[Rezension] Der Inbegriff von Biederkeit – Tharah Meester

Inhalt:

Drystane Marshall ist bekannt fĂŒr seine scharfzĂŒngigen Zeitungsartikel und die verbalen Auseinandersetzungen mit Donatien Giancovelli, der rechten Hand des Chef de Police. Den Höhepunkt erreicht ihre Hassliebe, als die Geliebte eines Politikers ermordet wird. Donatien verwehrt Drystane den Zugang zum Tatort. Der nimmt das Ganze sehr persönlich. Beim nĂ€chsten Fall, einer Geiselnahme, will sich Drystane nicht so einfach abservieren lassen und greift zu drastischen Mitteln, um an seine Story zu kommen. Eine fatale Entscheidung, die eine Kettenreaktion in Gang setzt und in einer Katastrophe endet. Der Hass lodert stĂ€rker als je zuvor, dabei hat Drystane schon vor Monaten ein Auge auf den stummen Polizisten geworfen.

Meinung:

„Der Inbegriff von Biederkeit“ hat mich umgehauen. Es war nicht mein erstes Buch der Autorin, hat jedoch mit Leichtigkeit meine Lieblingsgeschichten „Ein eisig kalter Lord“ und „Die ZĂ€hmung des Prinzen“  in den Schatten gestellt. FĂŒr mich besteht ein Buch aus zwei Herzen, die zu Beginn noch leer sind, aber nach und nach Leben eingehaucht bekommen. Das Herz des Autors ist bereits voll, wenn der Leser die ersten Seiten aufschlĂ€gt. Es ist gefĂŒllt mit Ideen, Emotionen, Hoffnungen und einer Menge Zeit und Herzblut. Der Leser hĂ€lt sein Herz völlig unvoreingenommen in der Hand und packt alles rein – Gedanken, WĂŒnsche, Empfindungen und viele Lieblingsstellen. Am Ende treffen sie aufeinander und dann entscheidet sich, ob die Liebe auf Gegenseitigkeit beruht. Bei dieser Geschichte lĂ€uft es allerdings ganz anders. Schon nach wenigen Seiten wird einem das Herz entrissen und auf den Boden geworfen. Es zerschellt in tausend Teile, es verteilt sich ĂŒberall. Man muss es in liebevoller Kleinarbeit wieder zusammensetzen. Dabei stĂ¶ĂŸt man schon mal irgendwo an oder geht etwas gröber zu Werke, dann bricht es wieder auseinander, bis man zum Schluss endlich den richtigen Kleber gefunden hat, um es zu kitten. Es ist nicht mehr so makellos wie zuvor, dafĂŒr hat man es mit Liebe und Geduld geflickt, ist um viele Erfahrungen reicher und hat etwas Einzigartiges geschaffen. So ergeht es auch den beiden Protagonisten. Donatiens Herz ist ein Scherbenhaufen, es ist zerstört und hat den Glauben an die Menschheit und die Liebe tief unter sich begraben. Das Leserherz ist das perfekte Korrelat dazu. Man erfĂ€hrt am eigenen Leib, welche Hoffnungslosigkeit und welche Schmerzen sich in Donatien breitgemacht haben, wie viel Liebe und Erfindungsreichtum Drystane aufbringt, um seinen Mann aus den tiefen Klauen der Dunkelheit zu befreien. Man leidet, weint, hofft und bangt.

Bei dem Gedanken verspĂŒrte er ein Beben in der Brust, als wĂ€re sein Herz gestolpert und hingefallen. Dann schmerzte es, als hĂ€tte es sich das Knie aufgeschlagen.
(Position 2220)

Er fĂŒhlte einen lang gezogenen Schmerz, als wĂŒrden ihn scharfe Nadeln nĂ€hen, und darauf folgte die Erleichterung. Vernarbt und hĂ€sslich, aber vollstĂ€ndig, pochte sein Herz so hart gegen seinen Brustkorb, wie er es noch nie erlebt hatte.
(Position 5881)

Drystane und Donatien sind auf den ersten Blick total verschieden, sie teilen aber eine Gemeinsamkeit: Selbstzweifel und Selbsthass. Diese sind auf unterschiedliche Art und Weise entstanden, prĂ€gen sie aber und schrĂ€nken sie in ihrem Leben ein. Nur zusammen können sie den DĂ€monen der Vergangenheit den Kampf ansagen. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg, der nicht einfacher wird, als sie zufĂ€llig ĂŒber den ominösen Geheimbund stolpern, der sie natĂŒrlich nicht so ohne weiteres von dannen ziehen lĂ€sst. Die bestĂ€ndige Gefahr, die ihnen im Nacken sitzt, und das permanente Knistern, verleihen der Geschichte eine spannende Note und ein angenehmes ErzĂ€hltempo. Das fĂŒgt sich perfekt in die dĂŒster anmutende AtmosphĂ€re ein.

Die Geschichte lebt von den liebevollen Details, den sympathischen Protagonisten und den tiefen GefĂŒhlen, die ohne Umwege im Herzen landen. Ich war stellenweise total aufgelöst und hab nur noch geweint, weil mir das Schicksal und der Schmerz der beiden MĂ€nner so ans Herz ging. Tharah Meester hat ein ganz inniges Band zwischen dem Leser und den beiden Protagonisten geschaffen, man wird in die Geschichte hineingezogen und kommt bis zum Ende nicht mehr davon los. Das ist grandios, aber auch anstrengend. Ich möchte die GefĂŒhle, die Drystane und Donatien mir entlockt haben aber nicht mehr missen.

