herzblut. Der Leser hĂ€lt sein Herz völlig unvoreingenommen in der Hand und packt alles rein – Gedanken, WĂŒnsche, Empfindungen und viele Lieblingsstellen. Am Ende treffen sie aufeinander und dann entscheidet sich, ob die Liebe auf Gegenseitigkeit beruht. Bei dieser Geschichte lĂ€uft es allerdings ganz anders. Schon nach wenigen Seiten wird einem das Herz entrissen und auf den Boden geworfen. Es zerschellt in tausend Teile, es verteilt sich ĂŒberall. Man muss es in liebevoller Kleinarbeit wieder zusammensetzen. Dabei stĂ¶ĂŸt man schon mal irgendwo an oder geht etwas gröber zu Werke, dann bricht es wieder auseinander, bis man zum Schluss endlich den richtigen Kleber gefunden hat, um es zu kitten. Es ist nicht mehr so makellos wie zuvor, dafĂŒr hat man es mit Liebe und Geduld geflickt, ist um viele Erfahrungen reicher und hat etwas Einzigartiges geschaffen. So ergeht es auch den beiden Protagonisten. Donatiens Herz ist ein Scherbenhaufen, es ist zerstört und hat den Glauben an die Menschheit und die Liebe tief unter sich begraben. Das Leserherz ist das perfekte Korrelat dazu. Man erfĂ€hrt am eigenen Leib, welche Hoffnungslosigkeit und welche Schmerzen sich in Donatien breitgemacht haben, wie viel Liebe und Erfindungsreichtum Drystane aufbringt, um seinen Mann aus den tiefen Klauen der Dunkelheit zu befreien. Man leidet, weint, hofft und bangt.

Bei dem Gedanken verspĂŒrte er ein Beben in der Brust, als wĂ€re sein Herz gestolpert und hingefallen. Dann schmerzte es, als hĂ€tte es sich das Knie aufgeschlagen.
(Position 2220)

Er fĂŒhlte einen lang gezogenen Schmerz, als wĂŒrden ihn scharfe Nadeln nĂ€hen, und darauf folgte die Erleichterung. Vernarbt und hĂ€sslich, aber vollstĂ€ndig, pochte sein Herz so hart gegen seinen Brustkorb, wie er es noch nie erlebt hatte.
(Position 5881)

Drystane und Donatien sind auf den ersten Blick total verschieden, sie teilen aber eine Gemeinsamkeit: Selbstzweifel und Selbsthass. Diese sind auf unterschiedliche Art und Weise entstanden, prĂ€gen sie aber und schrĂ€nken sie in ihrem Leben ein. Nur zusammen können sie den DĂ€monen der Vergangenheit den Kampf ansagen. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg, der nicht einfacher wird, als sie zufĂ€llig ĂŒber den ominösen Geheimbund stolpern, der sie natĂŒrlich nicht so ohne weiteres von dannen ziehen lĂ€sst. Die bestĂ€ndige Gefahr, die ihnen im Nacken sitzt, und das permanente Knistern, verleihen der Geschichte eine spannende Note und ein angenehmes ErzĂ€hltempo. Das fĂŒgt sich perfekt in die dĂŒster anmutende AtmosphĂ€re ein.

Die Geschichte lebt von den liebevollen Details, den sympathischen Protagonisten und den tiefen GefĂŒhlen, die ohne Umwege im Herzen landen. Ich war stellenweise total aufgelöst und hab nur noch geweint, weil mir das Schicksal und der Schmerz der beiden MĂ€nner so ans Herz ging. Tharah Meester hat ein ganz inniges Band zwischen dem Leser und den beiden Protagonisten geschaffen, man wird in die Geschichte hineingezogen und kommt bis zum Ende nicht mehr davon los. Das ist grandios, aber auch anstrengend. Ich möchte die GefĂŒhle, die Drystane und Donatien mir entlockt haben aber nicht mehr missen.

Fazit:

Eine wundervolle Geschichte ĂŒber die Kraft der Liebe. Emotional, romantisch und prickelnd. Ein absolutes Highlight

  • Format: Kindle Edition
  • DateigrĂ¶ĂŸe: 4410 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 668 Seiten
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B06XP4ZQ1Y
  • KindleUnlimited: ja
  • Preis: 5,99€
  • Homepage der Autorin: Tharah Meester
  • Hier kann man es kaufen/leihen: Der Inbegriff von Biederkeit

Weitere Rezensionen findet ihr auch bei Gabi vom Laberladen *klick* und bei Sabrina’s Welt der BĂŒcher *klick*.

