[Kurz & Knapp] No Return 1: Geheime GefĂŒhle – Jennifer Wolf

WrongTurn ist die angesagteste Boyband der USA. Geliebt und begehrt. Die aktuelle Europatour wird allerdings zur Belastungsprobe fĂŒr die Band und zur persönlichen Katastrophe fĂŒr die Publikumslieblinge Tony und Andrew. Die beiden sind seit Ewigkeiten befreundet und leben ihren Traum als Musiker. Doch zwischen ihnen verĂ€ndert sich langsam aber sicher etwas. Tonnenschwere Geheimnisse schaffen eine Kluft …
Tony ist verliebt. In einen Mann. In Andrew. Seinen besten Freund. Gefangen zwischen dem knallharten Management, das HomosexualitÀt vertraglich ausgeschlossen hat, Andrews NÀhe und den Fans, die Anton (Andrew & Tony) vergöttern, gerÀt Tony in einen Sog aus Selbsthass, unerwiderter Liebe und Schuld.

Fazit:

Diese Geschichte macht sĂŒchtig. Ich hing an jedem einzelnen Wort. Jennifer Wolf hat eine einnehmende AtmosphĂ€re geschaffen, von der ich einfach nicht mehr loskomme. Auch jetzt noch nicht. Ich fĂŒhle mich so aufgewĂŒhlt und schwanke zwischen MitgefĂŒhl und Wut. Diese Situation ist so frustrierend und unfair. ErzĂ€hlt wird die Geschichte aus Tonys Sicht, was natĂŒrlich dazu fĂŒhrt, jeden noch so kleinen Riss in seinem Herzen hautnah mitzufĂŒhlen. Und davon gibt es eine ganze Menge. Tony ist emotional komplett am Boden, aber wer könnte ihm das verdenken. Über ihm schwebt bestĂ€ndig eine dunkle Wolke, genĂ€hrt aus der Verleugnung seiner Liebe und seiner selbst, dem Druck, alles richtig machen zu mĂŒssen und der Kaltherzigkeit seiner Eltern.
Wie viel kann ein Herz verkraften? Wie viele Tritte und ZurĂŒckweisungen, bevor es bricht? Bis zum Schluss hat er es mĂŒhsam zusammengehalten. Ich kann es kaum erwarten, bis Band 2 erscheint. Ich hoffe, da bekommt Tony endlich das verdient Happy – End. Karriere ist nicht alles. FĂŒr die Liebe lohnt es sich, Risiken einzugehen.

#TeamAnton ❀

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[Kurz & Knapp] Der Morgen, den ich fĂŒrchte – Eliza Bauer

David nimmt Abschied von dem Haus, das 30 Jahre lang sein Heim war. Auf seinem Streifzug durch den Garten und die einzelnen RĂ€ume, kehrt er zurĂŒck in das Jahr 1984, als er seinen Freund Adam kennen und lieben gelernt hat.
David arbeitet in der Kanzlei seines Vaters und hat gerade eine Scheidung hinter sich. Als ihn eine Kollegin auf die Einweihungsparty von Adam schleppt, ahnt er noch nicht, welche Auswirkungen diese Begegnung haben wird. Zum ersten Mal in seinem Leben kann David frei sein, aber hat er auch den Mut, den ihm vorbestimmten Lebensweg zu verlassen?

Fazit:

Eine nostalgische Zeitreise in die 80er Jahre. Vom Titel her hĂ€tte ich eine dramatische Liebesgeschichte vermutet, aber weit gefehlt, „Der Morgen, den ich fĂŒrchte“ kommt ohne ĂŒberraschende Wendungen und Dramatik aus, punktet dafĂŒr aber mit viel GefĂŒhl.

Der Leser wird lange Zeit im Unklaren gelassen, warum David das Haus verkauft und wo sich Adam befindet. Mir hat die Art der ErzĂ€hlung sehr gefallen. Eigentlich mag ich keine RĂŒckblenden, aber hier hat es sich auf ganz wunderbare Weise eingefĂŒgt. David hat Jahrzehnte in diesem Haus gewohnt, da haben sich in jedem Zimmer und jedem noch so kleinen Winkel Erinnerungen angesammelt, die er nun mit dem Leser teilt. Der Fokus liegt dabei aber auf ihrem Kennenlernen und den AnfĂ€ngen ihrer Liebe. Die RĂŒckblenden erzĂ€hlen von dem Mut, zu sich selbst zu stehen.