Fazit:

Eine wundervolle Geschichte ĂŒber die Kraft der Liebe. Emotional, romantisch und prickelnd. Ein absolutes Highlight

  • Format: Kindle Edition
  • DateigrĂ¶ĂŸe: 4410 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 668 Seiten
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B06XP4ZQ1Y
  • KindleUnlimited: ja
  • Preis: 5,99€
  • Homepage der Autorin: Tharah Meester
  • Hier kann man es kaufen/leihen: Der Inbegriff von Biederkeit

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[Rezension] Slow Heat – Leta Blake

Inhalt:

Jungalpha Jason Sabel ist gerade mal neunzehn Jahre alt und besucht das Alphatraining, um alles zu lernen, was ein Alpha wissen und können muss. Als er mit seinem besten Kumpel Xan in der Bibliothek nach einem Buch sucht, trifft er zufĂ€llig auf seinen ÉrosgĂ pe, seinen vom Schicksal bestimmten GefĂ€hrten. Doch eigentlich ist es dafĂŒr viel zu frĂŒh. Omega Vale Aman ist 36 und hat sich ein solides Leben aufgebaut. Er unterrichtet an einer Schule, frönt seinem Hobby der Poesie und trifft sich regelmĂ€ĂŸig mit seinen Freunden. Er hat sich schon lĂ€ngst damit abgefunden, niemals seinen GefĂ€hrten zu finden. Doch dann platzt Jason im wahrsten Sinne des Wortes in sein Leben und stellt es gehörig auf den Kopf. Gefangen in seiner Vergangenheit, deren Folgen noch heute spĂŒrbar sind, und dem Verlangen nach seinem deutlich jĂŒngeren Alpha, stĂŒrzt Vale in tiefe Verzweiflung und stĂ¶ĂŸt Jason von sich.

Meinung:

Seit „Wake Up Married“ gehört Leta Blake zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Ich hĂ€tte das Buch allein schon aus diesem Grund gelesen, die Thematik der Geschichte ist jedoch auch nicht zu verachten. Es geht um Alpha/Omega – Konstellationen. Das impliziert natĂŒrlich eine Gestaltwandlergeschichte, das ist „Slow Heat“ aber nicht. Es handelt sich um eine Dystopie. Menschen – und vor allem Frauen – gibt es in dieser Welt schon lange nicht mehr. Übriggeblieben sind nur die genetisch verĂ€nderten MĂ€nner, die dem Wolfgott huldigen, klare Hierarchien innehaben und sich von ihrer animalischen Seite leiten lassen. Die Autorin hat eine komplexe und völlig neue Welt erschaffen, die sich aber dennoch an ihren menschlichen Vorfahren orientiert.

Interessant ist auch die Tatsache, dass hier der Omega der Ă€ltere Part ist. Ich kenne nur Geschichten, in denen der Alpha ein paar Jahre reifer ist. Die 16 Jahre Altersunterschied fallen hier sehr schwer ins Gewicht. Vales und Jasons Welt ist geprĂ€gt von einer Regierung, die aktiv und grenzĂŒberschreitend in die Familienbildung eingreift, die jeden noch so kleinen Fehler hart bestraft. Man muss einem strengen Protokoll folgen, um sich miteinander verbinden zu können.

Jason hat mich von Anfang an fasziniert und fĂŒr sich eingenommen. Er ist ĂŒber sich hinausgewachsen und hat die Verantwortung fĂŒr seinen Omega ĂŒbernommen, obwohl er gerade erst erwachsen geworden ist und wie ein Welpe wirkt, der noch in seine Pfoten hineinwachsen muss. Bei Vale hingegen ist es ein bestĂ€ndiges Auf und Ab. Er hat in seiner Vergangenheit einen riesengroßen Fehler begangen, von dem er sich heute noch leiten lĂ€sst. Das fĂŒhrt natĂŒrlich zu vielen Problemen. Er will Jason, kann ihm seiner Meinung nach aber nicht das geben, was dieser braucht. Frustration ist hier schon vorprogrammiert. Und trotzdem sind sie beide einfach nur wundervoll in all ihrer GegensĂ€tzlichkeit. Die Anziehung ist von Anfang an da, das Begehren steigert sich ins Unermessliche, wĂ€hrend das GefĂ€hrtenband von Zeile zu Zeile fester und allumfassender wird. Die Liebe zwischen ÉrosgĂ pes ist etwas ganz besonderes. Der Baby – Alpha ist einfach zuckersĂŒĂŸ, auch wenn die Dominanz bereits unter der OberflĂ€che lauert. Das ist heiß!

Leta Blake hat ein HĂ€ndchen fĂŒr dramatische Geschichten und liebevoll ausgearbeitete und vielschichtige Charaktere. Sie hat mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen. Im Gegensatz zu ihren anderen BĂŒchern liegt hier der Fokus auch deutlich auf  dem politischen Geschehen, um MissstĂ€nde aufzudecken, die wir auch in unserer Welt finden. Die AtmosphĂ€re ist dĂŒster, durchzogen von der jugendlichen Energie Jasons, wildem Verlangen, heißem Sex und strahlender Liebe. Die Spannungskurve geht bis zum Ende steil nach oben – hinter jeder TĂŒr verbirgt sich mindestens eine Leiche, jeder hat ein PĂ€ckchen zu tragen, das ihn möglicherweise den Kopf kosten könnte – kurz vor Schluss erreicht sie dann ihren Höhepunkt und reißt alle in die Tiefe und in das dort lauernde Verderben.

But horrible things happen alongside wonderful things all the time. And if you let the horrible things detract from the wonder of the good things, you’ll never really feel true happiness.

Fazit:

Ein absolutes „must read“ fĂŒr alle Leta Blake – Fans. Eine Liebe vor dystopischer Kulisse, die sich gegen Vorurteile, dramatische Entwicklungen und DĂ€monen der Vergangenheit durchsetzen muss.

  • Format: Kindle Edition
  • DateigrĂ¶ĂŸe: 2697 KB
  • Verlag: Leta Blake Books (16. Mai 2017)
  • KindleUnlimited: Ja
  • Sprache: Englisch
  • ASIN: B071VMX4QH
  • Hier kann man es kaufen/leihen: Slow Heat: Alpha Omega Gay Romance

[Herzensempfehlung] Ich wollte nur, dass du noch weißt … Nie verschickte Briefe – Emily Trunko

Das Buch basiert auf dem Projekt Dear My Blank auf Tumblr, das von Emily Trunko im Jahr 2015 ins Leben gerufen wurde. Dort veröffentlicht sie anonym eingesandte, unveröffentlichte Briefe. Innerhalb kĂŒrzester Zeit wurde daraus ein PhĂ€nomen, das mehrere zehntausend Menschen angelockt und eine wahre Flut an Briefen ausgelöst hat. 