[Kurz & Knapp] Liebe in fĂŒnfzehn Lektionen – Celia Jansson

Aaron oder Jannik?
Levi hat sich verguckt, und zwar so richtig. In den unerreichbaren Aaron. Leider ist er viel zu schĂŒchtern, um ihn anzusprechen. Seine letzte Liebe, die sehr unglĂŒcklich endete, hat ihm sein Selbstvertrauen genommen. Also muss schnellstens Hilfe her. Jannik, sein bester Freund, scheint da die perfekte Wahl zu sein, um den charismatischen und höchst attraktiven Aaron fĂŒr sich zu gewinnen. Jannik ist selbstbewusst und erfahren und mehr als gewillt, Levi unter die Arme zu greifen, schließlich findet er ihn schon lange heiß. Levi wird nicht nur umgestylt, er bekommt auch einen höchst intimen Exkurs in Sachen Liebe und Sex, der die beiden in ein Liebeswirrwarr erster GĂŒte katapultiert.

Fazit:

Das Cover ist so schön. „Liebe in fĂŒnfzehn Lektionen“ wĂ€re prĂ€destiniert fĂŒr einen reinen Coverkauf, der Inhalt ist jedoch auch nicht zu verachten. Aufgrund des Klappentextes dachte ich eigentlich, dass es zu manch dramatischer Situation kommt, stattdessen ist es eine klassische Gay Romance, die auf direktem Wege durchmaschiert und nur wenige Schlenker macht. Aber das fand ich gar nicht schlimm. Man konnte sich voll und ganz auf die Charaktere und deren Beziehung zueinander konzentrieren. Levi ist ein ganz sympathischer Kerl, der im Laufe der Geschichte das selbstgewĂ€hlte Schneckenhaus verlĂ€sst und mutiger wird, wĂ€hrend Jannik mit unbekannten Tiefen punkten. Ein tolles Pairing.

Eine locker – leichte Gay Romance, die auf schöne Weise zeigt, dass Liebe unberechenbar ist. Manchmal sitzt sie direkt vor der Nase. Romantisch, sexy und empfehlenswert.

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[Kurz & Knapp] Valentin. Jenseits der Schatten – Aleksa Riley

Die grĂ¶ĂŸte Kraft wĂ€chst aus der Asche alten Leids.

Valentin ist ein Spin – Off zur Gay Military – Reihe Greyscale, kann aber auch unabhĂ€ngig davon gelesen werden.
Im Mittelpunkt steht Valentin „Kitty“ Kitzner, ein KSK – Soldat und Kollege von Gerrit deBoer.

Egal, was Valentin auch anstellt, keine seiner Beziehungen hĂ€lt lange. Als ihn seine aktuelle Freundin verlĂ€sst, bröckelt seine Fassade. Ist er wirklich schwul? Valentin balanciert auf einem schmalen Grat zwischen Verzweiflung und Selbstverletzung. Als dann noch sein Vater anruft und die Vergangenheit aufleben lĂ€sst, beginnt er, das Gleichgewicht zu verlieren und in die Tiefe zu stĂŒrzen. Hinein in Selbsthass, schmerzliche Erinnerungen, Lug und Betrug und eine ungewisse Zukunft. Doch einer ist immer an seiner Seite: Bastian, sein bester Freund und Teamkamerad.

Fazit:

Das Cover lĂ€sst schon erahnen, dass man sich mit dieser Geschichte auf eine Reise begibt, die unter die Haut gehen und in die tiefsten menschlichen AbgrĂŒnde hinabfĂŒhren wird. Valentin nimmt den Leser mit hinter den Vorhang, der seine Kindheit und Jugend und all die schmerzhaften Erfahrungen gut abschirmt. Niemand ahnt, was sich in seinem Inneren verbirgt, welches Leid er hinter seiner fröhlichen und selbstsicheren Fassade versteckt. Nicht mal sein bester Freund Bastian.

„The things you hide in your heart eat you alive.“

Aleksa Riley lĂ€sst Valentins „Monster“ nicht in allen Details auferstehen. Sie sind da, aber nicht in voller GĂ€nze greifbar. Ein unheilvoller, verschwommener Schatten, der sich auf die Geschichte legt. Stattdessen konzentriert sie sich auf Valentin und sein GefĂŒhlsleben. Ich glaube, ich hĂ€tte es nicht ertragen, wenn die Erlebnisse in allen Farben und Details wiedergegeben worden wĂ€ren. Allein die VerĂ€nderung in Valentin – vom knallharten Kommandosoldaten, der sich auch gegen den tödlichsten Gegner zur Wehr setzen kann, zu einem hilflosen, unsicheren HĂ€ufchen Elend – hat gereicht, um eine AtmosphĂ€re zu schaffen, der man sich nicht entziehen kann. Die markerschĂŒtternde Panik, die lĂ€hmende Angst und die Verzweiflung haben mich tief berĂŒhrt.