Mich hat jedoch der Schluss am meisten berĂŒhrt. Ein Ende voller Emotionen, das mir wahrscheinlich noch sehr, sehr lange in Gedanken bleiben wird. Liebe ist in jedem Alter schön und nicht weniger anregend. Ich hoffe, den beiden bleiben noch ganz viele gemeinsame Jahre.

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[Kurz & Knapp] Septemberhimmel – Jona Dreyer

11. September 2001

Blauer Himmel und strahlender Sonnenschein.
FĂŒr Roy Grinner ist das ein untrĂŒgliches Zeichen dafĂŒr, dass dieser Tag etwas ganz Besonderes werden wĂŒrde. Er will seinem Kollegen Richard Porter endlich seine Liebe gestehen. Richard ist schon in ihrem BĂŒro, im 91. Stock des SĂŒdturms des World Trade Centers, als Roy auf der Arbeit eintrifft. Er will die Gunst der frĂŒhen Stunde nutzen, leider werden sie laufend unterbrochen. Also verabreden sie sich fĂŒr die Mittagspause, um zu reden. Doch dazu soll es nicht kommen …

Fazit:

„Septemberhimmel“ hat die Vergangenheit wieder aufleben lassen. Der Anschlag auf das World Trade Center ist jedem, der damals schon geboren bzw. alt genug war, um das Ganze bewusst mitzuerleben, in Erinnerung und  jeder weiß noch, wo er zu diesem Zeitpunkt war und was er gemacht hat. Es war das erste Mal, dass ich mit Terror in Kontakt kam. Bei uns hatte den Tag zuvor die Schule wieder begonnen und ich saß im Wohnzimmer vor dem Fernseher und hab meine Ordner und Hefte beschriftet, als plötzlich die LiveĂŒbertragung dieser menschenverachtenden Tat ausgestrahlt wurde. Die Bilder kann man nicht vergessen.

Ich habe selten eine Kurzgeschichte gelesen, die mich so berĂŒhrt hat. Liebe und Leid liegen auf diesen wenigen Seiten so eng beieinander. Man weiß natĂŒrlich, was passieren wird. Die dunkle Wolke des Todes schwebt deutlich ĂŒber jedem Wort, auch wenn der Beginn noch so sonnig anmutet. Ich hatte die ganze Zeit ĂŒber TrĂ€nen in den Augen. Das Schicksal ist eben ein mieser VerrĂ€ter. Es verbindet zwei Menschen und entreißt ihnen das GlĂŒck auf ein gemeinsames Leben. Die AtmosphĂ€re ist bedrĂŒckend, die Panik deutlich spĂŒrbar, das Ächzen des Turms, der einzustĂŒrzen droht, unheilverkĂŒndend, die Erkenntnis, dass keine Hilfe kommen wird, niederschmetternd. Ich hatte wĂ€hrend dem Lesen eine zentimeterdicke GĂ€nsehaut. Und dennoch habe ich die Geschichte mit einem bittersĂŒĂŸen LĂ€cheln beendet. Liebe findet immer einen Weg.

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[Kurz & Knapp] Zu viel Wein meets Prinz auf der Erbse

Heute möchte ich euch zwei Geschichten ans Herz legen, die ziemlich kurz sind und eine extrem unterschiedliche AtmosphĂ€re besitzen, mich aber die letzten Tage sehr berĂŒhrt haben.


Aadils Leben ist alles andere als leicht. Er leidet unter seinem Vater, der einen ganzen Mann aus ihm machen möchte und ihn so stĂ€ndig verbal und körperlich angeht. Zuhause wird er terrorisiert und von allen anderen ignoriert. Er gehört nirgends dazu. Eigentlich wĂŒrde er sich am liebsten verkriechen, aber er zwingt sich jede Woche zu seiner Kampfsportstunde zu gehen. Dort trifft er nĂ€mlich Jens, bei dem er sich sehr wohlfĂŒhlt. Doch auch das reicht bald nicht mehr, um die stĂ€ndigen seelischen Verletzungen zu betĂ€uben.
Die Geschichte um Aadil gleicht einer kurzen Momentaufnahme, dennoch dringt man recht schnell tief in das GefĂŒhlsleben des jungen Mannes ein, der stĂ€ndig zwischen bodenloser Verzweiflung, dem Wunsch zu sterben und den zĂ€rtlichen GefĂŒhlen, die er fĂŒr Jens hegt, schwankt. Man wird immer wieder aus der dunklen Lethargie gerissen, darf kurz das Licht berĂŒhren, nur um Sekunden spĂ€ter wieder genau dort zu landen. Keine leichte Kost, dafĂŒr aber sehr lohnenswert, weil die Geschichte zeigt, welche Schicksale in unserem Umfeld verborgen sind, hinter denen Menschen stecken, die dringend Hilfe brauchen. Wegschauen ist keine Option.