Seit Wochen ist das Buch in aller Munde. Mir ist es stĂ€ndig begegnet. Auf Facebook, auf Instagram, auf Blogs. Da mich Inhalt und Cover so gereizt haben, konnte ich nicht lĂ€nger widerstehen. Das war aber eine der besten Buchentscheidungen, die ich je getroffen habe. Die Idee hinter dem Buch ist so berĂŒhrend. Ich gehöre auch zu den Menschen, die Briefe schreiben, die niemals ihren EmpfĂ€nger erreichen werden.

Im Leben gibt es viele Scheidewege. Man verliert die Liebe, Familie und Freunde an den Tod, durch die Entscheidung, einen anderen Weg einzuschlagen und durch Verletzungen, die tiefe Wunden gerissen haben, so verheerend, dass die Bande nie wieder gekittet werden können.

Allein die Worte niederzuschreiben hilft aber ungemein. Es ist völlig egal, ob der Brief danach verbrannt wird oder bis zum Sankt – Nimmerleins – Tag in den Tiefen eines ausrangierten Schuhkartons oder einer Schatulle verschwindet. Man ist die Worte los und kann gute Nachrichten mit einem verstorbenen Liebsten teilen, um diesen weiterhin am aktiven Leben teilhaben zu lassen, sich die Wut aus dem Bauch schreiben, seiner EnttĂ€uschung Luft machen, möglicherweise auch jemandem danken.
All das und noch viel mehr findet man in „Ich wollte nur, dass du noch weißt …“
Das Buch ist unheimlich schön illustriert und setzt mit etlichen Handletterings eine ganz persönliche Note.

Sehr berĂŒhrend fand ich den Brief einer jungen Frau, die bald sterben wird und sich bei ihrer großen Liebe entschuldigt, weil sie sich nie kennenlernen und nie die Möglichkeit haben werden, all die Dinge zu tun, die Paare eben machen. Diese Zeilen haben sich mir regelrecht eingebrannt, denn sie tragen eine wichtige Botschaft: Die Zeit rennt uns davon.
Und das ist nur die Spitze des Eisberges, es gibt so viele Briefe. Adressiert an sich selbst, die Eltern, die Freunde, die Ex – Freunde, an Menschen, die etwas bewegt haben – aus Liebe, Wut, Schmerz, EnttĂ€uschung, Resignation, Verlust, Dankbarkeit und Freude. Als Neuanfang und Abschied. Sie berĂŒhren alle. Manche mehr, andere weniger. In vielen der anonymen Briefe kann man sich auch selbst finden. Möglicherweise erlebt man gerade Ähnliches oder wird an ein lĂ€ngst vergangenes, einschneidendes Erlebnis erinnert.

Man klappt das Buch mit einem weinenden und einem lachenden Auge zu, weil es auf so vielen Ebenen bereichert und viele Worte direkt ins Herz wandern und sich dort festsetzen.

Ihr fragt euch jetzt sicher, warum ich das Buch auf dem Blog vorstelle, schließlich dreht sich hier alles um schwule Literatur. Es ist nicht nur ein absolutes Herzensbuch, nein, in diesem BĂŒchlein findet man auch queeren Content. Ein junger, schwuler Mann, der sich nicht traut seiner besten Freundin die heimliche Beziehung zu einem Mann zu gestehen. Ein TransmĂ€dchen, das sich nach Gesellschaft sehnt. Zwei Kumpels, die GefĂŒhle fĂŒreinander haben, sie aber nicht zulassen wollen.

Ein ergreifendes Buch, das ich euch wÀrmstens ans Herz lege.


Hier kann man es kaufen: Ich wollte nur, dass du noch weißt 
: Nie verschickte Briefe

[Rezension] Perāmƍ: Magische SeelengefĂ€hrten – Jessica Martin

Inhalt:

»Deine Seele hat meine erkannt, bevor dein Verstand es konnte.«
Adrian Leipold staunt nicht schlecht, als er zum ersten Mal seinem Nachbarn Fridolin Xeller gegenĂŒbersteht. Um ihn ranken sich wilde GerĂŒchte. Schnell findet Adrian heraus, dass die nicht ganz so abwegig sind. Fridolin ist kein Mensch, er ist ein Magier. Als Fridolin Adrian in die Geheimnisse seiner Welt einweiht, ahnen sie nicht, welche weitreichenden Folgen das haben wird. Die junge Liebe muss sich gefĂ€hrlichen Abenteuern und einem skrupellosen Magierrat stellen. Doch lohnt sich der Kampf? Können sie gegen diese mĂ€chtigen Gegner ĂŒberhaupt etwas ausrichten?

Meinung:

Ich muss mal was loswerden … Gleich gehts weiter …


So, jetzt geht es mir besser 🙂
Was fĂŒr ein Wahnsinnsbuch! Ich bin immer noch total aus dem HĂ€uschen. Ich mochte bisher alle Geschichten von Jessica Martin, aber „Perāmƍ“ ist noch mal eine ganz andere Hausnummer. Normalerweise bin ich kein großer Fan von Zauberer/Magier – Geschichten. Das hat sich aber bereits nach dem ersten Satz des Klappentexts erledigt. Mit SeelengefĂ€hrten kann man mich immer ködern.

Ich weiß nicht, wann mich zuletzt ein Buch so verzaubert hat – auf allen Ebenen. Das fing schon auf den ersten Seiten an. Fridolin, der mit vollem Namen eigentlich Fridolin Oleander TirĂ€eus Xeller heißt, ist so herzig. Anders kann ich es gar nicht beschreiben. Da er sich als Magier vor den Menschen verbergen muss, lebt er komplett an der RealitĂ€t vorbei. Das fĂŒhrt natĂŒrlich zu vielen MissverstĂ€ndnissen und niedlichen sowie urkomischen Momenten. Allein die Szene, als er das Fernsehen und damit einhergehend die muskulösen Kanuten entdeckt. Herrlich! Fridolin muss man einfach ins Herz schließen. Genau wie Adrian. Der Kerl ist der Hammer. Da erfindet er doch tatsĂ€chlich am laufenden Band neue Wörter, und das als Deutschlehrer. WĂ€hrend Fridolin eher zurĂŒckhaltend und pessimistisch ist, betritt Adrian voller Optimismus, Neugier und UnbekĂŒmmertheit diese fĂŒr ihn neue Welt – und nimmt dabei so ziemlich jedes FettnĂ€pfchen mit, das er findet. Auf den ersten Blick sind die beiden total verschieden, im Laufe der Geschichte wachsen sie aber aneinander und werden zu einem hinreißenden PĂ€rchen, das nicht nur goldig ist, sondern auch ziemlich heiß.