Ich werde Valentin nie mehr mit den gleichen Augen betrachten, wenn er mir bei Greyscale begegnet. Innerhalb kĂŒrzester Zeit hat sich eine Verbindung aufgebaut, genĂ€hrt aus MitgefĂŒhl und Hochachtung. Valentin wird nie mehr einfach nur ein Teamkamerad von Gerrit sein, sondern der Mann, der sich – mit Hilfe seines besten Freundes – von den Lasten der Vergangenheit befreit und einen Neuanfang fĂŒr sich geschaffen hat. Vielleicht wird er irgendwann sein ganz großes GlĂŒck finden. Ich wĂŒrde es ihm von Herzen gönnen.

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[Kurz & Knapp] Verschleppt – Sydney Stafford

Nach der Zeitreise in Arnes Vergangenheit (1999), sind wir nun wieder in der Gegenwart gelandet. Genauer gesagt in Arnes BĂŒro in Calw. „Verschleppt“ ist nĂ€mlich die direkte Fortsetzung von Bodyguard. Die AtmosphĂ€re ist deutlich gelöster. Man begleitet den Herrn Brigadegeneral u.a. bei seinen morgendlichen Ritualen, die streng durchgeplant sind. Nebenbei muss er noch einen Streit schlichten, sein SpĂ€tzchen Sven verwöhnen und die Welt retten. Okay, das ist jetzt ein bisschen hochgegriffen …

Alles beginnt mit Oberst Laskowski, der von einem der Kommandosoldaten verprĂŒgelt wurde, und zwar so richtig. Schuld daran ist die Freundin des Soldaten, die urplötzlich mit dem deutlich Ă€lteren Oberst ins Bett steigt. Sehr schnell wird klar, dass die Dame nicht die ist, fĂŒr die sie sich ausgibt. Sie will Informationen. Aber welche? Todesmutig stĂŒrzt sich Arne in den Fall und befindet sich plötzlich in Lebensgefahr.

Fazit:

Diese Geschichte spiegelt Arnes Charakter auf wundervolle Art und Weise wider. MĂ€nner in Uniform sind heiß, da werde ich auch gerne schwach, aber mit Arne hat Sydney Stafford einen Charakter erschaffen, der mir schon bei der ersten Begegnung unter die Haut gekrochen ist und mich fasziniert hat. Er ist respektvoll, einfĂŒhlsam und fĂŒrsorglich. Ein Mann, der die Liebe lebt. Gleichzeitig ist er aber auch dominant, direkt und tödlich. Eine sĂŒchtig machende Mischung, die in „Verschleppt“ voll ausgeschöpft wird.

Der Anfang ist recht unspektakulÀr. Eine kleine AufwÀrmphase, bevor es zur Sache geht und Arne einem geplanten Verbrechen auf die Spur kommt, das ihn in höchste Gefahr bringt. Er landet in der Hölle, aber selbst im Angesicht des Todes bewahrt er Haltung und spuckt dem Feind mutig ins Gesicht.

Arne hat zwar nicht die Welt gerettet, dafĂŒr aber mir ein bisschen Frieden geschenkt und mit den letzten Zeilen ein breites Grinsen auf meine Lippen gezaubert. Okay, ich gebs zu, das ein oder andere TrĂ€nchen ist auch geflossen.

Kinky, spannend und brandgefĂ€hrlich. Brigadegeneral Seeliger in Höchstform. Zwischen brenzligen Undercover – EinsĂ€tzen, folternden WaffenhĂ€ndlern und verschwiegenen Familiengeheimnissen bleibt nur einer cool: Arne ❀

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[Rezension] Slow Heat – Leta Blake

Inhalt:

Jungalpha Jason Sabel ist gerade mal neunzehn Jahre alt und besucht das Alphatraining, um alles zu lernen, was ein Alpha wissen und können muss. Als er mit seinem besten Kumpel Xan in der Bibliothek nach einem Buch sucht, trifft er zufĂ€llig auf seinen ÉrosgĂ pe, seinen vom Schicksal bestimmten GefĂ€hrten. Doch eigentlich ist es dafĂŒr viel zu frĂŒh. Omega Vale Aman ist 36 und hat sich ein solides Leben aufgebaut. Er unterrichtet an einer Schule, frönt seinem Hobby der Poesie und trifft sich regelmĂ€ĂŸig mit seinen Freunden. Er hat sich schon lĂ€ngst damit abgefunden, niemals seinen GefĂ€hrten zu finden. Doch dann platzt Jason im wahrsten Sinne des Wortes in sein Leben und stellt es gehörig auf den Kopf. Gefangen in seiner Vergangenheit, deren Folgen noch heute spĂŒrbar sind, und dem Verlangen nach seinem deutlich jĂŒngeren Alpha, stĂŒrzt Vale in tiefe Verzweiflung und stĂ¶ĂŸt Jason von sich.

Meinung:

Seit „Wake Up Married“ gehört Leta Blake zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Ich hĂ€tte das Buch allein schon aus diesem Grund gelesen, die Thematik der Geschichte ist jedoch auch nicht zu verachten. Es geht um Alpha/Omega – Konstellationen. Das impliziert natĂŒrlich eine Gestaltwandlergeschichte, das ist „Slow Heat“ aber nicht. Es handelt sich um eine Dystopie. Menschen – und vor allem Frauen – gibt es in dieser Welt schon lange nicht mehr. Übriggeblieben sind nur die genetisch verĂ€nderten MĂ€nner, die dem Wolfgott huldigen, klare Hierarchien innehaben und sich von ihrer animalischen Seite leiten lassen. Die Autorin hat eine komplexe und völlig neue Welt erschaffen, die sich aber dennoch an ihren menschlichen Vorfahren orientiert.

Interessant ist auch die Tatsache, dass hier der Omega der Ă€ltere Part ist. Ich kenne nur Geschichten, in denen der Alpha ein paar Jahre reifer ist. Die 16 Jahre Altersunterschied fallen hier sehr schwer ins Gewicht. Vales und Jasons Welt ist geprĂ€gt von einer Regierung, die aktiv und grenzĂŒberschreitend in die Familienbildung eingreift, die jeden noch so kleinen Fehler hart bestraft. Man muss einem strengen Protokoll folgen, um sich miteinander verbinden zu können.

Jason hat mich von Anfang an fasziniert und fĂŒr sich eingenommen. Er ist ĂŒber sich hinausgewachsen und hat die Verantwortung fĂŒr seinen Omega ĂŒbernommen, obwohl er gerade erst erwachsen geworden ist und wie ein Welpe wirkt, der noch in seine Pfoten hineinwachsen muss. Bei Vale hingegen ist es ein bestĂ€ndiges Auf und Ab. Er hat in seiner Vergangenheit einen riesengroßen Fehler begangen, von dem er sich heute noch leiten lĂ€sst. Das fĂŒhrt natĂŒrlich zu vielen Problemen. Er will Jason, kann ihm seiner Meinung nach aber nicht das geben, was dieser braucht. Frustration ist hier schon vorprogrammiert. Und trotzdem sind sie beide einfach nur wundervoll in all ihrer GegensĂ€tzlichkeit. Die Anziehung ist von Anfang an da, das Begehren steigert sich ins Unermessliche, wĂ€hrend das GefĂ€hrtenband von Zeile zu Zeile fester und allumfassender wird. Die Liebe zwischen ÉrosgĂ pes ist etwas ganz besonderes. Der Baby – Alpha ist einfach zuckersĂŒĂŸ, auch wenn die Dominanz bereits unter der OberflĂ€che lauert. Das ist heiß!

Leta Blake hat ein HĂ€ndchen fĂŒr dramatische Geschichten und liebevoll ausgearbeitete und vielschichtige Charaktere. Sie hat mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen. Im Gegensatz zu ihren anderen BĂŒchern liegt hier der Fokus auch deutlich auf  dem politischen Geschehen, um MissstĂ€nde aufzudecken, die wir auch in unserer Welt finden. Die AtmosphĂ€re ist dĂŒster, durchzogen von der jugendlichen Energie Jasons, wildem Verlangen, heißem Sex und strahlender Liebe. Die Spannungskurve geht bis zum Ende steil nach oben – hinter jeder TĂŒr verbirgt sich mindestens eine Leiche, jeder hat ein PĂ€ckchen zu tragen, das ihn möglicherweise den Kopf kosten könnte – kurz vor Schluss erreicht sie dann ihren Höhepunkt und reißt alle in die Tiefe und in das dort lauernde Verderben.

But horrible things happen alongside wonderful things all the time. And if you let the horrible things detract from the wonder of the good things, you’ll never really feel true happiness.