Manchmal kam er mir wie ein VerbindungsstĂŒck zwischen mir und der realen Welt vor. 

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Jacob Wytch ist ein Medium und unsterblich in seinen besten und einzigen Freund Renwick Prinze verliebt. Immer an seiner Seite: Seine Patin Amelie aus dem Jenseits. Ein Ravegirl mit kurzen blauen Haaren, Boots, Lederjacke und filigranen FlĂŒgeln, das bei einem illegalen Rave ums Leben kam. Als sich Renwick fĂŒr einen Besuch ankĂŒndigt, bricht Jacob in Panik aus. Wie soll er das aushalten? Er ist viel zu schĂŒchtern, um Renwick endlich die Wahrheit zu sagen. Schließlich muss ein MĂ€rchen helfen: Die Prinzessin auf der Erbse. Jede Schlafmöglichkeit im Haus prĂ€pariert er so, dass eine erholsame Nachtruhe unmöglich wird. Doch wird sein Plan aufgehen und Renwick endlich in seinem Bett landen? So eine sĂŒĂŸe Geschichte. Eigentlich ist sie viel zu kurz, vieles kommt gar nicht zur Sprache, aber sie ist so goldig und witzig, gleichzeitig aber auch frustrierend. Ich hab so mitgefiebert, dass der Bettentrick funktioniert. Das Ganz könnte schließlich auch nach hinten losgehen und ist im Prinzip auch ziemlich gemein. Amelie ist eines der Highlights der Geschichte. Sie ist fĂŒr ihr Alter schon ziemlich erwachsen, hat aber eine urkomische Ader. Die Kleine hat die Stimmung deutlich gelockert.
„Wytch & Prinze“ ist Balsam fĂŒrs Herz und nimmt sich selbst nicht ganz so ernst, hat aber auch sehr schöne und tiefsinnige Momente.

„Love is scary. It terrifies each and every human being. And you know why? Because opening your heart to another person makes you vulnerable. There’s this whole new world of promise when you answer the heart’s call. One minute you can be soaring high in the clouds. The next, you might find yourself broken and sitting in a puddle of your own tears.“

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[Kurz & Knapp] Liebe in fĂŒnfzehn Lektionen – Celia Jansson

Aaron oder Jannik?
Levi hat sich verguckt, und zwar so richtig. In den unerreichbaren Aaron. Leider ist er viel zu schĂŒchtern, um ihn anzusprechen. Seine letzte Liebe, die sehr unglĂŒcklich endete, hat ihm sein Selbstvertrauen genommen. Also muss schnellstens Hilfe her. Jannik, sein bester Freund, scheint da die perfekte Wahl zu sein, um den charismatischen und höchst attraktiven Aaron fĂŒr sich zu gewinnen. Jannik ist selbstbewusst und erfahren und mehr als gewillt, Levi unter die Arme zu greifen, schließlich findet er ihn schon lange heiß. Levi wird nicht nur umgestylt, er bekommt auch einen höchst intimen Exkurs in Sachen Liebe und Sex, der die beiden in ein Liebeswirrwarr erster GĂŒte katapultiert.

Fazit:

Das Cover ist so schön. „Liebe in fĂŒnfzehn Lektionen“ wĂ€re prĂ€destiniert fĂŒr einen reinen Coverkauf, der Inhalt ist jedoch auch nicht zu verachten. Aufgrund des Klappentextes dachte ich eigentlich, dass es zu manch dramatischer Situation kommt, stattdessen ist es eine klassische Gay Romance, die auf direktem Wege durchmaschiert und nur wenige Schlenker macht. Aber das fand ich gar nicht schlimm. Man konnte sich voll und ganz auf die Charaktere und deren Beziehung zueinander konzentrieren. Levi ist ein ganz sympathischer Kerl, der im Laufe der Geschichte das selbstgewĂ€hlte Schneckenhaus verlĂ€sst und mutiger wird, wĂ€hrend Jannik mit unbekannten Tiefen punkten. Ein tolles Pairing.