Neben den beiden Protagonisten geben sich noch ganz viele andere faszinierende Wesen die Ehre. Zauberer, Magier, Gestaltwandler, Elfen, Gnome … Also alles, was das Herz begehrt. Es wird gemagiert (eine Wortkreation von Adrian), gezaubert, verzaubert und verwandelt. In der Welt der Zauberwesen gibt es aber nicht nur Gutes, es gibt Gesetze, deren Verletzung ĂŒbertrieben hart geahndet wird. GefĂ€hrliche Gegner, in den höchsten Positionen, erschweren Adrian und Fridolin das Leben. Was folgt ist zwar kein episches Finale, aber ein schöner Showdown. Die einzelnen Charaktere wachsen ĂŒber sich hinaus, mĂŒssen aber Verluste verkraften, die sehr schmerzhaft sind. DafĂŒr werden viele offene Fragen geklĂ€rt. Ein fĂŒr mich wĂŒrdiges Ende dieser erfrischenden ErzĂ€hlung, die nur so vor Magie strotzt.

Obwohl die Geschichte sehr umfangreich ist, hatte ich nie das GefĂŒhl, mich zu langweilen. Es gibt so viel zu entdecken, schließlich geht es einem als Leser nicht anders als Adrian. Man muss sich zwischen den ganzen magischen Wesen erst mal zurechtfinden und verinnerlichen, dass es zwischen Himmel und Erde Dinge gibt, die mit dem rationalen Menschenverstand nicht zu erklĂ€ren sind. Hilfreich ist da auch das Glossar am Ende des Buches, das viele Namen, Infos, magische Begriffe, Orte und ZaubersprĂŒche enthĂ€lt.

Fazit:

Eine Geschichte voller Magie, Liebe, Freundschaft und Hoffnung, die auf allen Ebenen bezaubert.



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Alex in Wonderland – Abenteuer, Erotik und fantastische Welten

Kennt ihr das, wenn ihr ein StĂŒck Kindheit zurĂŒckbekommt, gleichzeitig aber feststellt, dass ihr erwachsen geworden seid und das bisschen Vergangenheit ebenfalls den Kinderschuhen entstiegen ist? Es ist eine aufregende Mischung aus altbekannten GefĂŒhlen und Erinnerungen und dem Reiz des Fremden. So ging es mir mit „Alex in Wonderland“. Sora – linn und ShuuShuu haben eine schwule Adaptation von „Alice im Wunderland“ geschaffen.

Alex wacht eines Nachts schweißgebadet auf. Er hat das GefĂŒhl beobachtet zu werden. Und er hat recht. Rote Augen durchdringen die Dunkelheit. Bei dem Versuch, dem unbekannten Wesen zu entkommen, wird er plötzlich in seinen Spiegel gesogen und landet in einer fremden Welt. Schnell muss er feststellen, dass er nicht so einfach zurĂŒckkehren kann, er hat eine Mission: Alex soll den drohenden Krieg zwischen dem roten und dem weißen König verhindern. DafĂŒr muss er aber erst mal drei Aufgaben erfĂŒllen. Immer an seiner Seite, das rotĂ€ugige Kaninchen Hare, das sich in einen Ă€ußerst ansehnlichen Mann verwandeln kann, und der dominante Hatter, fĂŒr den Hare zu arbeiten scheint und gerne auch mal das Bett hĂŒtet.

Alex muss sich durch eine Welt kĂ€mpfen, die allen Naturgesetzen trotzt und so Möglichkeiten bietet, die den logischen Menschenverstand schon mal außer Kraft setzen können. Er muss sich mit wundersamen Wesen herumschlagen, die gerne gĂ€ngige Tabus brechen, die ihn verfĂŒhren, in den Wahnsinn treiben und töten wollen. Alex muss das Unmögliche möglich machen, damit er wieder nach Hause kann. Aber will er das eigentlich? Schließlich gibt es genĂŒgend Versuchungen, die ihm den Himmel auf Erden bescheren.

„Alex in Wonderland“ ist kein gewöhnliches Buch. Es hat keine Seitenzahlen, dafĂŒr 270 Kapitel, die den Leser kreuz und quer durch die Geschichte fĂŒhren. Es ist ein Abenteuerbuch, das den Leser aktiv in den Ablauf einbindet – Ă€hnlich Die Insel der 1000 Gefahren. Gott! Was habe ich dieses Buch als Kind geliebt?! Man konnte es wirklich 1000 Mal lesen, weil es stĂ€ndig neue Möglichkeiten gab und die Geschichte sich stĂ€ndig neu entwickelt hat. Und so ist es auch mit „Alex in Wonderland“. Ich hatte einen Mordsspaß. Man kann an vielen Stellen entscheiden, wie Alex reagieren, was er sagen und was er machen soll. Aber Vorsicht! Eine falsche Entscheidung und Alex ist tot. Dadurch hat man gar kein GefĂŒhl, wie lange man liest oder wie viel man schon gelesen hat. Hinter jeder Ecke lauern neue Details, neue Gefahren oder erotische Spielchen, die manchmal auch in die dominant/devote – Richtung abschweifen. Es wird nicht nur abenteuerlich, sondern auch ziemlich heiß.

Absolute Suchtgefahr und glasklare Leseempfehlung fĂŒr dieses mĂ€rchenhafte Abenteuer, das vor allem Erwachsenen Spaß macht. Re – Reading nimmt bei diesem Buch eine ganz neue Bedeutung an, denn hier wird der Verlauf und das Ende stĂ€ndig verĂ€ndert. Es liegt an euch, wie lange Alex ĂŒberlebt, ob er die heldenhafte Mission zu Ende bringen kann und ob er wieder nach Hause kommt.