Fazit:

Ein absolutes „must read“ fĂŒr alle Leta Blake – Fans. Eine Liebe vor dystopischer Kulisse, die sich gegen Vorurteile, dramatische Entwicklungen und DĂ€monen der Vergangenheit durchsetzen muss.

  • Format: Kindle Edition
  • DateigrĂ¶ĂŸe: 2697 KB
  • Verlag: Leta Blake Books (16. Mai 2017)
  • KindleUnlimited: Ja
  • Sprache: Englisch
  • ASIN: B071VMX4QH
  • Hier kann man es kaufen/leihen: Slow Heat: Alpha Omega Gay Romance

[Kurz & Knapp] Will hier jemand Haggis? Lauwarme Schottenromanze – Jona Dreyer

„Zieh dich warm an, haben sie gesagt. In Schottland ist es arschkalt, haben sie gesagt.“

Adriens Ankunft in Glasgow steht unter keinem guten Stern. Statt dem erwarteten kĂŒhlen und regnerischen Wetter, empfangen ihn strahlender Sonnenschein und kuschelige 24°C. Eigentlich ein Grund zur Freude. Leider hat sich Adrien fĂŒr eine Nordpol – Expedition eingedeckt. Seine Garderobe besteht aus Wollsocken, Pullover und langen Hosen. Da kommt man schon mal ins Schwitzen. Noch schlimmer wird es, wenn einem der heißeste Highlander Schottlands als Reiseleiter vor die Nase gesetzt wird. Lachlan ist die Versuchung in Person. Und dann sind da noch die zwei deutschen Touristinnen, die auf MĂ€nnerfang sind und sowohl Adrien als auch Lachlan als potentielle EhemĂ€nner auserkoren haben. Dabei hat Adrien nur Augen fĂŒr seinen heißen Schotten, der unerreichbar erscheint.

Fazit:

„Will hier jemand Haggis?“ ist eine urkomische Romanze, die man einfach lieben muss.

Ich wollte schon immer mal nach Schottland und dank Jona Dreyer habe ich einen herrlichen Kurztrip im Land der DudelsĂ€cke, Kilts und des Whiskeys verbracht. Man trifft auf einen der sagenumwobenen Highlander, leider muss man sich mit einem Exemplar zufriedengeben, das nicht schon morgens vor dem FrĂŒhstĂŒck Ochsen bezwingt und sich mit Baumstammweitwurf fit hĂ€lt. Er ist aber trotzdem ziemlich heiß, keine Sorge. DafĂŒr darf man aber einen exklusiven Blick auf das Monster von Loch Ness werfen und das ist gar nicht soooo groß und furchterregend wie erwartet. Es geht ĂŒber saftig grĂŒne Wiesen, vorbei an idyllischen Seen und schneebedeckten Bergen und schließlich landet man an einem sonnenbeschienenen Strand. Rau und charmant zugleich. Begleitet von den Mitreisenden auf die man natĂŒrlich nicht verzichten kann. Japanische Touristen mit der obligatorischen Kamera und Deutsche mit schlechtem Englisch. Ich sag nur egg-lĂ€ying woolmilkpig. Das sorgt fĂŒr eine Menge Lacher. Gekrönt wird das Ganze von einem Ausflug in die Vergangenheit zweier verfeindeter Clans, einem Fetisch und der wichtigen Frage: Was trĂ€gt Mann eigentlich unter dem Kilt?

Ich hatte beim Lesen das GefĂŒhl, als wĂ€re die Geschichte ein Akt der Vereinigung zwischen Protagonisten und Leser. Die Überspitzung bzw. EntkrĂ€ftung gĂ€ngiger Klischees, das fast schon archaisch anmutende Vorspiel von Adrien und Lachlan, die sich gegenseitig bekloppte SprĂŒche vor den Latz zu knallen, und das Katz und Maus – Spiel mit den beiden deutschen Touristinnen. Humor öffnet das Herz, und genau das hat hier wunderbar geklappt. Man war ganz nah dran, die emotionale Tiefe der Liebesgeschichte hat sich potenziert. Von den zaghaften, unsicheren AnnĂ€herungsversuchen, dem Mittelteil, der rasch an IntensitĂ€t gewinnt und dem wundervollen Ende, mit vielen herzzereißenden Momenten und ganz viel Liebe. Da kommt man nicht umhin, das ein oder andere TrĂ€nchen zu verdrĂŒcken.

Hier kann man es kaufen/leihen: Will hier jemand Haggis? Lauwarme Schottenromanze