Eine locker – leichte Gay Romance, die auf schöne Weise zeigt, dass Liebe unberechenbar ist. Manchmal sitzt sie direkt vor der Nase. Romantisch, sexy und empfehlenswert.

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[Kurz & Knapp] Valentin. Jenseits der Schatten – Aleksa Riley

Die grĂ¶ĂŸte Kraft wĂ€chst aus der Asche alten Leids.

Valentin ist ein Spin – Off zur Gay Military – Reihe Greyscale, kann aber auch unabhĂ€ngig davon gelesen werden.
Im Mittelpunkt steht Valentin „Kitty“ Kitzner, ein KSK – Soldat und Kollege von Gerrit deBoer.

Egal, was Valentin auch anstellt, keine seiner Beziehungen hĂ€lt lange. Als ihn seine aktuelle Freundin verlĂ€sst, bröckelt seine Fassade. Ist er wirklich schwul? Valentin balanciert auf einem schmalen Grat zwischen Verzweiflung und Selbstverletzung. Als dann noch sein Vater anruft und die Vergangenheit aufleben lĂ€sst, beginnt er, das Gleichgewicht zu verlieren und in die Tiefe zu stĂŒrzen. Hinein in Selbsthass, schmerzliche Erinnerungen, Lug und Betrug und eine ungewisse Zukunft. Doch einer ist immer an seiner Seite: Bastian, sein bester Freund und Teamkamerad.

Fazit:

Das Cover lĂ€sst schon erahnen, dass man sich mit dieser Geschichte auf eine Reise begibt, die unter die Haut gehen und in die tiefsten menschlichen AbgrĂŒnde hinabfĂŒhren wird. Valentin nimmt den Leser mit hinter den Vorhang, der seine Kindheit und Jugend und all die schmerzhaften Erfahrungen gut abschirmt. Niemand ahnt, was sich in seinem Inneren verbirgt, welches Leid er hinter seiner fröhlichen und selbstsicheren Fassade versteckt. Nicht mal sein bester Freund Bastian.

„The things you hide in your heart eat you alive.“

Aleksa Riley lĂ€sst Valentins „Monster“ nicht in allen Details auferstehen. Sie sind da, aber nicht in voller GĂ€nze greifbar. Ein unheilvoller, verschwommener Schatten, der sich auf die Geschichte legt. Stattdessen konzentriert sie sich auf Valentin und sein GefĂŒhlsleben. Ich glaube, ich hĂ€tte es nicht ertragen, wenn die Erlebnisse in allen Farben und Details wiedergegeben worden wĂ€ren. Allein die VerĂ€nderung in Valentin – vom knallharten Kommandosoldaten, der sich auch gegen den tödlichsten Gegner zur Wehr setzen kann, zu einem hilflosen, unsicheren HĂ€ufchen Elend – hat gereicht, um eine AtmosphĂ€re zu schaffen, der man sich nicht entziehen kann. Die markerschĂŒtternde Panik, die lĂ€hmende Angst und die Verzweiflung haben mich tief berĂŒhrt.

Ich werde Valentin nie mehr mit den gleichen Augen betrachten, wenn er mir bei Greyscale begegnet. Innerhalb kĂŒrzester Zeit hat sich eine Verbindung aufgebaut, genĂ€hrt aus MitgefĂŒhl und Hochachtung. Valentin wird nie mehr einfach nur ein Teamkamerad von Gerrit sein, sondern der Mann, der sich – mit Hilfe seines besten Freundes – von den Lasten der Vergangenheit befreit und einen Neuanfang fĂŒr sich geschaffen hat. Vielleicht wird er irgendwann sein ganz großes GlĂŒck finden. Ich wĂŒrde es ihm von Herzen gönnen.