Hier kann man „Alex in Wonderland“ finden:
FB: Owl the precious
Etsy: OwlThePrecious
Leipziger Buchmesse: Halle 1, Stand C308

Rezension: Die Stille Seite der Musik – Svea Lundberg

musik_800x1200_72dpiInhalt:

Ein einziger Moment kann dein ganzes Leben zerstören. Wenn du es zulÀsst.
Valentin hat eine prĂ€chtige Karriere als Pianist vor sich, doch dann kommt alles anders. Auf dem RĂŒckweg von einem Club wird er in einen Autounfall verwickelt und kommt erst wieder im Krankenhaus zu sich. Dort muss er sich mit der Tatsache auseinandersetzen, dass seinem Traum ein Ende gesetzt wurde. Seine Hand ist zertrĂŒmmert, das Klavier spielen in weite Ferne gerĂŒckt. Nach endlosen Reha-Maßnahmen und Diskussionen mit seiner Mutter, die sich als grĂ¶ĂŸtes Opfer seines Unfalls sieht, macht er Urlaub an der Ostsee bei seiner Tante, die einen Reiterhof betreibt. Bereits am ersten Tag macht er Bekanntschaft mit dem gehörlosen Flo, der auf dem Hof eine Ausbildung macht und sein Schicksal umfĂ€nglich zu akzeptieren scheint. Aus der anfĂ€nglichen Zuneigung wird schnell mehr, aber Valentin muss ja bald wieder zurĂŒck …

Meinung:

„Die stille Seite der Musik“ ist nicht mein erstes Buch der Autorin, aber keines hat mich bisher so berĂŒhrt. Wenn ich die Geschichte mit einem Wort beschreiben mĂŒsste, dann wĂ€re es Ruhepol.

BĂŒcher mit sehr jungen Protagonisten – in diesem Fall 17 und 19 – zĂ€hlen nicht unbedingt zu meinem bevorzugten Beuteschema, allerdings wirken Flo und Valentin aufgrund ihrer SchicksalsschlĂ€ge deutlich reifer. Und wer könnte auch schon so einem Sonnenschein wie Flo widerstehen? So ein sympathischer Junge, der seine BeeintrĂ€chtigung einfach weglĂ€chelt. Er hat sich bewusst gegen das Hören entschieden und gleicht es einfach aus, indem er mit seinen restlichen Sinnen und seinem Körper hört. Die Ruhe, die Ausgeglichenheit und die positive Art, die Flo ausstrahlt, sind wĂ€hrend dem Lesen auf mich ĂŒbergegangen und Seite um Seite weiter in mich hineingeflossen. Am Schluss war ich tiefenentspannt. Das hört sich jetzt natĂŒrlich an, als wĂŒrde in der Geschichte rein gar nichts passieren. Falsch gedacht.

Im Mittelpunkt stehen drei Aspekte, die sich durch die ganze Geschichte ziehen. Neben der Freundschaft zwischen Flo und Valentin, die sich im Laufe des Urlaubs wandelt und einer prickelnden Verliebtheit weicht, erfĂ€hrt man auch sehr viel ĂŒber Pferde und Pferdesport. Man merkt deutlich, wie verbunden sich die Autorin den Tieren fĂŒhlt. Der Umgang mit SchicksalsschlĂ€gen und BeeintrĂ€chtigungen – die man wirklich nicht als solche sehen muss – nehmen viel Raum ein. Jeder Mensch geht anders damit um, wenn ihm etwas genommen wird, das er als selbstverstĂ€ndlich angesehen hat. Aber es muss ja nicht das Ende sein. Manchmal muss man dann halt andere Wege suchen, seine TrĂ€ume zu leben.
Umrandet wird das Ganze von der ruhigen Idylle und den familiĂ€ren Streitigkeiten. Und dann gibt es da noch einen kleinen Krimianteil, der im Gegensatz zum Rest der Geschichte recht blaß wirkt und zum Schluss sehr schnell abgehandelt wird. Das hat mich aber nicht weiter gestört. Ich war so gefangen in dieser zauberhaften AtmosphĂ€re des Buches. Ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll. Es ist, als wĂ€re man wĂ€hrend dem Lesen in eine Seifenblase gerutscht. Die GerĂ€usche verstummen, der Herzschlag wird langsamer. Mir kam es so vor, als wĂŒrde man sich automatisch an Flos Wahrnehmung anpassen, und das, obwohl das Buch aus Valentins Sicht erzĂ€hlt wird.

Fazit:

Eine Geschichte, die durch ihre ruhigen Töne bezaubert.

5 Stars

  • Format: Kindle Edition
  • DateigrĂ¶ĂŸe: 567 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 210 Seiten
  • Verlag: TraumtĂ€nzer-Verlag Lysander Schretzlmeier (29. Januar 2017)
  • Preis: 4,99€
  • Hier kann man es kaufen: Die Stille der Musik 
  • Hier geht es zum Verlag: TraumtĂ€nzer – Verlag

Lieblingsstelle

Wieder schließe ich die Augen und 
 hebe nur einen Moment spĂ€ter die HĂ€nde, um mir die Finger fest in die Ohren zu stecken. Denn plötzlich ist da der Drang, den Moment genauso zu erleben, wie Flo es tut. TatsĂ€chlich gelingt es mir, Möwenschreie und Wellenrauschen aus meiner Wahrnehmung auszuschließen. Ich sehe und höre nichts mehr. Hole tief Luft und atme ganz langsam aus. Konzentriere mich auf die Empfindungen, die mir geblieben sind. Und vielleicht ist es nur Einbildung, reines Wunschdenken, doch mit einem Mal kann ich das Meer riechen. Konnte ich zuvor schon. Doch nun ist alles viel intensiver. Es ist eine Mischung aus Salz, Seetang und 
 Ich kann’s nicht so genau einordnen und öffne die Lippen leicht, um den Geruch auch in meinen Mund zu lassen. Ihn auf meiner Zunge in Geschmack umzuwandeln. Und es scheint sogar zu gelingen.“ (Seite 108)

Rezension: FĂŒnf Wochen: Der Kampfschwimmer (Band 1) – Sydney Stafford

kampfschwimmerStĂ€rke wĂ€chst nicht aus körperlicher Kraft – vielmehr aus unbeugsamen Willen.“ Mahatma Gandhi