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[Kurz & Knapp] Verschleppt – Sydney Stafford

Nach der Zeitreise in Arnes Vergangenheit (1999), sind wir nun wieder in der Gegenwart gelandet. Genauer gesagt in Arnes BĂŒro in Calw. „Verschleppt“ ist nĂ€mlich die direkte Fortsetzung von Bodyguard. Die AtmosphĂ€re ist deutlich gelöster. Man begleitet den Herrn Brigadegeneral u.a. bei seinen morgendlichen Ritualen, die streng durchgeplant sind. Nebenbei muss er noch einen Streit schlichten, sein SpĂ€tzchen Sven verwöhnen und die Welt retten. Okay, das ist jetzt ein bisschen hochgegriffen …

Alles beginnt mit Oberst Laskowski, der von einem der Kommandosoldaten verprĂŒgelt wurde, und zwar so richtig. Schuld daran ist die Freundin des Soldaten, die urplötzlich mit dem deutlich Ă€lteren Oberst ins Bett steigt. Sehr schnell wird klar, dass die Dame nicht die ist, fĂŒr die sie sich ausgibt. Sie will Informationen. Aber welche? Todesmutig stĂŒrzt sich Arne in den Fall und befindet sich plötzlich in Lebensgefahr.

Fazit:

Diese Geschichte spiegelt Arnes Charakter auf wundervolle Art und Weise wider. MĂ€nner in Uniform sind heiß, da werde ich auch gerne schwach, aber mit Arne hat Sydney Stafford einen Charakter erschaffen, der mir schon bei der ersten Begegnung unter die Haut gekrochen ist und mich fasziniert hat. Er ist respektvoll, einfĂŒhlsam und fĂŒrsorglich. Ein Mann, der die Liebe lebt. Gleichzeitig ist er aber auch dominant, direkt und tödlich. Eine sĂŒchtig machende Mischung, die in „Verschleppt“ voll ausgeschöpft wird.

Der Anfang ist recht unspektakulÀr. Eine kleine AufwÀrmphase, bevor es zur Sache geht und Arne einem geplanten Verbrechen auf die Spur kommt, das ihn in höchste Gefahr bringt. Er landet in der Hölle, aber selbst im Angesicht des Todes bewahrt er Haltung und spuckt dem Feind mutig ins Gesicht.

Arne hat zwar nicht die Welt gerettet, dafĂŒr aber mir ein bisschen Frieden geschenkt und mit den letzten Zeilen ein breites Grinsen auf meine Lippen gezaubert. Okay, ich gebs zu, das ein oder andere TrĂ€nchen ist auch geflossen.

Kinky, spannend und brandgefĂ€hrlich. Brigadegeneral Seeliger in Höchstform. Zwischen brenzligen Undercover – EinsĂ€tzen, folternden WaffenhĂ€ndlern und verschwiegenen Familiengeheimnissen bleibt nur einer cool: Arne ❀

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[Kurz & Knapp] Will hier jemand Haggis? Lauwarme Schottenromanze – Jona Dreyer

„Zieh dich warm an, haben sie gesagt. In Schottland ist es arschkalt, haben sie gesagt.“

Adriens Ankunft in Glasgow steht unter keinem guten Stern. Statt dem erwarteten kĂŒhlen und regnerischen Wetter, empfangen ihn strahlender Sonnenschein und kuschelige 24°C. Eigentlich ein Grund zur Freude. Leider hat sich Adrien fĂŒr eine Nordpol – Expedition eingedeckt. Seine Garderobe besteht aus Wollsocken, Pullover und langen Hosen. Da kommt man schon mal ins Schwitzen. Noch schlimmer wird es, wenn einem der heißeste Highlander Schottlands als Reiseleiter vor die Nase gesetzt wird. Lachlan ist die Versuchung in Person. Und dann sind da noch die zwei deutschen Touristinnen, die auf MĂ€nnerfang sind und sowohl Adrien als auch Lachlan als potentielle EhemĂ€nner auserkoren haben. Dabei hat Adrien nur Augen fĂŒr seinen heißen Schotten, der unerreichbar erscheint.

Fazit:

„Will hier jemand Haggis?“ ist eine urkomische Romanze, die man einfach lieben muss.