Sönke Liebig steht an einem Scheideweg. Nach seinem Vater und seinem Bruder Malte wird auch er die Kampfschwimmerlaufbahn einschlagen. Kurz vor Beginn des Auswahlverfahrens, das sich ĂŒber 5 Wochen erstrecken wird, natĂŒrlich nur nachdem er den Eingangscheck bestanden hat, trennt sich seine langjĂ€hrige Freundin von ihm. Plötzlich sieht es sich seinen inneren DĂ€monen ausgeliefert. Seine HomosexualitĂ€t hat er jahrelang unterdrĂŒckt – aus Angst vor der Reaktion seiner Familie und seiner Kollegen. Am ersten Tag des Auswahlverfahrens gesteht er sich im psychologischen GesprĂ€ch zum ersten Mal ein, dass er schwul ist. Und das setzt eine ganze Reihe an Kettenreaktionen frei. WĂ€hrend Höchstleistungen von ihm verlangt werden, entdeckt sein Körper endlich, was ihm lange Jahre vorenthalten wurde: Herzklopfen und prickelnde Leidenschaft. Zwei MĂ€nner bringen ihn schier um den Verstand. In Rekordzeit verliert er sein Herz. Doch fĂŒr wen wird er sich entscheiden? Bleibt zwischen den Schikanen seines Ausbilders und den körperlichen und geistigen Anstrengungen ĂŒberhaupt noch Zeit fĂŒr die Liebe?

Meinung:

Nach der GSG9 und dem LKA sowie der KSK hat nun ein weiterer Zweig des MilitĂ€rs das Licht der Buchwelt erblickt: die Kampfschwimmer – das deutsche Pendant zu den amerikanischen Navy Seals. Sie sind fĂŒr den triphibischen Einsatz ausgebildet, also an Land, im Wasser und in der Luft einsetzbar.

Sydney Staffords Geschichten begleiten mich nun fast schon zwei Jahre. In dieser Zeit hat sie sich permanent gesteigert und gehört fĂŒr mich zu meinen absoluten Lieblingsautoren. Es ist völlig egal, welches ihrer BĂŒcher man aufschlĂ€gt, es heißen mich jedes Mal zwei Komponenten willkommen, die ich zu schĂ€tzen gelernt habe und auf die ich mich immer wieder freue: Zusammengehörigkeit und harte Fakten.
Die Autorin hat einen Kontrast, einen Bruch geschaffen, der mir bei vielen Military Romance – Geschichten fehlt. Sie vereint detailliert recherchierte Hintergrundinformationen zur AusrĂŒstung, den Waffen und Fahrzeugen, zu Übungen und Einsatzorten mit toughen Protagonisten, die jeder Situation gewachsen sind, gleichzeitig aber ĂŒber einen empfindsamen, weichen Kern verfĂŒgen, der sie so menschlich und sympathisch macht und Platz fĂŒr die zarten Bande der Liebe schafft. Unheimlich schön finde ich auch die Tatsache, dass alle Geschichten in irgendeiner Weise miteinander verbunden sind. Es taucht immer ein vertrauter Name auf. Es ist eine einzige große Familie, die mich als Leser immer wieder in ihrem Schoss aufnimmt, die dieses wohlig warme GefĂŒhl in meinem Inneren hinterlĂ€sst. Im „Kampfschwimmer“ hat zum Beispiel Brigadegeneral Arne Seeliger einen namentlichen Auftritt. Hallo, Kopfkino! Der Kerl ist so verdammt heiß. Der personifizierte feuchte Traum. Seid froh, dass ich keine Videorezensionen mache, sonst dĂŒrftet ihr mir jetzt dabei zusehen, wie ich dĂŒmmlich grinsend mit Herzchenaugen in die Luft starre. Und das alles, weil sein Name gefallen ist. Kaum zu glauben. Aber Arne ist einfach so sexy … Sorry, ich schweife ab.

Das Element Wasser, das eine große Rolle in dieser Geschichte spielt, hat mich vor eine Herausforderung gestellt. Ich mag nĂ€mlich keine tiefen GewĂ€sser. Ich krieg GĂ€nsehaut, wenn ich nur daran denke, was in der Tiefe lauert. Dunkelheit, KĂ€lte, Stille, der Tod. Ich hab Hochachtung vor allen, die sich diesen Gewalten aussetzen und ihnen trotzen. Das Auswahlverfahren stellt den hĂ€rtesten Teil auf dem Weg zum Kampfschwimmer dar. Wer das ĂŒbersteht, schafft alles. Ich hab mit den Jungs mitgelitten, die ihre Grenzen um Kilometer ĂŒberschritten haben. Ich konnte ihren Schmerz, ihren Hunger, ihre Erschöpfung spĂŒren und die Zweifel hören, die immer prĂ€sent waren, sich letztendlich aber dem eisernen Willen, dem Überlebensinstinkt beugen mussten.

Ich muss gestehen, Sydney Stafford hat mich dieses Mal ziemlich lange an der Nase herumgefĂŒhrt. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis mir ein Licht aufgegangen ist und klar wurde, an wen Sönke sein Herz verschenkt. Mit viel Humor, aber auch dem nötigen Ernst fĂŒhrt sie durch die 5 harten Wochen des Auswahlverfahrens und schneidet auch unschöne Themen an – Intoleranz und PTBS. Sönkes Vater hat sich einen großen Platz in meinem Herzen erkĂ€mpft. Was fĂŒr ein lieber, fĂŒrsorglicher Mensch. Aber Sönkes Mutter … FĂŒr die fehlen mir leider die Worte.

Eine rundum gelungene Geschichte ĂŒber den Mut, zu sich selbst zu stehen, Grenzen zu ĂŒberwinden, ĂŒber die Liebe, das Leben, EnttĂ€uschungen und Intrigen.

Fazit:

Eine schöne Liebesgeschichte, die vielen Widrigkeiten trotzen muss und schon zu Ende scheint, bevor sie ĂŒberhaupt begonnen hat. Volle Punktzahl und eine klare Leseempfehlung.

5 Stars

  • Format: Kindle Edition
  • DateigrĂ¶ĂŸe: 1355 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 221 Seiten
  • Preis: 5,99€
  • KindleUnlimited: ja
  • Hier kann man es kaufen/leihen: Der Kampfschwimmer

 

Rezension: Malte & Fynn: Dich nicht zu lieben 3 – Inka Loreen Minden

maltefinnInhalt:

Ein Abend in einem Stripclub kann dein ganzes Leben verĂ€ndern …

Student Malte begleitet seine Freundinnen in den Stripclub „Hot Gods“ und verguckt sich dabei in einen der Stripper. Aber natĂŒrlich wĂŒrde sich niemals so ein heißer Typ wie Fynn fĂŒr jemanden wie ihn interessieren. Tja, bis der ihn nach dem Auftritt anspricht. Allerdings geht es dabei nicht um  die „Liebe auf den ersten Blick“, Fynn sucht einen Tanzpartner und hat dafĂŒr Malte auserkoren. Es folgen heiße Tanzstunden und heftige Zweifel.