Ich wollte schon immer mal nach Schottland und dank Jona Dreyer habe ich einen herrlichen Kurztrip im Land der DudelsĂ€cke, Kilts und des Whiskeys verbracht. Man trifft auf einen der sagenumwobenen Highlander, leider muss man sich mit einem Exemplar zufriedengeben, das nicht schon morgens vor dem FrĂŒhstĂŒck Ochsen bezwingt und sich mit Baumstammweitwurf fit hĂ€lt. Er ist aber trotzdem ziemlich heiß, keine Sorge. DafĂŒr darf man aber einen exklusiven Blick auf das Monster von Loch Ness werfen und das ist gar nicht soooo groß und furchterregend wie erwartet. Es geht ĂŒber saftig grĂŒne Wiesen, vorbei an idyllischen Seen und schneebedeckten Bergen und schließlich landet man an einem sonnenbeschienenen Strand. Rau und charmant zugleich. Begleitet von den Mitreisenden auf die man natĂŒrlich nicht verzichten kann. Japanische Touristen mit der obligatorischen Kamera und Deutsche mit schlechtem Englisch. Ich sag nur egg-lĂ€ying woolmilkpig. Das sorgt fĂŒr eine Menge Lacher. Gekrönt wird das Ganze von einem Ausflug in die Vergangenheit zweier verfeindeter Clans, einem Fetisch und der wichtigen Frage: Was trĂ€gt Mann eigentlich unter dem Kilt?

Ich hatte beim Lesen das GefĂŒhl, als wĂ€re die Geschichte ein Akt der Vereinigung zwischen Protagonisten und Leser. Die Überspitzung bzw. EntkrĂ€ftung gĂ€ngiger Klischees, das fast schon archaisch anmutende Vorspiel von Adrien und Lachlan, die sich gegenseitig bekloppte SprĂŒche vor den Latz zu knallen, und das Katz und Maus – Spiel mit den beiden deutschen Touristinnen. Humor öffnet das Herz, und genau das hat hier wunderbar geklappt. Man war ganz nah dran, die emotionale Tiefe der Liebesgeschichte hat sich potenziert. Von den zaghaften, unsicheren AnnĂ€herungsversuchen, dem Mittelteil, der rasch an IntensitĂ€t gewinnt und dem wundervollen Ende, mit vielen herzzereißenden Momenten und ganz viel Liebe. Da kommt man nicht umhin, das ein oder andere TrĂ€nchen zu verdrĂŒcken.

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[Kurz & Knapp] Paragraphenreiter – Louisa C. Kamps

Florian Richter, der nicht nur so heißt, sondern auch tatsĂ€chlich Richter ist, wird nach einem Fahrradunfall ins Krankenhaus eingeliefert, was dĂŒstere Erinnerungen hervorruft. Genau in diesem hat er vor Jahren einen Teil von sich verloren. Sein Benehmen spiegelt die unterschwellige Panik wieder, die ihn fest im Griff hat. Das bekommt natĂŒrlich das Krankenhauspersonal zu spĂŒren. Nur einer lĂ€sst sich davon nicht beeindrucken: Mathias Winkler, die Stationsleitung. Florian fĂŒhlt sich sofort zu ihm hingezogen, nach seinem fluchtartigen Abgang besteht aber keine Hoffnung, ihn je wiederzusehen. Dann spielt ihm jedoch das Schicksal in die HĂ€nde und das Chaos nimmt seinen Lauf. GefĂŒhle entstehen und kollidieren mit Florians Vergangenheit, seinem aktuellen Prozess und Mathias Weigerung, eine heimliche Beziehung zu fĂŒhren.

Fazit:

Mich hat vor allem Florians Beruf angesprochen. Es gibt viele Geschichten mit RechtsanwĂ€lten, aber ein Richter ist mir bisher noch nicht untergekommen. Man kann ihm zwar im Gerichtssaal nicht oft ĂŒber die Schulter schauen, es spielt sich eigentlich alles in seinem BĂŒro ab, dennoch bekommt man einen guten Einblick in die Machtstrukturen im Gericht und den lĂ€sternden Flurfunk. Im Zentrum steht allerdings Florians innerer Kampf. Nach einem schweren Schicksalsschlag hat er sich zurĂŒckgezogen und Privatleben und Beruf strikt getrennt. Niemand am Gericht weiß, dass er schwul ist und das soll auch so bleiben. Da funkt ihm jedoch Mathias dazwischen, der schlechte Erfahrungen mit heimlichen Beziehungen gemacht hat. Das Drama ist also bereits vorprogrammiert.