Meinung:

„Malte & Fynn“ ist der dritte Teil der „Dich nicht zu lieben“ – Reihe, kann jedoch problemlos ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Inka Loreen Mindens Gay – Stories sind immer einen Blick wert. Und auch bei dieser Geschichte kann man nichts falsch machen.

„Mein Körper bebt und in meinem Magen wĂŒtet ein Sturm. Dieser Mann ist wie ein Tornado in mein Leben gefegt und reißt mein ganzes Ich mit sich. Ich fĂŒhle mich wie ein Blatt im Wind und weiß nicht, wohin es geht.“

In typischer Inka Loreen Minden – Manier geht es heiß zur Sache. Sexy, verzehrend und höchsterotisch. Schon bei der ersten Probe bin ich in Flammen aufgegangen. Holla, die Waldfee. Schweißbedeckte, gestĂ€hlte Körper, die sich im Rhythmus der Musik miteinander bewegen, aneinanderreiben und mit jedem Atemzug Testosteron abgeben.

It’s gettin‘ hot in here, so take off all your clothes 


Student trifft auf heißen Stripper. Klingt auf den ersten Blick nicht sensationell und der Titel verrĂ€t auch schon den dramatischen Faktor, der in fast keiner Romance fehlen darf: Bekommen sie sich oder nicht? Gerade durch die KĂŒrze kann man natĂŒrlich nicht erwarten, dass die Liebesgeschichte großartig in die Tiefe geht, aber trotzdem bin ich voll auf meine Kosten gekommen. Das Gesamtpaket stimmt einfach. Inka Loreen Mindens Geschichten begleiten mich nun schon fast 5 Jahre, ihre Gay Romance – BĂŒcher haben mich auf den ersten Metern im Gay – Genre begleitet und auch heute lasse ich mich noch gerne von ihr unterhalten. Der Unterhaltungsfaktor war und ist hoch. Die Mischung machts und die findet man auch bei der neusten Gay Romance „Malte & Fynn“.  Romance meets prickelnde Erotik und minimalistisches Drama.

Fazit:

Eine Gay Romance – Novelle mit schweißtreibender Tanzkunst und einer romantischen Liebesgeschichte. Ein Muss fĂŒr alle Inka Loreen Minden – Fans.

5 Stars

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Rezension: Kristallschnee – Svea Lundberg

kristallschneeInhalt:

Als Streifenpolizist Jannis Wiesner und sein Kollege zu einem Fall von vermeintlicher hĂ€uslicher Gewalt gerufen werden, ahnt er nicht, dass dieser Einsatz sein ganzes Leben auf den Kopf stellen wird. Da ein Kind involviert ist, mĂŒssen sie das Jugendamt hinzuzuziehen. Felix Kulmbach nimmt sich schließlich der kleinen Amelia an und bringt sie vorerst in einer Pflegefamilie unter. Schnell wird jedoch klar, dass sich hinter diesem Fall etwas ganz Großes verbirgt. Felix, Jannis und Amelia finden sich plötzlich in einem Drogensumpf ungeahnten Ausmaßes wieder und mĂŒssen um ihr Leben fĂŒrchten. Kompliziert wird es dann erst recht, als GefĂŒhle ins Spiel kommen. Gemeinsam kĂ€mpfen sie gegen mordlustige DrogenhĂ€ndler und dunkle Schatten der Vergangenheit …

Meinung:

Gay Romance meets Krimi. „Kristallschnee“ ist kein gewöhnlicher Krimi, dazu steht die Liebesgeschichte zwischen Jannis und Felix zu deutlich im Mittelpunkt, man wird jedoch schnell in einen Fall verwickelt, dessen Ausmaße sich erst im Laufe der Geschichte zeigen. Interessant ist fĂŒr mich der Handlungsort Stuttgart. Die Tatsache, dass die Geschichte direkt bei mir um die Ecke spielt, hat ein wohliges und heimeliges GefĂŒhl ausgelöst.

Besonders hervorheben möchte ich die unterschwellige Spannung, die das komplette Buch durchzieht. Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Ich musste wissen, wie es mit Jannis und Felix weitergeht und wer sich hinter dem Drogenhandel verbirgt. Die Krimihandlung ist ĂŒberschaubar und ruhig. Das soll jedoch nicht bedeuten, dass diese langweilig ist, ganz im Gegenteil. Der Plot ist stimmig und ĂŒberzeugt vor allem mit ruhigen Tönen, die immer mal wieder durch emotionale und actionreiche Ausreißer unterbrochen werden, die das Adrenalin kurzfristig in die Höhe schießen lassen.

Nicht zu verachten sind auch die Protagonisten. WĂ€hrend sich Jannis direkt in mein Herz geschlichen hat, musste sich Felix anstrengen, mit Jannis gleichzuziehen. Der dienstbeflissene Streifenpolizist mit dem großen Herzen ist auch wirklich heiß. TĂ€towierte MĂ€nner in Uniform und einer SchwĂ€che fĂŒr knuddelige Kampfhunde sind schon eine sexy Kombination. Felix wiederum ist deutlich komplizierter, ich wĂŒrde fast schon sagen, anstrengender. Das liegt natĂŒrlich an seiner Vergangenheit und den schlechten Erfahrungen mit seinem Ex-Freund, unter denen dann auch Jannis leiden muss. Stellenweise ist er eine richtige Dramaqueen, aber irgendwie kann ich ihn auch verstehen. Wenn man tiefe Wunden davongetragen hat, möchte man dafĂŒr sorgen, dass so etwas nicht noch mal geschieht. Nach einigem Hin und Her hat aber auch Felix mein Herz erobert und gezeigt, was wirklich in ihm steckt.

Fazit:

Manchmal findet man in den schrecklichsten Momenten das grĂ¶ĂŸte GlĂŒck.
Wer einen reinen Krimi erwartet, ist hier fehl am Platz. DafĂŒr bekommt man aber eine wunderschöne, wenn auch komplizierte Liebesgeschichte, Spannung, die von Seite zu Seite steigt und einen interessanten Plot, der das Unterbewusstsein bestĂ€ndig stimuliert und den Leser somit regelrecht an das Buch fesselt.