Florians Weg zurĂŒck ins Leben wird sehr einfĂŒhlsam geschildert. Nur nach und nach wird ihm klar, was er sich selbst all die Jahre verboten, wie viele Menschen er mit seinem abweisenden Verhalten verletzt hat. Es ist wundervoll mitzuerleben, wie Florian immer öfter den schĂŒtzenden Kokon verlĂ€sst und endlich wieder er selbst ist –  frei und glĂŒcklich sein kann. Aber auch Mathias hat sein PĂ€ckchen zu tragen und seine Lektion zu lernen. Die beiden machen unheimlich viele Fehler, weil jeder Angst davor hat, den letzten Schritt zu wagen und zu vertrauen, den Weg ins Ungewisse zu riskieren, der natĂŒrlich eine Menge Probleme mit sich bringen wird, aber auch eine ganz neue Welt eröffnen kann.

Eine Liebesgeschichte mit Hindernissen, dramatischen Entwicklungen, frustrierenden RĂŒckschlĂ€gen, heißen LiebesnĂ€chten und humorvollen Passagen in Plattdeutsch, die durchaus dem Prozess und den Drohungen mehr Platz hĂ€tte einrĂ€umen dĂŒrfen.

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[Kurz & Knapp] 1999 – Sydney Stafford

Endlich ist es da: Das Spin – Off zu Brigadegeneral Arne Seeliger, den man schon aus „Die Spezialeinheit“ kennt.

Es geht 18 Jahre in die Vergangenheit. Arne ist noch aktiver Kommandosoldat. Er ist glĂŒcklich. Mit einem seiner Teamkollegen fĂŒhrt er eine heimliche Beziehung. Doch dann werden sie von ihrem Vorgesetzten bei einem heißen Kuss erwischt. Der ist natĂŒrlich nicht begeistert, zwei schwule Soldaten unter sich zu haben. Kurz darauf werden sie in den Kosovo geschickt, um einen serbischen KriegsfĂŒhrer festzusetzen. Schneller als gedacht, lĂ€uft die ganze Aktion aus dem Ruder. Sie sind in einen Hinterhalt geraten und mĂŒssen herbe Verluste einstecken. Plötzlich können sie niemandem mehr vertrauen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Doch wo sitzt der Feind?

Fazit:

Ich habe mich riesig auf das Spin – Off zu Arne gefreut. FĂŒr mich ist er einer der absoluten SympathietrĂ€ger der „Spezialeinheit“ und hat es mir einfach angetan. Durch „1999“ bekommt man einen guten Blick auf den jungen Arne, Jahre vor seiner Karriere als Brigadegeneral. Man erfĂ€hrt auch, warum er diese Position angestrebt hat. Der Grund dafĂŒr ist sehr dramatisch.

Die Hölle war fĂŒr alle da.

Die Geschichte ist eigentlich kaum mehr als eine Momentaufnahme aus Arnes Leben, aber eine, die ihn stark geprĂ€gt, die ihn zu dem Menschen gemacht hat, der er heute ist. Im Kosovo geht er mit seinem Team durch die Hölle, muss sich durch dicht gestrickte Intrigen kĂ€mpfen und Machenschaften aufdecken, die weite Kreise ziehen und alles bedrohen, fĂŒr das er einsteht und das er liebt. Dieser Einsatz verĂ€ndert sein Leben und stellt die Weichen fĂŒr den Arne, den wir kennen und lieben. Den strengen Brigadegeneral, der einen kameradschaftlichen und respektvollen Umgang mit seinen Untergebenen pflegt, der Humor ganz groß schreibt, dessen Herz vor Liebe und Leidenschaft pulsiert und der seine Liebsten gerne in Watte packen wĂŒrde.

Diese kurze Geschichte hat mich tief berĂŒhrt. Ich war am Ende in TrĂ€nen aufgelöst. Da sitzt ein Mann vor dir, völlig verzweifelt und so verletzt. Arnes Schmerz ist mit HĂ€nden greifbar. So roh und ĂŒberwĂ€ltigend. Man kann sich diesen Emotionen gar nicht entziehen. Mir hat es das Herz zerrissen, gleichzeitig ist aber auch die Hochachtung vor diesem Mann ins Unermessliche gestiegen.

Auch wenn der Ausflug in Arnes Vergangenheit sehr schmerzhaft war und mich noch lange verfolgen wird, bin ich sehr froh darĂŒber. Arne ist mir nĂ€her als je zuvor.

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