5 Stars

  • Format: Kindle Edition
  • DateigrĂ¶ĂŸe: 567 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 193 Seiten
  • Verlag: dead soft verlag (16. Januar 2016)
  • Preis: 5,99€
  • Hier kann man das Buch kaufen: Kristallschnee
  • Oder direkt beim Verlag *klick*
  • FB – Seite der Autorin: Svea Lundberg

Spin – Off „KristalltrĂ€ume“

KristallstrÀume

„KristalltrĂ€ume“ ist eine schöne ErgĂ€nzung zu der Hauptgeschichte „Kristallschnee“. Nach glĂŒcklichen Monaten voller Liebe und Leidenschaft brennt Felix eine wichtige Frage unter den NĂ€geln. Leider schafft er es nicht, Jannis seinen Wunsch mitzuteilen und dessen Zustimmung einzuholen. Dadurch bringt er sich in herrlich komische ZwickmĂŒhlen und weckt in Jannis die Vermutung, dass Felix etwas vor ihm verbirgt. Aber was? Liebt er ihn nicht mehr? Hat er einen anderen Mann kennengelernt?

Zwischen heißen Wasserspielchen, machohaften BesitzansprĂŒchen und peinlichen Situationen kommen die beiden ihren Antworten langsam, aber sicher nĂ€her.

Hier kann man es kaufen: KristalltrÀume

Info

Am 22. Mai 2016 um 18 Uhr liest u.a. Svea Lundberg in Stuttgart aus „Kristallschnee“ und wird  noch ein bisschen aus ihrem noch nicht veröffentlichten Roman „Zwischen BĂŒhne und Bordell“ erzĂ€hlen. Mit dabei ist auch Tim Spohn, der aus dem „Faustus-Instutut“ und „Big Blind“ lesen wird. lesung

 

 

 

Rezension: Spezialeinsatz mit Paukenschlag (Kommandosache Liebe 4) – Nicole Henser & Sydney Stafford

spezialeinsatzmitpaukenschlagInhalt:

Sascha „Tröte“ Lipinski ist – seit seiner RĂŒckkehr von einem Auslandseinsatz – Vollzeit beim Musikkorps angestellt und freut sich auf den kommenden Auftritt beim berĂŒhmt – berĂŒchtigten Heavy Metal – Festival in Wacken. Dort trifft er auf Jimmy, einen Tontechniker mit eigenem Wohnwagen. Trötes Interesse ist schnell geweckt. Nach einer lauten und ereignisreichen Nacht verabschieden sie sich voneinander. Beiden ist jedoch klar, dass sie sich wiedersehen wollen. Das nĂ€chste Treffen lĂ€uft allerdings komplett aus dem Ruder. Von Romantik kann nicht die Rede sein. Stattdessen schlagen sie sich mit rechten SchlĂ€gern, nervigen Kollegen, Drogen und einem GefĂ€ngnisaufenthalt herum. Kann diese junge Liebe solche Strapazen ĂŒberstehen?

Meinung:

Die „Kommandosache Liebe“ geht in die 4. Runde. Dieses Mal geht es um Tröte, den man schon aus Band 1 „Operation Wahnsinn“ kennt. Ein junger, extrovertierter Mann, der das Leben liebt und ein Auge auf seinen wortkargen Mitbewohner Justus geworfen hat. Justus ist uns bereits in Band 2 „Unternehmen Psycho“ begegnet. Und was soll ich sagen? FĂŒr mich ist er der absolute Star der Reihe. Wieso muss der Kerl hetero sein?! Tröte und Justus hĂ€tten ein tolles Paar abgegeben. Allerdings wĂ€re es sehr unglaubwĂŒrdig rĂŒbergekommen, wenn er jetzt urplötzlich auf MĂ€nner stehen wĂŒrde. Luxusprobleme einer Leserin 🙂
DafĂŒr tritt Jimmy in Trötes Leben und stellt es gehörig auf den Kopf. Jimmy ist ein sehr interessanter Charakter. Er vereint Wildheit mit ZurĂŒckhaltung und ĂŒberrascht mit stellenweise sehr romantischen WĂŒnschen und Erwartungen. Da muss sich Tröte ziemlich ins Zeug legen. Aber irgendwie kommt er nie richtig zum Zug, da eine Katastrophe die andere jagt. Ziemlich frustrierend, nicht nur fĂŒr Tröte selbst.

Die Action kommt natĂŒrlich auch nicht zu kurz, obwohl sie deutlich sparsamer gestreut wurde. Dieses Mal geht es nicht um Terroristen und Psychopathen, sondern um rechtsradikale SchlĂ€ger, die Jimmy und Tröte auf dem Kieker haben und Zwietracht sĂ€en. Immer an ihrer Seite, Trötes Kollegen und Freunde. Die versuchen nĂ€mlich alles, um die beiden aus ihrer Misere zu befreien, auch wenn es nicht immer danach aussieht.

„Spezialeinsatz mit Paukenschlag“ ist etwas schwĂ€cher als die drei VorgĂ€nger. Mir hat ein bisschen das Knistern gefehlt, das vor allem in Band 1 und 2 zu Tage tritt. Die Magie, die trotz der widrigen UmstĂ€nde, zarte Bande webt. Ich hab die Geschichte aber trotzdem sehr genossen, schließlich sind Sydney Stafford und Nicole Henser DIE Adresse fĂŒr deutsche Gay Military – Storys. Ich bin schon sehr gespannt auf den 5. Fall in Sachen Liebe. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

Fazit:

Die Tröte ist endlich unter der Haube. Der 4. Band der „Kommandosache Liebe“ ĂŒberzeugt mit einer sehr aktuellen Thematik, zwei sympathischen Protagonisten und einer fast schon schĂŒchternen Liebe, auch wenn er nicht so ganz mit den VorgĂ€ngerbĂ€nden mithalten kann.

4 Stars

  • Format: Kindle Edition
  • DateigrĂ¶ĂŸe: 7007 KB
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B01EWTB8PU
  • Preis: 3,49€
  • Hier kann man es kaufen/leihen: Spezialeinsatz mit Paukenschlag

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